zur Navigation springen

ventilatorräder : Quadriga setzt weiter auf punker-Werte

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Der Frankfurter Finanzinvestor trennt sich nicht vom Eckernförder Ventilatorräderhersteller, sondern möchte das Unternehmen weiterentwickeln. Seit dem ersten Januar gibt es ein neues Büro in Schanghai.

von
erstellt am 31.Jan.2014 | 06:23 Uhr

Der neue, anonyme Sympathieträger genießt den Luftzug, der frischen Wind, Bewegung und Aufbruchstimmung vermitteln soll. Der neue Marketingauftritt von Europas führendem Ventilatorräderhersteller „punker“ aus dem Niewark in Eckernförde verbindet die feste Verankerung am Standort mit der Freude an Entwicklung und dem „Erschnuppern“ neue Perspektiven und Märkte. Für Geschäftsführer Dr. Henning Bähren genau die richtige Botschaft zum richtigen Zeitpunkt: punker befindet sich weiter auf Wachstumskurs und verstärkt seine außereuropäischen Aktivitäten.

Und noch eine ganz aktuelle Botschaft hat Bähren zu verkünden: punker wird in den nächsten Jahren nicht verkauft. Finanzinvestor Quadriga mit Sitz in Frankfurt a. M. hat entschieden, knapp sechs Jahre nach der Übernahme im Jahr 2008 mit punker „in die nächste Phase der Zusammenarbeit“ zu treten und das kerngesunde Unternehmen weiterzuentwickeln. Es habe weltweit ein großes Interesse am Eckernförder Unternehmen gegeben, doch die Kaufinteressenten seien nicht bereit gewesen, den Wert, den Quadriga in Punker sieht, zu entrichten, sagte der Geschäftsführer. Der Finanzinvestor sei überzeugt, „mit der Begleitung punkers weitere Wertsteigerungen zu erzielen. Der Verkauf ist damit für die nächsten Jahre vom Tisch“.

So oder so: Der Ventilatorräderhersteller ist für Henning Bähren so gut aufgestellt, dass das Unternehmen und seine motivierten und qualifizierten Mitarbeiter sich auch dann nicht verunsichern lassen sollten, wenn irgendwann wieder Verkaufsverhandlungen anstehen. Die punker-Zukunft, gleich unter welcher Führung, sei ausgesprochen hoffnungsvoll. Nur eines dürfe man nicht machen: sich auf den Erfolgen ausruhen. Ebenso wie das Medium, das von punker so exzellent beherrscht wird, müssen auch das Unternehmen selbst und seine 290 Mitarbeiter immer in strukturierter Bewegung sein. Das gilt sowohl für das Kundengeschäft wie für die internen Abläufe und Qualifizierungs- und Optimierungsprozesse vom KVP (Kontinuierlicher Verbesserungsprozess) bis zum PEP (Punker Exzellence Programm).

Zweifel, dass es funktioniert, hat der Geschäftsführer nicht. Dafür ist die erarbeitete Ausgangsbasis einfach zu gut und stabil. Das Werk hat seine Position als Europas Marktführer weiter ausgebaut. „Es gibt kein Unternehmen mit einem vergleichbaren Spektrum an Rädern, Anwendungen und Volumina“, sagt Dr. Bähren. Die aufgrund ihrer hohen Entwicklungs- und Fertigungsqualität in der ganzen Welt begehrten kleinen und großen punker-Räder aus Aluminium und Stahl, die mechanische Energie höchst effizient in Strömungsenergie umsetzen, finden in Dunstabzugshauben, Kühlgeräten oder Klimaanlagen ebenso Verwendung wie in Autowaschanlagen oder industrielle Großanlagen. Ständig werden neue Märkte erschlossen. 2011 eröffnete punker ein kleines Werk mit mittlerweile 14 Mitarbeitern in Hickory /North Carolina. Ein lokaler Mitarbeiter in Turin und seit dem 1. Januar auch in Schanghai kümmern sich um die Kunden in Italien und China, dazu gibt es einen weiteren Mitarbeiter in Großbritannien und einen russischen für den Zukunftsmarkt Russland, der von Eckernförde aus agiert. Geschäftsführer Henning Bähren ist gerade zurück von der amerikanischen Klimatechnik-Messe in New York und hat dort ein „großes Interesse“ an den punker-Ventilatorrädern aus Hickory und Eckernförde ausgemacht. Trotz des für den Export ungünstigen starken Euro (und schwachen Dollar) „können wir dort gut bestehen und sind wettbewerbsfähig“, sagt Bähren.

Die 14 Mitarbeiter in Hickory machen ihren Job gut. Sieben Prozent Wachstum haben sie eingefahren und punker auf dem US-Markt bekannter gemacht. Im Stammhaus Eckernförde arbeiten 276 Mitarbeiter, darunter 23 Auszubildende. Und auch sie verstehen ihr Handwerk: Der Umsatz der Gruppe stieg 2013 von 31 auf 34 Millionen Euro. Mit diesem zehnprozentigen Wachstum liegt punker „deutlich über dem Branchendurchschnitt“, freut sich der Firmenchef über den wirtschaftlichen Erfolg, der keine Eintagsfliege bleiben soll. „Wir wollen auch 2014 zweistellig wachsen.“ Dabei wird punker neben seiner Stammkundschaft in Süddeutschland und Südeuropa auch die Türkei und Russland sowie die Märkte in Übersee verstärkt ins Visier nehmen und dort auch die im Trend liegenden großen, geschweißten Räder anbieten. Dabei dürfte das Unternehmen aus dem Niewark auch von der verschärften ERP-Richtlinie (Energy Related Product) für 2015 profitieren, die von den Herstellern verschärfte Mindestwirkungsgrade verlangt, die die Eckernförder Experten locker erfüllen.

Unverändert intensiv bearbeitet die Firmenleitung das Zukunftsthema Forschung und Entwicklung. Ein wesentlicher Teil der etwa zwei Millionen Euro Investitionen sind im vergangenen Jahr in die Weiterentwicklung der Simulationstechnik geflossen, um einerseits die Energieeffizienz zu verbessern und auch den Materialeinsatz zu reduzieren. Man ist zwar schon sehr weit, doch „es geht noch was“, ist Bähren überzeugt. „Wir wollen das Optimum herausholen, und das letzte Prozent ist sehr aufwändig“. Auch personell tut sich in der Entwicklung etwas: punker sucht zwei weitere Entwicklungsingenieure. Etwa eine dreiviertel Million ist in die Kapazitätserweiterung der Schweißautomaten geflossen.

„Wir haben noch viele Ideen und weitere Dinge auf dem Zettel“, blickt Henning Bähren erwartungsvoll in die Zukunft. Dabei kann er auf ein motiviertes Mitarbeiterteam bauen: „Es herrscht eine gute Stimmung und Unternehmenskultur, die Mannschaft zieht gut mit.“ Und so können auch spätere Veränderungen selbstbewusst verarbeitet und verkraftet werden.

zur Startseite
Karte

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen