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Sanierung : Putz und Farbe für die historische Fassade

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Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Die Fassade des über 200 Jahre alten Louisenlunder Schlosses und der Orangerie werden für rund 250 000 Euro saniert.

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erstellt am 20.Aug.2014 | 07:21 Uhr

Gut vier Wochen werden die Arbeiten an dem Louisenlunder Schloss noch dauern. Wer nach dem Neuverputz und dem Farbanstrich eine blitzblanke Fassade erwartet, wird aber enttäuscht werden. „Die 200 Jahre sollen weiterhin sichtbar sein“, betont Laurent Münchow. Der Eckernförder Architekt begleitet gemeinsam mit Fred Schauer vom Gebäudemanagement der Internatsstiftung die umfangreichen Sanierungsarbeiten an dem historischen Bauwerk. Dafür standen im Vorfeld der Sanierung Messungen und Untersuchungen an. Materialproben aus dem Mauerwerk wurden entnommen und ein Bodengutachten erstellt.

Die Grundmauern stammen aus dem Jahr 1760, im Laufe des 19. Jahrhunderts wurde das damalige Herrenhaus Stück für Stück erweitert und aufgestockt. Vor etwa 30 Jahren sei die Fassade Schloss zuletzt saniert worden.

Von „keinem schönen Anblick“ spricht Dr. Peter Rösner. Dem neuen Internatsleiter sei die sanierungsbedürftige Fassade des Schlosses bei seiner Ankunft an der Schlei sofort aufgefallen. Bereits in den Jahren zuvor hat die Stiftung begonnen, Spendengelder für die Sanierung einzuwerben, auch einige öffentliche Zuschüsse flossen für das Projekt. Den Löwenanteil der voraussichtlichen Gesamtkosten von rund 250 000 Euro wird die Stiftung selber stemmen müssen. „Den Erhalt der historischen Gebäude und die Nutzung sei aber auch Zweck der Stiftung“, so Rösner.

Den Auftrag für die Sanierung hat die Firma Max Hüttmann aus dem dänischen Tønder erhalten. „Wir haben darauf Wert gelegt, dass es eine Firma ist, die sich mit denkmalgeschützten Gebäuden auskennt“, so Fred Schauer. Schon im vergangenen Sommer hat die Firma Kühl aus Thumby mit dem Tiefbau und dem Einbau der Drainagen begonnen. Die Dachrinnen wurden von der Fleckebyer Firma Friedrich Nissen erneuert.

„Das Mauerwerk war feucht und musste trockengelegt werden“, sagt Münchow. Doch man wollte nicht einfach aufgeplatzte Stellen übertünchen, sondern dem Kernproblem, der Feuchtigkeit, Herr werden. Dabei setzt die Fachfirma vor allem auf Naturprodukte, wie Kalkmörtel für den Putz. Zwei bis vier Zentimeter dick wird der atmungsaktive Mörtel auf die schadhaften Stellen aufgetragen. Anschließend kommt ein dreischichtiger Farbanstrich auf die gut 1700 Quadratmeter große Fassadenfläche von Schloss und Orangerie – eine Grundierung und zwei Anstriche mit unterschiedlicher Körnung. So werde sichergestellt, dass die Feuchtigkeit von innen nach außen dringe. Auch die Fensterstürze werden erneuert. „Die Stahlträger sind verrostet, kommen raus und werden durch Fertigkonstruktionen aus Beton ersetzt“, erläutert Münchow.

Etwa vier Wochen werden die Arbeiten noch andauern. Dann habe die Stiftung habe erstmal Ruge, versichert Münchow. Ein neuer Anstrich sei erst in 20 Jahren fällig, der Putz halte locker weitere 100 Jahre.

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