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Integration durch Sport : Punkt für Punkt zur Integration

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Flüchtlinge verstärken Tischtennissparte des TSV Owschlag

von
erstellt am 12.Feb.2015 | 11:44 Uhr

In ihrer Heimat, in Syrien, Afghanistan oder Albanien standen Mazen, Wahid, Amar und Yassin voll im Leben. Der eine war Bänker, der andere Schneider, ein weiter Friseur. Einige haben auch studiert. Langeweile prägt oftmals den Alltag der Männer, die mit vielen Hoffnungen der Verfolgung in ihrer Heimat entflohen sind und hier einen Antrag auf Asyl gestellt haben. Weit weg von ihren Familien wünschen sie sich mehr Kontakt und Beschäftigungen. Diese haben einige der Flüchtlinge beim TSV Owschlag gefunden. Während einige der Kinder beim Turnen oder im Handball aktiv sind, jagen acht, neun Männer montags dem Zelluloidball hinterher. Vor allem Mazen ist seit Kurzem glücklich, seine Familie dufte jetzt nachreisen. Und sein Sohn Rami (7) eifert seinem Vater schon nach, spielt in der Jugendabteilung des TSV Tischtennis.

Initiiert haben das unter anderem Liane Lettau und Rainer Nickel. Die Frauen hätten oftmals genug zu tun, würden sich um Haushalt und Kinder kümmern. Die Männer hingegen würden meist nur in ihrer Unterkunft sitzen. „Eine Situation, die sie aus ihrer Heimat nicht kennen“, sagt Liane Lettau.

„Angefangen hat alles mit einem Familientag des TSV im September“, sagt Liane Lettau. Nickel selbst spielt im Kreisligateam der Owschlager. „Der Sportverein hat ihnen eine kostenlose Mitgliedschaft ermöglicht“, sagt der 47-Jährige. Durch das sportliche Miteinander würden Strukturen, Regeln, Anerkennung und der respektvolle Umgang miteinander vermittelt werden. Sport sei eben international. Gemeinsames Training sei ein hervorragender Weg zu Integration“, sagt auch Liane Lettau. Es helfe den Asylbewerbern, in der Gesellschaft anzukommen. Auch der Sprachbarriere würde im Sport, gerade im Tischtennis, nicht diese hohe Bedeutung zukommen. Damit aber auch diese immer kleiner wird, unterrichtet Liane Lettau die Männer Sie unterrichtet außerdem einige der Männer in einem Deutschkursus. Anschließend tauschen sie Vokabelheft gegen Schläger und dann geht’s an die Platte.

Rainer Nickel könnte sich auch vorstellen, eine neue Mannschaft aufzubauen, aber dafür sei es zu unbestimmt, wie lange die Flüchtlinge bleiben. Auch die Fahrten zu Auswärtsspielen müssen geregelt werden.

Einer, der durchaus das Spiel mit dem kleinen Ball beherrscht, ist Wahid Yousefi. Der 24 Jahre alte Mann aus Afghanistan hat schon in seiner Heimat Tischtennis gespielt und ist dem Verein für das Training in Owschlag sehr dankbar. Und Wahids Einsatz blieb auch Rainer Nickel nicht verborgen. „Wir werden Wahid für einen D-Trainer-Lehrgang anmelden“, sagt Nickel. Der Landesverband habe sich bereit erklärt, die Kosten dafür zu übernehmen.

 

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