„Wir können Räder“ : Punker punktet mit Strategie und Erfolg

Punker-Geschäftsführer Dr. Henning Bähren (Mitte) erläutert den Ausschussmitgliedern die Abläufe in der Produktion.
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Punker-Geschäftsführer Dr. Henning Bähren (Mitte) erläutert den Ausschussmitgliedern die Abläufe in der Produktion.

Der Ausschuss für Wirtschaft und Finanzwesen besucht den Branchenprimus der Ventilatorräderhersteller, die Firma Punker. Dort sorgen ständige Innovationen für Wachstum. Die Kommunalpolitiker waren beeindruckt.

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06. Mai 2015, 06:50 Uhr

Der Ausschuss für Wirtschaft und Finanzwesen hat seinem Namen alle Ehre gemacht und sich am Montagabend zur Sitzung bei der Eckernförder Erfolgsfirma Punker im Niewark getroffen. Geschäftsführer Dr. Henning Bähren ließ die Gästen aus der Kommunalpolitik in seinen halbstündigen Vortrag mit anschließender Führung durch die Werkshalle spüren, wie Punker tickt und warum das Unternehmen in Sachen Lufttechnik und Ventilatorräder zur Weltspitze gehört. „Wir können Räder“ brachte Bähren die Sache im besten Neudeutsch auf den Punkt. „Wir entwerfen optimale Laufräder für alle lufttechnischen Anwendungen.“ Welch hohe Ingenieurskunst, Forschungs- und Entwicklungsaufwand und Technologie sich hinter dieser Aussage verbirgt, verdeutlichte der Geschäftsführer in seinem Vortrag. 300 Mitarbeiter plus 20 Azubis, 36 Millionen Euro Umsatz 2014 (plus zwei Millionen), neue Absatz- und Kundenmärkte in Übersee, Fernost und Südeuropa sowie die stetige Optimierung interner Abläufe über das Punker Exzellenzprogramm – der Erfolg bei Punker ist keine Zauberei, sondern das Resultat harter Arbeit und konsequenter Optimierung und Reorganisation in der Produktion, im Vertrieb und in der Verwaltung. „Wir wollen spitze sein“, sagte Bähren selbstbewusst, der mit seinem Führungsstab an vielen Stellschrauben dreht, um das Unternehmen langfristig auf die Erfolgsspur zu setzen. Der Frankfurter Finanzinvestor Quadriga, dem Punker zu rund 80 Prozent gehört, habe sich dabei als Motor der Entwicklung erwiesen, so Bähren.

Die 1000 Punker-Kunden in aller Welt wissen diesen Aufwand zu schätzen. Alle führenden Unternehmen aus unterschiedlichen Branchen, in denen Luft- und Strömungstechnik eine Rolle spielen – und das sind sehr viele – haben das Eckernförder Unternehmen auf dem Radar. Neben der Qualität der Ventilatorräder spielt die Weiterentwicklung der Produkte und die gemeinsame Arbeit an Projekten und Produkten eine wichtige Rolle, verdeutlichte der Geschäftsführer. Das Resultat sind optimal angepasste Räder mit einem Wirkungsgrad nahe an der physikalischen Machbarkeit von 78 bis 79 Prozent. „Alle anderen liegen weit darunter, zum Teil unter 20 Prozent “, sagte Henning Bähren. Durch den möglichst geringen Materialverbrauch und geräuscharmen Betrieb sei Punker „eigentlich ein total grünes Unternehmen“. 75 Prozent der jährlich fünf Millionen Ventilatorräder von klein bis groß wandern in den Export nach Südeuropa, Asien und in die USA, wo es teilweise auch eigene Produktionsstätten gibt.

Zu den Stärken Punkers zählt der Geschäftsführer die Verwurzelung des Unternehmens in Eckernförde, die Loyalität der zumeist langjährigen Mitarbeiter, die gute Kooperation mit den Fachhochschulen Kiel und Flensburg in der dualen Ausbildung, wo es „aber noch Luft nach oben gibt. Die Hochschulen bemühten sich noch nicht intensiv genug um gemeinsame Aufträge und Projekte. „Dafür sollten sich auch die Professoren nicht zu schade sein“, sagte Dr. Bähren. Nachteilig für das Unternehmen wirke sich aus, dass es keine Kunden und direkten Zulieferer in Schleswig-Holstein gibt und das Land ein verkehrstechnisches Problem hat – die Rader Hochbrücke. „So etwas darf nicht passieren“, kommentierte der Geschäftsführer den Ausfall der maroden Brücke für den Lkw-Verkehr. „Wenn die Brücke ausfällt, sind wir abgeschnitten.“ Der Rendsburger Kanaltunnel sei „mehr als lächerlich“ und keine Alternative. Bähren appellierte an die Vertreter aus Politik und Verwaltung, sich überall für eine verbesserte Infrastruktur einzusetzen. Insgesamt fehle in Schleswig-Holstein ein Gemeinschaftsgefühl, wie es beispielsweise die Bayern mit ihren stilprägenden Attributen (weiß-blauer Himmel, Lederhose und Weißwurst) verstanden hätten.

Der Standort Eckernförde selbst sei ausreichend für das expansive Unternehmer. „Wir haben genug Platz, weil wir einiges im Betrieb umgestellt haben und den Durchfluss anders organisiert haben“, betonte Bähren. Lediglich die Straße könnte zum Problem werden, weil sich das Firmengelände nicht abzäunen lasse, wenn Sendungen für die Luftfracht vorbereitet werden. „Aber wir schlagen heute keinen Alarm, sondern werden zu gegebener Zeit das Gespräch suchen.“

Im Anschluss konnten sich die Mitglieder der Ausschusses für Wirtschaft und Finanzwesen bei einem Rundgang durch die Produktion von den durchstrukturierten Arbeitsprozessen und Organisation überzeugen. Die Räder werden von mehreren programmgesteuerten Schweißrobotern doppelt so schnell wie von Hand hergestellt und dann in Montageinseln und Fertigungszellen für die Belange des Kunden zusammengesetzt und ausgewuchtet. Die Die Fertigungszeit für ein Rad wurde die Optimierungsmaßnahmen auf durchschnittlich 20 Minuten gesenkt.

Die Ausschussmitglieder zeigten sich beeindruckt und signalisierten Unterstützung für die künftige Entwicklung.

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