Eckernförder Binnenhafen : Pumpen-Großeinsatz auf der gehobenen „Ninive“

Ab 14 Uhr liefen die Pumpen, um das gesunkene Schiff wieder an die Oberfläche zu holen – mit Erfolg.
1 von 3
Ab 14 Uhr liefen die Pumpen, um das gesunkene Schiff wieder an die Oberfläche zu holen – mit Erfolg.

Die Stadtwerke und das THW Eckernförde haben Mittwochnachmittag den gesunkenen Zweimaster „Ninive“ leergepumpt. Der Eigner, der die Bergungskosten bezahlen muss, dürfte finanziell mit einem blauem Auge davon kommen.

von
29. Januar 2015, 06:08 Uhr

Der Borbyer Parkplatz am Eckernförder Binnenhafen ist abgesperrt, die Pumpen laufen auf Hochtouren. Ein Traktor presst die steuerbord in Schräglage gekommene, an der Pier liegende „Ninive“ über den Mast in die Waagerechte. An Bord sind einige Stadtwerke-Mitarbeiter damit beschäftigt, Schläuche und Pumpen ins Schiffsinnere zu verlegen. Derweil steht das Wasser über einen halben Meter hoch an Deck.

<iframe width="560" height="315" src="//www.youtube.com/embed/wlq88tHgWQA" frameborder="0" allowfullscreen></iframe>

Mitwochnachmittag haben die Stadtwerke als Hafenbetreiber das Niedrigwasser ausgenutzt und die vor einer Woche gesunkene „Ninive“ in einer Gemeinschaftsaktion mit dem Technischen Hilfswerk (THW) Eckernförde wieder zu einem schwimmenden Schiff gemacht. Ab etwa 14 Uhr liefen die Pumpen, um 15.15 Uhr lag die gesamte Reling im Wind, das Deck aber weiter gut einen halben Meter unter Wasser. Gegen 16 Uhr traf das THW mit 17 Mann ein und hatte weitere Tauch- und Kreiselpumpen im Gepäck. „Wenn alle acht Pumpen laufen, schaffen die 6000 Liter pro Minute“, sagte THW-Einsatzleiter Andreas Aschendorf. Er sagte auch, dass das THW die wegen eines Schadens auf einer Sandbank auf Grund gesetzte „Ninive“ schon einmal 2004 vor Stralsund wieder freigeschleppt hat.

Und dann ging alles ganz schnell: Gegen 17.15 Uhr war die „Ninive“ – abgesehen vom heftigen Regen – wieder trocken und schwimmfähig. Ob das auch so bleibt, wird sich in den nächsten Tagen zeigen.

Die Stadtwerke haben die günstige Wetterlage mit ablandigem Wind ausgenutzt, um den 25 Meter langen und 70 Tonnen schweren Zweimaster wieder auf die Planken zu verhelfen. Auf eine lange Hängepartie mit dem Eigentümer des Schiffes – entweder dem Verein Ninive oder dem Verein Belquis – wollen sich die Stadtwerke nicht einlassen. Zu ungewiss ist der Ausgang mit einem möglicherweise langwierigen Rechtsstreit wegen der Übernahme der Bergungskosten.

Stadtwerke-Geschäftsführer Dietmar Steffens, der gestern selbst kräftig mit zupackte, fackelte dann auch nicht lange, trommelte gut ein Dutzend eigene Leute zusammen, startete die konzertierte Aktion mit dem THW und Manfred Zappe von der „Lütten Werft“ und begründete den erfolgreichen Einsatz mit „Gefahrenabwehr“ – seit gestern Nachmittag schwimmt die „Ninive“ wieder.

Darüber dürfte sich nicht zuletzt der Eigner freuen, der die Bergungskosten tragen muss: Er dürfte mit einem blauen Auge davongekommen sein, wenn die „Ninive“ oben bleibt.

<iframe width="560" height="315" src="//www.youtube.com/embed/YqD-pAYLKoE" frameborder="0" allowfullscreen></iframe>

Warum das von welchem Eigner auch immer vernachlässigte Schiff, das vier Jahre unbeweglich im Eckernförder Binnenhafen gelegen hat, gesunken ist, steht immer noch nicht fest. Daher wird munter spekuliert von nicht richtig verschlossenen Ventilen über eine Leckage bis hin zu eindringendem Wasser durch spröde gewordene Spanten. Klären muss das die Wasserschutzpolizei. Sofern das Leck zu orten wäre, wollten die Einsatzkräfte es gestern Abend stopfen.

zur Startseite
Karte

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen