Straßenkunst : Promenade wird zur Künstler-Bühne

Musik von Kings of Leon, Guns N’ Roses und anderen Künstlern hatten Ellen Hacker und Mathias „Matze“ Streuer im Repertoire beim ersten Tag der Straßenkünstler. Fotos: rit(2)
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Musik von Kings of Leon, Guns N’ Roses und anderen Künstlern hatten Ellen Hacker und Mathias „Matze“ Streuer im Repertoire beim ersten Tag der Straßenkünstler. Fotos: rit(2)

Erster „Tag der Straßenkünstler“ im Ostseebad Damp. Veranstalter bekundet Interesse an einer regelmäßigen Fortsetzung .

shz.de von
10. Juli 2018, 06:12 Uhr

Dieser Auftrittsort gefiel Ellen Hacker. An der Damper Promenade mit Blick auf das Wasser machte sie am Wochenende zusammen mit Mathias „Matze“ Streuer Musik. Die beiden Studenten aus Kiel waren einer von acht Acts – Einzelkünstler, Duos oder Trios – die beim ersten „Tag der Straßenkünstler“ im Ostseebad aufgetreten sind.

Seit etwa einem halben Jahr machen die beiden zusammen Musik, in Damp war ihr zweiter gemeinsamer Auftritt. Rock, Pop und Blues sind die musikalischen Genres, in denen die beiden sich bewegen. Zu ihrem Repertoire gehören Lieder von unter anderem Kings of Leon, Guns n’ Roses und Alanis Morissette. „Musik zu machen, macht einfach Spaß“, sagte Ellen Hacker und berichtete, dass es für beide das erste Mal war, dass sie Straßenmusik machten. Das Besondere an dieser Art des Musizierens: „Es ist nicht so sehr verstärkt und man ist näher dran an den Leuten.“

Thomas Stobbe hat schon Erfahrung mit Straßenmusik: Er unterhält seit rund 25 Jahren auf diese Weise die Menschen. „Die Straße ist die härteste Bühne der Welt“, sagte der Kieler. Es gebe sehr viel Konkurrenz. Schließlich gebe es hier nicht nur andere Musiker, sondern auch Kundgebungen und anderes. „Man muss in der Lage sein, seine Nische zu finden“, so der Musiker, der unter anderem „Stones In My Passway“ und „Come on in My Kitchen“ von Robert Johnson, aber auch Nummern von Eric Clapton spielt. Wenn sie gut sei, könne man mit Straßenmusik den Menschen abseits des Kommerz etwas geben, meinte er.

Dass die Musiker publikumsnah sind, sei ein Auswahlkriterium gewesen, sagte Sven-Arne Kornath, der zusammen mit Alica Schomacker die Veranstaltung organisiert hatte. Und: „Wir wollten eine schöne Vielfalt.“ Teilweise hätten sie die Musiker angesprochen, andere wiederum hätten sich aufgrund von Aufrufen gemeldet. Wichtig war auch, dass die Musiker so autark wie möglich waren und nicht allzu viel Equipment benötigten: Sie wechselten ihre Standorte, mal spielten sie an der Promenade, mal auf der Strandbühne. Außerdem waren Zauberer Johannes Leverkus alias John Merlin und De Büttenpedders unterwegs und unterhielten die Zuschauer. Zudem fand der Kunsthandwerkermarkt statt. Am Abend standen bei „Schlag den Animateur“ verschiedene Spiele nach dem Vorbild von „Schlag den Henssler“ auf dem Programm, bevor der Tag bei „Sound of Summer & Beach“ mit Karaoke ausklang.

Heinz Jenkel aus Pansdorf ist es gewohnt, auf Bühnen aufzutreten. Straßenmusik machte er am Wochenende zum ersten Mal. Zusammen mit Arne Warnke aus Sarkwitz spielte er Lieder wie „Drunken Sailor“ und „Hafenunterricht“. Was für ihn Livemusik ausmacht? „Konserve kann jeder. Wenn jeder mitsingt, ist Livemusik etwas ganz anderes.“

Nach der Veranstaltung zog Sven-Arne Kornath ein positives Fazit: „Super, spitze“, sagte er und berichtete, dass die Veranstaltung sehr gut besucht war. „Der Zulauf der Leute war größer als erwartet.“ Im Laufe des Tages seien noch weitere Sitzmöglichkeiten geschaffen worden, damit die Zuhörer dem Programm besser folgen konnten. Aufgrund der Resonanz soll der „Tag der Straßenkünstler“ in eine weitere Runde gehen. „Wir würden ihn gerne zweimal im Jahr veranstalten“, so Sven-Arne Kornath.

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