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Eckernförder Zeitung

23. September 2017 | 11:16 Uhr

Projektausbau bei laufendem Betrieb

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Alte Fischräucherei in der Gudewerdtstraße öffnete seine Türen beim Tag des offenen Denkmals / Altstadtverein spendet 2000 Euro

von
erstellt am 12.Sep.2017 | 06:47 Uhr

Heißer Rauch quillt aus dem Ofen, kurze Zeit später erfüllt der verlockende Duft frischgeräucherter Sprotten den Raum. Räuchermeister Hartmann Hesse und seine Räuchergehilfin Anja Ketelsen packen kräftig zu und schieben den heißen Rahmen mit den an Stäben aufgehängten Sprotten zum Abkühlen in die Halterung. Anschließend werden die kleinen, goldgelben Fische in Holzkisten verpackt oder gleich von den Gästen verzehrt. Das Räuchern in der Alten Fischräucherei in der Gudewerdtstraße ist eine immer wieder schöne Prozedur, die die Gäste begeistert. Und Uwe Bengius ist ein exzellenter Verkäufer, der sein Geschäft versteht und die Besucher der Museumsräucherei entsprechend anzupacken weiß – hart, aber herzlich und gerne per „Du“. Dass alle Räucherei-Aktivisten im Fischerhemd durch die Gegend laufen, versteht sich von selbst und erhöht die Authentizität und den Charme der einzigartigen Einrichtung in der Eckernförder Altstadt.

Auch am Tag des offenen Denkmals am Sonntag war dort wieder viel los. Und das ohne große Werbung, denn „der Laden “ läuft auch so. „Wir hatten in dieser Woche 500 Leute zu Besuch“, sagt die Vorsitzende des Fördervereins Alte Fischräucherei, Katharina Mahrt. Und in dieser Woche kommen viele weitere hinzu, denn die Filmemacher des Internationalen Naturfilmfestvials Green Screen werden die Gelegenheit nutzen, um in den urigen Räumen ein wenig Party zu machen.

Am Sonntag war auch Zahltag. Der Altstadtverein, aus dessen Reihen einst der Räucherei-Verein hervorgegangen ist, hat eine großzügige Spende vorbeigebracht. Vorsitzende Helga Ernst, die auch zur emsigen Küchen-Crew des Räucherei-Vereins gehört, hatte einen symbolischen Scheck in Höhe von 2000 Euro dabei. Ein warmer Regen, den die ehrenamtlichen Räucherei-Aufbauhelfer sehr gut für die Weiterentwicklung des Großprojekts brauchen können.

Derzeit wird eine Wohnung zu einem Kontor umgebaut und ein weiterer Ausstellungsraum im Vordergebäude geschaffen. Bauzeit etwa zwei Jahre. Da ist viel ehrenamtliche Arbeit zu leisten, aber es gibt dafür auch Fördergelder. Die Ausstattung der Räumlichkeiten ist darin allerdings nicht enthalten, für die muss der Verein selbst sorgen. Von daher sind Spenden wie die vom Altstadtverein natürlich gern gesehen. Und so werden Kissen, weitere Stühle, aber auch Küchengeräte wie Mikrowelle oder Kühlschrank aus Spendenmitteln angeschafft. Und es gibt weiterreichende Pläne wie den Bau eines Räuchereimodells oder eines Audio-Guides für die Führungen, die inzwischen bundesweit nachgefragt werden. „Wir sind an der Grenze der Ehrenamtlichkeit angelangt“, sagt Vorsitzende Katharina Mahrt. 40 Mitglieder zählt sie zum „harten Kern“, die das Gros der Arbeit an und in dem Gebäudeensemble leisten. Küche, Toiletten, der Innenhof und Garten sowie die Ausstellungs- und Arbeitsräume müssen saniert, vorbereitet, gesäubert und hergerichtet werden. Mittelfristig, so Mahrt, strebt der Verein an, dass die Alte Fischräucherei in die Phalanx der Landesmuseen aufgenommen wird.

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