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Eckernförder Zeitung

19. August 2017 | 02:37 Uhr

Problembeziehung und feines Näschen

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Gut, in den Armen lag man sich auch am 30. Mai nicht, als hochrangige Vertreter der Deutschen Bahn zum Fototermin an den Bahnübergang Domstag gekommen waren und auf Bürgermeister Jörg Sibbel als Vertreter der Stadt trafen. Aber man war freundlich zueinander. Das lag aber vielleicht auch an der Anwesenheit des „Mediators“ Reinhard Meyer, seines Zeichens Minister für Wirtschaft, Arbeit, Verkehr und Technologie in Schleswig-Holstein. Denn er hatte die verhärteten Fronten aufgebrochen und hat den vorgezogenen Sanierungstermin der maroden Schrankenanlage bei der Bahn durch ein kleines finanzielles Entgegenkommen in Form eines Finanzierungsvorschusses durchgesetzt. Sonst wäre vor 2019 trotz aller öffentlicher Kritik nichts passiert. Bahn und Stadt, das funktionierte auch ein paar Tage vorher bei der Einweihung des barrierefreien Bahnhofs Eckernförde. Eloquenter Mittler in dem ansonsten spätestens seit dem Bahnhofs-Schlamassel durchaus angespannten Verhältnis war Staatssekretär Frank Nägele.

Und kaum treffen Bahn und Stadt ohne Polit-Puffer aufeinander, gibt’s wieder Zoff. Der Bürgermeister hatte nach Einwendungen des CDU-Ratsherrn Jörg Hollmann und einiger genervter Autofahrer moniert, dass die Schranken am Domstag übertrieben früh geschlossen werden und dadurch für lange Staus sorgen. Ob man die Schließzeiten nicht nicht im Sinne einer entspannteren Verkehrssituation ein wenig verkürzen könne, fragte der Verwaltungschef die Bahn in einem sicherlich höflichen Schreiben. Zurück kam eine E-Mail in oberlehrerhaftem Ton, die der Bürgermeister in der Ratsversammlung am vergangenen Dienstag verlas. Was folgten, waren eine Berichterstattung (EZ v. 16. Juni) und eine Reaktion des Ratsherrn Hollmann, gefolgt von einer Replik des Bahnsprecher Egbert Meyer-Lovis (siehe heutige Seite 11).

Das kann so eigentlich nicht weitergehen, und man kann auch nicht jedes Mal einen Staatssekretär oder Minister für ein „keep smiling“ nach Eckernförde holen. Das 3. Gleis muss noch angekauft werden, sonst ist der Grüne Weg nur die Hälfte wert, und das Bahnhofsareal soll großflächig überplant und zu einer neuen Attraktion werden – die Stadt braucht also die Bahn, andersherum gilt das aufgrund der höchst unterschiedlichen Größenordnungen – hier die große Bahn AG, dort das kleine Ostseebad – nicht unbedingt.

Aber schon das kleine, berühmte gallische Dorf hat ja den Römern gehörig den Hintern versohlt. Dafür braucht Eckernförde nur den passenden Zaubertrank.

Ein Fall für Behn?

Ein Wort noch in eigener Sache: Wer die fußballerischen Kenntnisse unseres EM-Orakels Miss Marple belächelt hat, weiß spätestens seit Donnerstagabend, welch feines Gespür es nicht nur für Nüsse hat.

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von
erstellt am 17.Jun.2016 | 10:43 Uhr

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