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Eckernförder Zeitung

24. November 2017 | 01:29 Uhr

Problem Kopfsteinpflaster

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

von
erstellt am 10.Mai.2017 | 06:10 Uhr

Bundes- oder europaweiten Aktions- oder Protesttage fehlt zumeist die lokale Relevanz und Akzeptanz. Ganz anders gelagert war das beim jüngsten Europäischen Protesttag zur Gleichstellung von Menschen mit Behinderungen. Die Mitglieder des Eckernförder Beirats für Menschen mit Behinderung zeigten nicht nur Präsenz in der Fußgängerzone, sondern kamen auch mit den Bürgern ins Gespräch. Das Motto des Tages war sehr konkret: „Wir gestalten unsere Stadt“. Das zog. Blindenleitstreifen, Pflasterung der Fußgängerzone oder Behinderungen durch Werbeschilder waren viel diskutierte Themen. „Menschen mit Behinderung möchten teilhaben am Leben, wie alle anderen auch“, sagte Beiratsvorsitzende Anke Braun. Dazu gehöre eben auch, dass Hilfsmittel wie Leitstreifen oder Rampen für Blinde, Rollstuhlfahrer oder Rollator-Nutzer nicht durch parkende Autos, Fahrräder oder Werbeaufsteller zugestellt werden. Hier gelte es, die Verkehrsteilnehmer und Geschäftsleute immer wieder zu sensibilisieren.

Besonders tückisch für Rollifahrer sind die Nicolaistraße, der Rathausmarkt und die Kieler Straße. In der Nicolaistraße seien die glatt gepflasterten Gehstreifen links und rechts der „Buckelpiste“ wegen der Werbeaufsteller oft nur eingeschränkt nutzbar, der Mittelstreifen aufgrund des gewölbt verlegten Kopfsteinplasters gar nicht. Das großformatige Kopfsteinpflaster auf dem Rathaumarkt bereitet vielen Gehbehinderten Probleme, gleiches gelte für die eingelassenen Kopfsteinpflasterstreifen in der Kieler Straße, so der Beirat. „Der Oberkörper wird hin- und hergeschüttelt, und die Füße rutschen ab“, erklärte Werner Huß, der seine Frau im Rollstuhl fährt. Die Überfahrt sei für die Betroffenen mit Schmerzen verbunden.

Ähnliche Schilderungen kamen von gehbehinderten Passanten. Edo Frank aus Borby ist auf den Rollator angewiesen: „An der Strandpromenade ist alles schier, aber hier rubbelt man sich die Seele aus dem Leib“, sagte der 78-Jährige. Mona Hamza ist Diabetikerin und hat Probleme beim Gehen. Auch sie wünscht sich glatt gepflasterte Straßen und Wege. „Mein Mann ist blind“, sagte Hannelore Jokisch aus Mohrkirch. Er profitiere vom Stadtplan in Blindenschrift am Flensburger Bahnhof. Sie schlug vor, einen solchen auch am Eckernförder Bahnhof anzubringen.

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