Fritz-Reuter-Schule Eckernförde : Privatleben, Schule, Freizeit: Die Klasse 4a entdeckt die Kinderrechte

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Die Kinder der Klasse 4  a der Fritz-Reuter-Schule haben an den Projekt „Zeit für Kinderrechte“ des Deutschen Kinderschutzbundes unter der Leitung von Projektleiterin Nina Becker, Klassenlehrerin Dagmar Miegel-Kühl und Mitarbeiterin Bianca Reinecke (v. r.) teilgenommen. Unterstützt wird die Aktion vom Sparkassengiroverband, Merle Obländer (l.) von der Förde Sparkasse informierte sich vor Ort.
Die Kinder der Klasse 4 a der Fritz-Reuter-Schule haben an den Projekt „Zeit für Kinderrechte“ des Deutschen Kinderschutzbundes unter der Leitung von Projektleiterin Nina Becker, Klassenlehrerin Dagmar Miegel-Kühl und Mitarbeiterin Bianca Reinecke (v. r.) teilgenommen. Unterstützt wird die Aktion vom Sparkassengiroverband, Merle Obländer (l.) von der Förde Sparkasse informierte sich vor Ort.

Als einzige Eckernförder Schule hat die Grundschule an dem landesweiten Projekt „Zeit für Kinderrechte“teilgenommen.

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19. Juni 2019, 15:52 Uhr

Eckernförde | „Ist Würde ein Kinderrecht?“ Lani (9) und ihre Freundin Lina (10) brüten über dem Suchrätsel zum Thema Kinderrechte. Zwölf Wörter gilt es zu finden – gar nicht so einfach.

Geschafft! Stolz präsentieren Lani (l.) und Lina Projektleiterin Nina Becker das ausgefüllte Suchrätsel zum Thema Kinderrechte.
Susanne Karkossa-Schwarz
Geschafft! Stolz präsentieren Lani (l.) und Lina Projektleiterin Nina Becker das ausgefüllte Suchrätsel zum Thema Kinderrechte.
 

 Die Wörter Bildung, Mitbestimmung und Gewalt gehören dazu. „Gewalt bedeutet, dass Kinder misshandelt und verprügelt werden“, schreibt Lina auf ihren Zettel.

Ist Würde ein Kinderrecht? Lani (9)
 

 Am Nachbartisch basteln Ida (11) und Lilly (10) Schatzkisten. Die Kisten stehen für den Schutz ihrer Privatsphäre, in die nur mit Erlaubnis eingedrungen werden darf. Auf Idas steht: „Meine Kiste. Niemand außer Frieda.“ Lilly hat „Meine Privatsphäre! Stopp!“ auf ihre Kiste geschrieben. Die Mädchen sind Schülerinnen der Klasse 4 a der Fritz-Reuter-Schule, die auf Initiative der Klassenlehrerin Dagmar Miegel-Kühl an dem Projekt „Zeit für Kinderrechte“ des Kinderschutzbundes Schleswig-Holstein teilnimmt. Landesweit haben bislang zehn Grundschulen den Zuschlag bekommen – die Fritz-Reuter-Schule ist eine von ihnen und die einzige in Eckernförde.

Das sind die Schatzkisten von Lilly und Ida (vorn, v. l.) sowie von Sena (hinten).
Susanne Karkossa-Schwarz
Das sind die Schatzkisten von Lilly und Ida (vorn, v. l.) sowie von Sena (hinten).
 

Das Projekt richtet sich an Schüler der Klassenstufen drei und vier. An zwei Vormittagen kommt das „Zeit für Kinderrechte-Team“ in die Klasse, um sich gemeinsam mit den Schülern auf das Abenteuer rund um die Kinderrechte zu begeben. „Ziel ist es, dass die Schüler ihre Rechte kennen, damit sie sie einfordern können, wo sie missachtet werden“, erklärt Projektleiterin Nina Becker, „das Wissen um die eigenen Rechte stärkt Kinder und fördert ihr demokratisches Bewusstsein.“ 1989 formulierten die Vereinten Nationen die UN-Kinderrechtskonvention, seit 1992 gilt die Kinderrechtskonvention in Deutschland als innerstaatliches Recht.

Ziel ist es, dass die Schüler ihre Rechte kennen, damit sie sie einfordern können, wo sie missachtet werden. Nina Becker
 

In einem Wunschfenster schreiben die Kinder am ersten Projekttag ihre Vorstellungen von Kinderrechten auf. Mitbestimmung ist ein großes Thema in der 4 a, zum Beispiel „Welche Möbel in mein Zimmer kommen“ oder „Kinder haben ein Recht auf Essen und Trinken, Kleidung, Schule und Gesundheit und auf Klo zu gehen“. Mitbestimmung wünschen sich die Schüler zu Hause und in der Schule. So schreibt Lani: „Unter Mitbestimmung verstehe ich, dass man zum Beispiel beim Essen mitbestimmen darf.“

Mitbestimmung ist ein großes Thema

Am zweiten Projekttag warten sechs Stationen auf die Schüler, an denen auf altersgerechte Weise die Thematik vertieft wird, zum Beispiel das Recht auf Bildung. „Was wäre , wenn du nicht lesen, schreiben oder rechnen könntest?“ lautet eine der Fragen. Kaum vorstellbar für die Mädchen und Jungen, weil Schule selbstverständlich zu ihrem Alltag gehört. Zu ihrer Wirklichkeit gehört es auch, dass ein Eltern- oder ein Großelternteil sie im Falle von Krankheit gesund pflegt. Aber ist das bei allen Kindern so?

Ein „Rechte-Tagebuch“ für den Notfall

Zum Projektabschluss bekommt jeder der 16 Viertklässler ein „Rechte-Tagebuch“. „Hier können sie die Namen der für sie wichtigen Personen aufschreiben, die ihnen in einer Notsituation helfen können, Vertrauenslehrer, Beratungsstellen für Kinder und Jugendliche, Polizei“, erklärt Nina Becker.

Auf der Kieler Woche ist der Kinderschutzbund mit dem Kinderrechte-Mobil und Infoständen auf der Krusenkoppel vertreten, um über Kinderrechte zu informieren. Die Eckernförder Schüler wurden mit Klassenlehrerin Dagmar Miegel-Kühl eingeladen, an der Projektvorstellung vor Ort teilzunehmen.  „Zeit für Kinderechte“, weitere Informationen unter www.kinderschutzbund-sh.de

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