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FlÖTEN KLINGEN WIE ENTEN IM SEE : Prinzessin an der Violine

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Das „musiculum MOBIL“ war zu Gast in der Kita Püschenwinkel. Kinder entdecken die Welt der Instrumente.

Ihre Augen wurden immer größer. Lotta (5 Jahre) hatte in der zweiten Reihe Platz genommen, als Reinhard Conen, Musikpädagoge und Leiter des „musiculum MOBIL“ erzählte, dass man für das Geigenspiel eine eingebildete Prinzessin sein muss. Eine eingebildete Prinzessin? Wie geht das und warum? Darauf wusste Conen, der an diesem Morgen in die Kindertagesstätte Püschenwinkel gekommen war, um den älteren Kindern die zauberhaft anmutende Welt der klassischen und folkloristischen Instrumente vorzustellen, sogleich eine passende Antwort. „Ihr müsst eure rechte Hand locker abgeknickt halten, eben wie eine eingebildete Prinzessin“, machte er den jungen Zuhörern vor.

Conen gab jedem Kind in der Runde der Reihe nach den Geigenbogen in die rechte Hand und plötzlich waren alle eingebildeten Prinzessinnen und Prinzen. Lautes Gelächter füllte den Raum – genau das war seine Absicht. Spielerisch soll der erste Zugang zu dem Kosmos der klassischen Musikinstrumente sein, um die Kinder „für ihr Leben stark zu machen“, so Conen, der im Land unterwegs ist, um die kindliche Kreativität und Phantasie zu fördern. Deswegen hatte der Musikpädagoge nicht nur die etablierten Instrumente der klassischen europäischen Musikwelt mitgebracht, sondern Instrumente aus allen Erdteilen. Die westafrikanische Djembé, die orientalische Darbouka oder die indische Klangschale galt es ebenso zu entdecken wie ein Cello oder die Posaune.

Das Ausprobieren der Instrumente steht dabei ebenso im Fokus der durch die Europäische Union geförderten mobilen Lern- und Experimentierwerkstatt für Kinder und Jugendliche wie die Vermittlung von Wissen. Wie heißen die Instrumente, wie entstehen ihre Klänge? Conen erklärte jedes Instrument anhand einer kleinen Geschichte oder lustiger Vergleiche mit der Tierwelt. Da klang eine bestimmte Flöte wie die Enten im See oder ein Rhythmusinstrument wie das Quaken eines Frosches.

Die rund zweistündige Veranstaltung, in der das sinnliche Erleben von Musik einen großen Raum einnimmt, bereitete den Vorschulkindern sichtlich Spaß. Höhepunkt war das Ausprobieren der unterschiedlichen Instrumente. Aus einer Ecke schallten Elefantenfanfaren auf Trompete und Posaune laut durcheinander, aus der anderen hingegen stiegen zarte Klänge auf dem Xylophon oder beinah unhörbare Töne aus der indischen Klangschale empor, in die die Kinder sich hineinstellten, um die Resonanzen körperlich spüren zu können.

Kita-Leiterin Andrea Carstens, die das „musiculum Mobil“ eingeladen hatte, liegt neben der Wahrnehmungsschulung der Kinder auch der sozial-kulturelle Aspekt am Herzen. „Bewusst habe ich alle Kinder meiner Einrichtung im Vorschulalter in diese tolle Gelegenheit einbezogen, um Berührungsängste und Hürden im Umgang mit klassischer Musik gar nicht erst aufkommen zu lassen.“ Carstens sieht es als Pflicht der Kindertagesstätte an, kulturelle Bildung und Teilhabe für eine breite Geselsschaftsschicht zu ermöglichen. Ihre Strategie scheint zu funktionieren: Lotta’s Faszination für die Violine war kaum übersehbar. Innig versunken widmete sie sich, nachdem die Vorstellungsrunde der Instrumente abgeschlossen war, ganz dem neu entdeckten Instrument und wagte sich an die ersten Töne heran.


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