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Eckernförder Zeitung

12. Dezember 2017 | 06:11 Uhr

Prinz Pi - Kompass ohne Norden

vom

shz.de von
erstellt am 14.Mai.2013 | 03:59 Uhr

Eckernförde | Zwei Jahre haben Freunde deutschsprachiger Musik gewartet, nun hat Friedrich Kautz alias Prinz Pi seine neues Album "Kompass ohne Norden" veröffentlicht.

Wer da spricht, ist ein gealterter Prinz Pi, der seine eigenen Fehler reflektiert, den Verfall von Freundschaft und Liebe anprangert und voller Sorge auf die Globalisierung und ihre Folgen blickt.

Wie aus 15 Jahren Musikerfahrung bekannt, spricht und singt sich Kautz in höchster Eloquenz durch die 13 Lieder. Ziellosigkeit. Erwachsenwerden. Sich selbst finden. Fast schon verzweifelt wirkt es, wenn Kautz in "Moderne Zeiten" zu seiner Mutter sagt: "Mama. Diese Welt von heute ist doch designt für ewig junge Leute." Im nächsten Moment sprüht der Berliner vor Zuversicht auf der Suche nach der großen Liebe und singt in "Glück" Zeilen wie: "Wenn nichts anderes übrig bleibt, bleibt das wir." Allzu oft erkennen sich junge Hörer wieder. Und so schaut man das ein oder andere Mal betroffen zu Boden, wenn Kautz messerscharfe Diagnosen einen selbst treffen: "Unsere smarten Handys machten aus Beziehungen, Chats, Text, Messages und Touchscreen-Berührungen."

Einziger Gast ist der langjährige Wegbegleiter Casper. Gemeinsam beweisen sie mit "100x" ihre Ausnahmestellung im deutschen Musikgenre, wenn sich zu Kautz melodischer Stimme das raue Kratzen Benjamin Griffeys gesellt. Zusammen singen auch sie vor allem von Perspektivlosigkeit: "Vorstadtidylle für Eltern, Hölle für Kids."

In welche Richtung er seinen inneren Kompass ausrichten muss, weiß Kautz wohl am Ende seiner musikalischen Reise immer noch nicht. Doch das ist auch gut so. Denn so bleibt zu hoffen, dass der Berliner seine Fans auch weiterhin mit hochwertigen Machwerken versorgen wird.

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