zur Navigation springen

Jungen Musiker : Preisträger zeigen, was sie können

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

21. Preisträgerkonzert „Jugend musiziert“ von Förde Sparkasse und Landesmusikrat Schleswig-Holstein im Kuhhaus des Gutes Altenhof

Seit 1991 ist die Sparkassen-Finanzgruppe Hauptsponsor von „Jugend musiziert“, einem seit 1963 bestehendem bundesweiten Wettbewerb, in dem jährlich um die 20 000 Nachwuchsmusiker teilnehmen. Schon 21 Jahre fördert die Förde-Sparkasse die Besten des bundesweiten Wettbewerbs, unter anderem mit einem großen Abschlusskonzert der Preisträger im Kuhhaus Altenhof. Die Vorsitzende des Landesausschusses Christine Braun präsentierte wieder einmal ungewöhnlich, fleißige, engagierte und mit Preisen ausgezeichnete Nachwuchsmusiker, die alle Wettbewerbe von Regional-, Land bis zum zum Bundeswettbewerb mitgemacht und vordere Plätze belegt hatten. Die Altersgruppe von 14 bis 19 Jahren war dieses Mal am Klavier (vierhändig, Alexander Leuschner und Maximilian Thiessen); mit Klavier in Violoncello (Clara-Sophie Gross und Pauline Johanna Gude); als Saxophon-Quartett (Nele Sabine Viehmann, Maria Pitschik, Chiara Paulsen, Lasse Schrank) mit Pauline Bayer am Klavier; Alexandra Korioluk (Gesang), Theodore Squire (Querflöte) und einer achtköpfigen Cellogruppe mit Pauline Johanna Gude, Malte Jonas, Felix Jedeck, Constantin Schiffner, Aaron Wittke, Maximilian David Ferst, Veronika Graßl und Nora-Lisann Gross aus Lübeck vertreten.

Was in diesen beiden Stunden an Musik, Einsatzwillen, Können und Fleiß gezeigt wurde, lässt sich kaum in Worte fassen. Für Christine Braun waren es „höchstens ein halbes Prozent dessen, was diese Jugendlichen im Voraus an Zeit und Einsatz investiert hatten“. Nicht ohne Nachwirkungen: Kaum zu glauben, dass niemand älter als 19 Jahre war. Herausragend Alexandra Koroliuk, die von ihrer Mutter am Klavier begleitet, laut Programm nur zwei Songs singen sollte, aber vom Publikum mit johlendem, tosenden und trampelndem Beifall zu einer Zugabe „überredet“ wurde. Präsentierten alle anderen Nachwuchskünstler dieses Abends ihr Können nur in einer Sparte, waren es bei Alexandra gleich drei: Singen, Tanzen und Schauspiel. Alles unter dem bislang nicht so sehr mit „hohem Können“ belegten Begriff „Musical“. „Eine spannende Geschichte auf der Bühne präsentieren, die das Publikum mitreißt!“ hatte Christiane Braun die erst 14-Jährige Alexandra für den Bereich „Musical“ vorgestellt. Sie ging voll aus sich heraus. Sang, tanzte, schauspielerte kokett und riss das Publikum in einen schieren Begeisterungstaumel mit ihrem Song „I’m an american woman“. Das wirkte so reif, so sicher, so erfahren, dass man diesem Energiebündel seine junges Alter von 14 Jahren kaum glauben mochte. Auch ihre Texte wie „hat einer seine Frau begraben, muss er eine neue haben“ oder „ich bin eine Frau für einen Mann, der sich was traut!“ gehörten in eine höhere Altersklasse. Ein Naturtalent - zugleich auch der Beweis, dass „Jugend musiziert“ auch in Bereiche außerhalb klassischer Ansprüche weiter entwickelt wird. Einzigartig die Begeisterung des Publikums für sie, wobei auch alle anderen und besonders die Saxophon-Gruppe mit den „Memories an Lissabon, Casablanca und Algier“ und swingend-jazzigem Timbre ebenfalls gezeigt hatte, wie lebendig und mitreißend handgemachte Blasmusik mit Klavier sein kann.

Eher an den Verstand richteten sich die vierhändig zu spielenden Klavierstücke von Franz Schubert und Antonin Dvorak und speziell die C-Dur-Sonate von Benjamin Britten für Klavier und Cello. Diese Stücke machten klar, dass „Musik“ nicht immer auf Anhieb gefällig sein muss und trotzdem - erkennt man das Können und die geistige Auseinandersetzung dahinter - weit mehr als einen Achtungsbeifall - wie für das Duo Gross/Gude mit dem Britten-Duo bewirkt. Das gilt auch für den erste 16-Jährigen Querflötisten Theodore Squire. Auch er sprach mit den beiden Sätzen aus Johann Sebastian Bachs a-Moll-Partita mehr den Intellekt an. Zum Schluss spielten acht Cellisten aus Lübeck. „Besser geht es nicht in dieser Altersgruppe“ kündigte Christiane Braun sie an. Stimmt: Beim Zusammenspiel, sowohl zeitlich als auch harmonisch, aufeinander achten, Blickkontakt halten und sensibel den Bogen über die Saiten streichen, zeigten alle in herausragender Weise ihre Beherrschung der Instrumente. Dass so viel Einsatz nicht nur in Anerkennung in Form von Beifall verdient hatte, zeigte Ulrich Boike vom Vorstand der Förde-Sparkasse. Nicht nur, dass über 650 Kunden eingeladen und gekommen waren und alle Besucher vor dem Konzert und in der Pause vom Geldhaus edel verpflegt worden waren: Mit dem 1500-Euro-Scheck erhielt der Landesmusikrat noch eine Extra-Förderung für „Jugend musiziert“.

zur Startseite
Karte

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen