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Eckernförder Zeitung

14. Dezember 2017 | 00:13 Uhr

Preisfrage und Abgang mit Knalleffekt

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

von
erstellt am 03.Jun.2017 | 06:44 Uhr

Die Stadt bleibt beim Bahnhof am Ball und hat der Bahn erneut ihr Kaufinteresse für das wabenförmige Bahnhofsgebäude signalisiert. Im Unterschied zu den beiden ersten Anläufen stecken diesmal keine gewerbsmäßigen Nutzungsabsichten dahinter, sondern der pure Wille, den Baukörper abzureißen und im Zuge der Gesamtplanung etwas Neues entstehen zu lassen. Das dürfte die zuletzt von der Bahn aufgerufene Preisvorstellung von 900  000 Euro, in den die wirtschaftliche Nachnutzung eingepreist war, spürbar purzeln lassen. Hofft zumindest die Stadt. Auch wenn’s am Ende „nur“ 500  000 Euro werden würden, wäre dies immer noch ein sehr stolzer Preis für ein Gebäude, das danach dem Erdboden gleichgemacht wird, was zudem weitere nicht unerhebliche Abbruchkosten nach sich zieht. Und im neuen Gebäude selbst müssten mindestens 250 Quadratmeter für den Bahnhofsbetrieb vorgehalten werden – die Bahn und der Bahnhof bleiben ja glücklicherweise in Eckernförde.

Ob das am Ende ein gutes Geschäft ist? Das hängt allein davon ab, was die Potenzialfläche Bahnhof hergibt und was Eckernförde daraus macht.

Bei seinem letzten Auftritt vor der Ratsversammlung hat Jörg Hollmann der Runde noch mal kräftig einen eingeschenkt. Der CDU-Politiker nutzte die Gelegenheit zur Generalabrechnung. Die „Zersplitterung“ in sieben Fraktionen und Parteien sei nicht gut für den Rat, es werde viel zu viel um den heißen Brei herumgeredet und kaum noch etwas entschieden. Das wäre früher unter jahrzehntelanger SPD- und zehnjähriger CDU-Regentschaft ganz anders gewesen, da hätte es „klare Mehrheiten“ und zukunftsweisende Entscheidungen gegeben. Außerdem vermisse er politisches Rückgrat und Zuverlässigkeit. Hollmanns Klage ist sicher nicht unberechtigt, wie besonders deutlich das seit fünf Jahren andauernde, beschämende Kino-Fiasko zeigt, das Hin und Her bei der Ortsgestaltungssatzung, der Stadthallensanierung, dem Schiffbruch an der Gaehtjestraße, den Personalrochaden oder das Hickhack um die Bürgerbeteiligung, um nur einige Punkte zu nennen. Diese Ratsversammlung hat sich nicht mit Ruhm bekleckert, ist aber so gewählt worden und damit Volkes Wille.

2018 besteht die Chance zur Korrektur. Das wird spannend: Wer profitiert, wer wird abgesägt?

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