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Gnadenhochzeit : Positiv denken – ein Tipp fürs Leben

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Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Annemarie und Walter Höse aus Loose feiern heute ihre Gnadenhochzeit. Das Paar ist seit 70 Jahren zusammen und freut sich über vier Kinder, sechs Enkel und drei Urenkel.

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erstellt am 15.Apr.2014 | 06:00 Uhr

Loose | „Wir denken einfach immer positiv, und wir haben unsere Kinder“, viel mehr braucht es nicht, um glücklich zu sein und gemeinsam das Fest der Gnaden Hochzeit zu feiern. Annemarie (89) und Walter Höse (92) blicken heute auf 70 Ehejahre zurück. Mit einem Gottesdienst um 10 Uhr in der Kapelle Loose mit Pastor Jörg-Michael Schmidt und einem Empfang ab 11 Uhr in der BBS wollen sie ihren Jubiläumstag im Kreise ihrer Familie, Freunde und Mitbürger feiern.

Dass sie sich 1941 kennen lernten war purer Zufall. Walter Höse, geboren in Zwickau, meldete sich zur Marine und wurde zur Grundausbildung auf die Kaserne Carlshöhe in Eckernförde geschickt. Seinen Dienst leistete er in Hemmelmark bei einer Flugabwehrbatterie. Darüber ist er heute heilfroh, an sich wollte er zur U-Bootwaffe. „So hatten wir am Hemmelmarker Strand immer Urlaub“, sagt Walter Höse heute. Als die Stellung ihren 300. Tag des Bestehens mit einem Ball feierte, wurden viele junge Frauen der Umgebung eingeladen, darunter auch Annemarie und ihre Freundinnen aus Loose. Sie sahen sich, tanzten mit einander und das wars, sagt Walter Höse. Es passte einfach. 1943 verlobten sie sich und am 15. April 1944 heirateten sie in der St. Petri-Kirche Rieseby. Der Krieg war für ihn im Juli 1945 zu Ende. Nach ein paar Tagen im Lager kam er glücklich nach Hause.

Als gelernter Bau- und Maschinenschlosser gab es in den Aufbaujahren genug zu tun. Allerdings waren die Jahre auch hart. Etwas entspannter wurde es ab 1949, als er bei den Milchwerken Wöhrmann als Betriebsschlosser im Looser Milchhof anfing. Dennoch, um über die Runden zu kommen, arbeiteten sie beide an den Wochenenden rund zehn Jahre lang als Kellner in allen umliegenden Gasthöfen.

Inzwischen waren sie schon „Großfamilie“, wie Annemarie Höse feststellt. 1944 wurde Sohn Jens Uwe geboren, er verstarb 2002, 1948 wurde Tochter Ingeborg, 1949 Tochter Margret und 1964 Sohn Jens geboren. Das Kellnern hat sie schon an den Nagel gehängt, als Walter Höse 1965 Werkstattmeister im Looser Milchwerk wurde. 1984 ging er in Rente, aufgehört zu arbeiten hat er aber nicht. Bis zum Jahr 2000 war er noch im Gartenbaubetrieb Meyer in Holzdorf tätig, wo er als Betriebsschlosser seinem Handwerk nachging. Mit anderen Rentner gründete er in Loose einen Rentnerclub, dessen letztes Mitglied er ist.

Annemarie Höse ist gelernte Verkäuferin, deren Vater Johannes Lembke, Tischlermeister seines Zeichens, mit im Haus wohnte. Sie hatte mit Haushalt, vier Kindern und ihren ehrenamtlichen Verpflichtungen alle Hände voll zu tun. „Das gehörte damals dazu“, berichtet sie. Während er 1951 zur Freiwilligen Feuerwehr ging, wurde sie im Roten Kreuz aktiv. Sie gehörte mit zu den Gründungsmitgliedern des Ortsvereins. Als Bezirksdame war sie im Ort unterwegs und Ansprechpartnerin für ihre Mitmenschen und sie machte viel Handarbeiten, das ging ihr locker leicht von der Hand. Im Rommé-Club war sie ebenso wie im „Eck-Lo-Club“ einem Handarbeitsclub, mit Damen aus Loose und Eckernförde. Und auch im Garten war sie es, die den grünen Daumen hatte. Neben all ihren Aufgabe und Mitgliedschaften waren sie begeisterte Reisende. Deutschland weit waren sie unterwegs, liebten den Schwarzwald und den Harz und bewältigten mit ihrem alten Käfer Anfang der 60 Jahre auch den Groß-Glockner-Pass.

Zuhause im Kreis der Kinder fühlten sie sich immer wohl. Ihr Haus war immer offen für alle und war ein beliebter Treff für Freunde und Mitbürger. Heute freuen sie sich, dass ihr Tochter Margret Schröder im Haus nebenan, Tochter Ingeborg Seemann in Waabs und Sohn Jens in Silberstedt wohnen, es sind alles kurze Wegs. Ihr Ziel ist es, die Kronjuwelenhochzeit zu erleben. „Kronjuwelenhochzeit, warum nicht, wir müssen uns ja um nichts kümmern“, sagt Walter Höse.

 

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