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Kriminalität : Polizei mischt Kinderporno-Szene auf

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Sonderermittlungen bringen elfmal mehr Fälle als im Vorjahr ans Licht / Zahl aller registrierten Straftaten im Kreis steigt hingegen nur leicht

Rendsburg | Sowohl in Rendsburg als auch im Kreis Rendsburg-Eckernförde ist die Zahl der erfassten Straftaten im vergangenen Jahr leicht gestiegen. Dennoch, so Stephan Marks, Leiter der Kriminalpolizeistelle in Rendsburg, ist diese Kennziffer in beiden Bereichen „erfreulich niedrig“. Kürzlich stellte er zusammen mit Andreas Tix, dem Rendsburger Polizeirevierleiter, die Kriminalstatistik für 2016 vor.

Lediglich die Schwankung bei den Sexualstraftaten im Kreis Rendsburg-Eckernförde sei alarmierend, berichtete Marks. Hier war ein Plus von 67 (54,5 Prozent) auf nun 190 Taten zu verzeichnen. Sexualstraftaten werden dabei in drei Deliktgruppen aufgeteilt: Vergewaltigung und Nötigung, Missbrauch und Exhibitionismus sowie Verbreitung pornografischer und kinderpornografischer Schriften. „Bei der Verbreitung kinderpornografischer Schriften hatten wir im vergangenen Jahr einen großen Anstieg zu verzeichnen“, erklärte Stephan Marks die Entwicklung. Gab es 2015 fünf derartige Fälle, waren es im vergangenen Jahr 55. Grund dieses Anstiegs sind Ermittlungen, die Anfang bis Mitte 2016 angestellt wurden. „In diesem Zusammenhang haben wir tausende Chatverläufe geprüft und etliche Verfahren angestoßen“, erklärte Marks. Da eine solche Straftat vor allem auf Verbreitung und Tausch des Materials basiert, haben die Ermittlungen meist einen Schneeball-Effekt – und es werden mehrere Täter und viele Taten aufgedeckt. Im Zuge der Untersuchungen wurde im vergangenen Jahr ein Hauptbeschuldigter im Kreisgebiet ausgemacht.

Allgemein ist die Kriminalität im Kreisgebiet um 510 auf 13  705 Taten gestiegen – Rendsburg ausgenommen. Das ist ein Plus von 3,9 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. „Generell ist diese Zahl in den vergangenen Jahren aber stetig nach unten gegangen. Ich sehe hier keine Trendwende“, beruhigte Stephan Marks. Sorgen müssten die Bürger sich nicht machen – zumal die Aufklärungsquote sogar leicht gestiegen ist. Sie liegt bei 52,6 Prozent. Rund jede zweite Tat wird also aufgeklärt.

Unterteilt man die begangenen Straftaten, kommen in Rendsburg-Eckernförde am häufigsten (33,2 Prozent) die relativ harmlosen „sonstigen Delikte“ vor. Darunter fallen beispielsweise Taten, die das Vermögen betreffen. Dem schweren Diebstahl (22,5 Prozent) folgt der einfache Diebstahl (19,8 Prozent). Die sogenannten Rohheitsdelikte, worunter auch Körperverletzung, Nötigung, Raub und Bedrohung fallen, haben einen Anteil von 15 Prozent. Erfreulich sei dabei laut Marks die Entwicklung bei den Raubdelikten: Hier ist für 2016 ein Minus von 16,8 Prozent im Kreis zu verzeichnen.

Noch beeindruckender ist diese Zahl für die Stadt Rendsburg: Dort gab es 20 Raubfälle weniger – statt 51 in 2015 waren es im vergangenen Jahr nur noch 31 Taten. Auch als positiv bezeichnet Stephan Marks die Entwicklung der aufgedeckten Rauschgiftdelikte: Sie sind in Rendsburg um 61,9 Prozent gestiegen. „Das ist ein Beleg dafür, dass die Polizei gut gearbeitet hat, weil diese Delikte klassischerweise nicht angezeigt werden. Wir haben also Taten vom Dunkel- ins Hellfeld überführt, die ohnehin stattgefunden hätten. Ein Anstieg der Rauschgiftdelikte ist deshalb aber nicht zu verzeichnen.“

Einen negativen Sprung hingegen muss in puncto Wohnungseinbrüche in der Kreisstadt registriert werden: 23 Fälle mehr bedeuten einen Anstieg von 41,1 Prozent. „Statistisch war das zu erwarten, weil wir 2015 auf einem extrem niedrigen Niveau waren. Uns ist aber bewusst, welche Folgen Einbrüche auf die Opfer haben. Deshalb wollen wir diese Zahl nicht weiter steigen lassen“, versprach Marks. „Wir befinden uns mit 79 Taten etwa auf demselben Niveau wie 2007 und sind froh, dass es relativ niedrig ist“, ergänzte Andreas Tix.

Der Anteil der ausländischen Tatverdächtigen lag in Rendsburg bei 20,7 Prozent. Das sind 4,3 Prozent mehr als im Jahr 2015. Viele der Taten seien Rohheitsdelikte wie beispielsweise Körperverletzung, Bedrohung oder Beleidigung, die im Zusammenhang mit der Landesunterkunft zu sehen sind, so Tix. Ausgenommen sind Taten, die ohnehin nur von Ausländern begangen werden können, wie etwa Verstöße gegen das Asylgesetz.

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erstellt am 03.Apr.2017 | 06:45 Uhr

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