Explodierter Motor : Polizei ermittelt gegen Trecker-Fahrer

Vier Menschen wurden bei dem Unglück verletzt - der Zustand einer 72-Jährigen ist noch immer kritisch. Foto: ok-press
Vier Menschen wurden bei dem Unglück verletzt - der Zustand einer 72-Jährigen ist noch immer kritisch. Foto: ok-press

Vier Menschen wurden durch Trümmerteile eines explodierten Trecker-Motors verletzt - nun ermittelt die Polizei gegen den Halter.

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07. Juli 2011, 10:30 Uhr

Langenhagen | Nach dem tragischen Unglück beim Trecker-Treffen in Langenhagen (Kreis Ostholstein) ermittelt die Polizei jetzt wegen fahrlässiger Körperverletzung gegen den Fahrer des Treckers. Dem 29 Jahre alten Mann aus Futterkamp (Kreis Plön) waren bei einem Zugkraftwettbewerb Getriebe und Motor seines Gefährts explodiert. Heiße Trümmerteile flogen in die Zuschauermenge, vier Menschen wurden schwer verletzt.
Polizeisprecher Frank Doblinski: "Sachverständige untersuchen momentan den Trecker und klären, ob es strafrechtlich relevante Versäumnisse gab, die zu der Explosion geführt haben." Bei dem 3,5 Tonnen schweren Zwölf-Zylinder-Trecker handelt es sich nach An gaben der Polizei um einen Eigenbau. Sein Motor soll laut Veranstalter mit einer acht Millimeter dicken Schutzabdeckung versehen gewesen sein, von der nach dem Unglück aber nichts mehr übrig war.
Zustand einer 72-Jährigen ist weiter kritisch
Wie geht es den Verletzten? Der Zustand einer Rentnerin (72) aus der Gemeinde Helmstorf (Kreis Plön), der Motorteile in den Bauch schlugen, ist weiter kritisch. Einem 28 Jahre alten Mann aus dem Kreis Ostholstein war der Fuß teilweise abgetrennt worden. Zunächst hieß es, er sei amputiert worden. Der Polizeisprecher: "Nun teilten die Ärzte mit, dass sie den Fuß doch noch retten konnten." Ein Zuschauer (31) aus Grube (Kreis Ostholstein) erlitt eine offene Oberschenkelfraktur, ein Besucher (56) aus Heiligenhafen (Kreis Ostholstein) eine Fleischwunde am Oberschenkel.
Da die 200 Schaulustigen nur zehn Meter von der Wettkampfstrecke entfernt standen, prüft die Polizei auch, ob der Veranstalter seine Sorgfaltspflicht verletzt hat. Dobliniski: "Dazu müssen wir ermitteln, welche Vorschriften es für diese Veranstaltung gibt."
Für die Kontrolle der Vorschriften sind laut Innenministerium die kommunalen Ordnungsämter zuständig. Sprecher Thomas Giebeler: "Sie müssen Gefahren für die öffentliche Sicherheit abwenden. Welche Gesichtspunkte dabei zu prüfen sind, hängt vom konkreten Sachverhalt ab." Doch das Amt in Schönwalde kümmerte sich nur um Parkplätze und Anfahrtswege, weil der Wettkampf auf einem Privatgelände stattfand. Veranstalter war der Motorclub Hansühn. Vorsitzender Andreas Lühr sagt: "Wir sind natürlich versichert, aber verantwortlich für den Trecker ist immer der Halter." Ob er eine Haftpflichtversicherung für seinen Boliden hat, ist unklar.
(ge, shz)

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