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Eckernförder Zeitung

22. Oktober 2017 | 21:30 Uhr

Politik mit Augenmaß und neuer Jungbrunnen

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

von
erstellt am 14.Jul.2017 | 09:52 Uhr

Massenveranstaltungen wie der R.SH-Kindertag und die leidige To-Go-Mentalität haben die Eckernförder Umweltpolitiker in die Bredouille gebracht. Sie wollten aus den Erfahrungen des vermüllten Kindertages lernen und der Umwelt und besonders der Ostsee etwas Gutes tun: die neue Müllverordnung mit dem Verbot von Plastiktüten und Einwegverpackungen war geboren. Nicht ohne zuvor mit den Marktbeschickern gesprochen zu haben, aber offenbar war das Ergebnis nicht so eindeutig wie erhofft. Zunächst schlugen die Fischer Alarm – und erhielten ihre Plastiktüten für den Bordverkauf zurück. Und auch rund um den Kirchplatz und Rathausmarkt wurde das Grummeln der Wochenmarkthändler ständig lauter, so dass die Ratsversammlung in ihrer jüngsten Sitzung die Müllsatzung neu justierte und Ausnahmen zuließ. Oliven gibt’s wieder im Cellophanbeutel, eingeschweißte Würstchen in Vakuumverpackungen und Fleischsalat in Plastikschalen. Wie im Supermarkt, wo sich allerdings viel größere Plastikberge auftürmen als auf dem ohnehin umweltbewussten Wochenmarkt.

Nachdem jetzt (fast) alle zufrieden sind, können weitere Konzepte zur Müllvermeidung ersonnen werden, um die Vermüllung jedenfalls lokal etwas einzudämmen. Das Regulatorium sollte aber vor allem eines sein: sinnvoll, angemessen und pragmatisch. Eckernförde darf und soll gerne Vorreiter sein und das Erbe als ehemalige Bundesumwelthauptstadt pflegen, dabei aber die Kirche im Dorf lassen – der Anteil Eckernfördes an der globalen Umweltverschmutzung dürfte vernachlässigbar sein.

Eckernförde wird wieder zur Kinderstadt. Und das nicht nur in der letzten Woche der Sommerferien in „Ecktown City“. Eine frohe Botschaft angesichts der zuletzt beständig reifer werdenden Bevölkerung. Es ziehen wieder mehr Kinder mit Familien nach Eckernförde. Hört sich gut an. Hoffentlich bleibt es so. Hoffentlich gibt’s genug Arbeitsplätze, Kita-Plätze und Schulen, genug Wohnraum, der dem Markt nicht durch immer mehr Ferienwohnungen entzogen wird, hoffentlich werden die Bus- und Bahnverbindungen in die Nachbarstädte besser und die Hauptverkehrsachsen B 76 und B 203 ausgebaut, dann wird Eckernförde für junge Familien attraktiv bleiben. Aber nur dann.

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