Poker-Meisterschaft: Nicht nur zocken, sondern auch rechnen

Wer hat die besten Karten? (im Uhrzeigersinn): Susanne Bukkales, Stefan Büsing, Tobias Preuß, Jan v. Fircks und  Patrick Degner. Foto: Hebbeln
Wer hat die besten Karten? (im Uhrzeigersinn): Susanne Bukkales, Stefan Büsing, Tobias Preuß, Jan v. Fircks und Patrick Degner. Foto: Hebbeln

Manuela Thiel ist Siegerin des ersten Spieltags des Eckernförder Teams des Poker-Clubs Schleswig- Holsteins. In 13 Runden wird der Halbjahres- Champion ermittelt. Für die Spieler ist klar, dass es dabei mehr um Können als um Glück geht.

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24. Juli 2009, 10:09 Uhr

Eckernförde | Raise, Fold, All-In: Es sind Begriffe, die für passionierte Pokerspieler zum Alltag gehören. Denn Pokern ist für sie kein Kartenspiel, kein Zeitvertreib, sondern ein Sport-und Strategiespiel für das permanent trainiert wird, um auf Turnieren, in Casinos oder online bestehen zu können. Auch wenn es dabei nicht immer um Geld geht.

So wie am Mittwoch im ESV-Vereinsheim "Abseits". Dort startete die zweite Halbjahresmeisterschaft des Teams Eckernförde des Poker-Clubs Schleswig-Holstein mit 28 Teilnehmern. An insgesamt 13 Spieltagen, von denen die besten zwölf gewertet werden, kommen die Pokerspieler zusammen, um den Stadtmeister zu ermitteln. "Wir haben immer noch Wachstum und es werden auch immer mehr Frauen", sagt Tobias Preuß, Gründer des Poker-Clubs Schleswig-Holstein. Bester Beleg dafür: Der Sieg ging am Mittwoch an Manuela Thiel. Die Ergebnisse zählen auch für eine Schleswig-Holstein-Meisterschaft, die über das ganze Jahr stattfindet. Um in dieser Rangliste nach vorne zu kommen, nehmen die Spieler auch an auswärtigen Pokerrunden teil. In diesem Ranking dominieren bisher Rendsburger. Der beste Eckernförder liegt auf dem siebten Platz - Alan Coleman.

Wie jeder guter Pokerspieler legt Preuß Wert darauf, dass es sich nicht um ein Glücksspiel handelt. "Man muss mathematische Grundlagen beherrschen." Ein zentrale Herausforderung sei das stete Einschätzen der Wahrscheinlichkeiten, welche Karten noch im "deck" sind, also noch an die Spieler verteilt werden können. Außerdem sei es wichtig, die Mitspieler lesen zu lernen, erklärt Preuß. "Wenn einer blufft, gibt er häufig Erkennungszeichen, zum Beispiel durch die Mimik." Mit Anfängern zu spielen, sei übrigens schwieriger, da ihre Spielweise unberechenbar sei. Wie wenig kalkulierbar das Spiel dennoch ist, zeigte die Platzierung von Thomas Brinkmann am Mittwoch. Der Sieger der ersten Halbjahresmeisterschaft belegte nur den 23. Platz.
Texas Hold’em
Bei dieser gängigsten Variante des Pokerspiels mit 52 Karten müssen jeweils zwei Spieler unterschiedlich hohe Einsätze (blinds) bringen. Dann erhält jeder von zwei bis elf Mitspielern am Tisch verdeckt zwei Karten. Über mehrere Setzrunden deckt der Kartengeber (Dealer) fünf weitere Karten auf, die allen Spielern gehören. Der Spieler mit dem höchsten Blatt gewinnt

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