„Pluto“ zurück am alten Einsatzort

Wilfried Koch (li.) und Günter Sellmer wurde von „Pluto“ abgeholt.
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Wilfried Koch (li.) und Günter Sellmer wurde von „Pluto“ abgeholt.

Wilfried Koch und Günter Sellmer wurden für 60 Jahre Mitgliedschaft geehrt / Diskussion über neues Gerätehaus

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30. Januar 2018, 12:02 Uhr

Die Überraschung war gelungen. Wilfried Koch und Günter Sellmer – seit 60 Jahren Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehr – wurden anlässlich ihrer Ehrung im Rahmen der diesjährigen Jahresversammlung von zu Hause abgeholt. Das wussten sie vorher. Aber sie staunten nicht schlecht, als vor ihrer Haustür ein altes, großes Feuerwehrfahrzeug stand, ein bekanntes noch dazu: „Pluto“. 1972 – damals war Wilfried Koch Wehrführer in Gettorf - wurde das Fahrzeug in den Dienst der Gettorfer Feuerwehr gestellt. 1999 wurde es an die Partnergemeinde nach Mecklenburg-Vorpommern verkauft. Inzwischen ist „Pluto“ im Ruhestand. So kaufte Marco Koch den Oldtimer kurzerhand für private Zwecke zurück. Alle Beteiligten schwiegen eisern, sodass auch Wilfried Koch keine Ahnung vom Kauf seines Sohnes hatte.

Die Herausforderungen der Freiwilligen Feuerwehr haben sich im Laufe der Jahrzehnte stark verändert. „Wir hatten damals nicht so viele Verkehrsunfälle, zu denen wir ausrücken mussten“, erinnert sich Wilfried Koch. Insgesamt habe es aber mehr Einsätze gegeben.“Es hat öfter gebrannt. Wir hatten es zwei Jahre lang auch mit Brandstiftungen zu tun. Täter waren zwei Mitglieder der Feuerwehr.“ Er habe das vermutet und daher immer genau beobachtet, wer zuerst am Einsatzort war und wie sich die einzelnen verhielten. Zwei Jahre habe es gedauert, bis aus den Vermutungen Gewissheit wurde. „Ich habe sie selbst eingesperrt und der Kripo übergeben“, erinnert sich Wilfried Koch.

Diskutiert wurde das Thema Feuerwehrgerätehaus. Das 30 Jahre alte Gebäude platzt inzwischen aus allen Nähten. Der Platz reicht nicht mehr aus für alle Fahrzeuge. Außerdem fordert die Feuerwehrunfallkasse Veränderungen. Der Fußboden sei zu glatt und die Schwarz-Weiß-Trennung nicht im erforderlichen Maße möglich. Mit Letzterem ist gemeint, dass beim Einsatz kontaminierte Kleidung nicht mit der Privatkleidung in Berührung kommen darf. Die dazu erforderlichen baulichen Voraussetzungen sind im Gettorfer Feuerwehrgerätehaus nicht vorhanden. Diskutiert wird nun ein eventueller Neubau oder die Sanierung und Erweiterung des bestehenden Hauses. Wehrführer Greggersen machte in seinem Bericht darauf aufmerksam, dass die Feuerwehr bereits 1997 einen Antrag bei der Gemeinde gestellt habe. Bürgermeister Jürgen Baasch favorisiert eher eine große Lösung. In einem Neubau sollten dann gleich noch die Einsatzfahrzeuge des Deutschen Roten Kreuzes untergebracht werden und im Idealfall auch noch die Polizei. Zum einen fehlt es jedoch an geeigneten Grundstücken in Gettorf und zum anderen wäre das auch finanziell eine Herkulesaufgabe für die Gemeinde. „Priorität hat zuerst die Ausrüstung gehabt,“ betonte Bürgermeister Jürgen Baasch. Im vorigen Jahr wurden zwei neue Feuerwehreinsatzfahrzeuge gekauft.

In der Freiwilligen Feuerwehr Gettorf tun derzeit 73 aktive Feuerwehrleute ihren Dienst, die im vergangenen Jahr zu insgesamt 62 Einsätzen ausrückten. Bürgermeister Jürgen Baasch verlieh im Auftrag des Innenministers das Brandschutzehrenzeichen am Bande in Silber für 25 Jahre aktiven Dienst in der FFW an Matthias Meyer, Stefan Zimmermann, Marco Koch und Gerd Finke. Für 60-jährige Mitgliedschaft wurden Wilfried Koch und Günter Sellmer geehrt, Rolf Querhammer für 50 Jahre. Seit 30 Jahren Mitglied der Wehr sind Gerd Finke, Matthias Meyer und Stefan Zimmermann, seit 25 Jahren Tobias Zikofsky ; Dennis Petersen und Jan-Christoph Hardt seit 20 Jahren sowie Nikolai Andresen, Anna-Sophie Dier und Falk Möller seit 10 Jahren.



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