Künstler stellen in Güby aus : Plattform für die Hobbykünstler

Christa Preuß aus Kiel verarbeitet Taschen aus echten Segeln, die bis zu neun Jahren auf hoher See waren. Im Golfclub an der Schlei zeigte sie eine Auswahl ihrer Stücke.
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Christa Preuß aus Kiel verarbeitet Taschen aus echten Segeln, die bis zu neun Jahren auf hoher See waren. Im Golfclub an der Schlei zeigte sie eine Auswahl ihrer Stücke.

„Markt der schönen Dinge“ – Kunstschaffende stellen im Golfclub an der Schlei ihre Arbeiten aus

shz.de von
24. Januar 2018, 06:45 Uhr

Der dritte Kunsthandwerkermarkt im Golfclub an der Schlei in Güby war gut besucht. Wirtin Gudrun Raschke lud zum Stöbern auf dem „Markt der schönen Dinge“ ein. Neben den Ständen gab es gemütliche Plätze zum Kaffeetrinken und Plaudern.

Unter den Ausstellern war auch Dieter Beyer aus Rieseby. Er fertigt hauptsächlich Lampen, aber auch Dekoartikel aus alten Hölzern. Darunter ist eine Stehlampe aus einem Ast eines 200 Jahre alten Baumes. „Hier wird Geschichte verarbeitet“. Holz strahlt zudem Wärme aus und lebt, sagte der Kunsthandwerker, der die Arbeit als reines Hobby ausübt. Er ist regelmäßig auf Märkten unterwegs, aber im Golfclub gefällt es ihm gut. Beyer war in den beiden Vorjahren ebenfalls präsent.

Allerlei „Hexenpower“ bot Katharina Kuhl. Aus ihrer Schokoladen- und Plätzchenmanufaktur in Schnarup-Thumby brachte sie süße Leckereien mit. Ihre Manufaktur ist vor 30 Jahren aus dem Plätzchen backen mit ihren Kindern entstanden. Irgendwann fragte ihr Schwiegersohn nach Mandelplätzchen. Es kamen mehr Anfragen. Seit sechs Jahren fertigt sie aus belgischen Schokoladenpellets Engel, Hexen und weitere Motive an. „Das sind die Besten“, verriet Kuhl. Ihre Pralinen sind allesamt Unikate und von Hand mit Lebensmittelfarbe bemalt. Die Kakaobohnen für die Schokolade stammen aus dem Growing Chocolate-Programm für nachhaltigen Anbau.

Durch Zufall fand Sam Urban aus Dannewerk seine große Leidenschaft. Beim Mauern, als er den Beton auf seiner Hose bemerkte, kam ihm die Idee. Heute stellt er in aufwändiger Feinarbeit Blumenkübel her. In mehreren Arbeitsschritten fertigt der gelernte Koch diese nicht nur aus Jeans, sondern auch aus anderen Textilien, mit eingefärbtem Beton. Besonders sind auch die Vogeltränken aus Mammutblättern. Die sind nicht nur ein Hingucker, sondern auch wetterbeständig.

Christa Preuß aus Kiel zeigte den Besuchern des Marktes ein Stück Seegeschichte. Ihre Taschen macht sie aus gebrauchten Segeln. Diese waren bereits neun Jahre auf See und trotzten Wind und Wetter. „Neue Segel sind zu hart, um sie in dieser Art zu verarbeiten“, erklärte Preuß. Damit die Taschen nicht einfach weiß bleiben, erwirbt sie bunte Segeltücher und verarbeitet diese, wie auch richtige Segel geschmückt werden. Neben Segeltaschen fertigt sie auch Beutel aus Spinnakersegeln an.

Die 23-jährige Gübyerin Lisa Greve arbeitet mit einer so genannten Plottermaschine und verziert und beschriftet damit Gewürzgläser und Textilien. Dass auch Mode aus der Stadt Ikast (inmitten von Dänemark) Wohlbefinden schafft, zeigte Wilma Schwarz. Die Kleidung lasse sich angenehm tragen und bei der Verarbeitung der Stoffe werde auf Nachhaltigkeit geachtet, so Wilma Schwarz.

Gezeichnete Porträts und Aquarelle über die nähere Umgebung stammen aus der Hand von Merle Wittchow. Sie gründete die privat finanzierte Kulturinitiative Fleckeby, um unbekannte Künstler aus dem Umkreis zu fördern. Wittchow sucht noch einen Raum, eventuell eine Scheune, um etwas im Ort zu haben, das man regelmäßig nutzen könne. Sie möchte die Kunst aufs Dorf holen. „Es soll eine Bereicherung des Ortes sein“, so Wittchow. Früher habe sie als Hobby gemalt, seit drei Jahren gehe sie die Sache ernsthaft an.

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