zur Navigation springen

JAHRESHAUPTVERSAMMLUNG : Plattdüütsch Gill ehrt erstmals ihre Mitglieder

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Die Gilde möchte verstärkt Jugendliche für die plattdeutsche Sprache gewinnen. 135 Mitglieder waren am Donnerstag zu ehren.

Erstmals ehrte die Plattdüütsch Gill „Johann Hinrich Fehrs Gill – Eckernför“ auf einer Jahresversammlung ihre Mitglieder. Zuvor begrüßte der Baas (Vorsitzender) Heiko Gauert neben den zahlreichen „Liddmaten“ (Mitglieder) und dem Ehrenmitglied Inge Schumacher Marianne Ehlers vom Dachverband, dem Schleswig-Holsteinischen Heimatbund.

In seinem Rückblick wies der Baas auf ein aktives Jahr zurück. Er hob die gute Zusammenhalt der vier Gilden in der Stadt hervor: „Een Teeken dorför weer dat Planten vun de Gill Eek an’n Steendamm.“ Grußworte überbrachten Lorenz Marckwardt (Borbyer Gilde) und Otto Schlotfeld (Eckernförder Beliebung).

Seit Jahren angeregt, nun mit viel Aufwand von Uwe Schumacher ausgearbeitet und positiv von den Anwesenden aufgenommen, standen die erstmaligen Ehrungen langjähriger Mitglieder an: 135 „Liddmaten“ davon 72 Mitglieder über 25 Jahre, 40 Mitglieder über 40 Jahre, 19 über 50 Jahre und vier Liddmaten über 60 Jahre. Diese hohe Zahl der zu Ehrenden ist einfach zu erklären – bei der Plattdüütsch Gill zählen Familienmitglieder vollwertig mit und so haben viele die Zugehörigkeit als Erbe übernommen. Ernst Kruse (82) ist nicht nur mit der Plattdeutschen Sprache groß geworden, er ist durch und durch mit seiner Heimatstadt verwachsen: „Ik bün 1948 vun mien Lehrer Simon in de Gill snackt worr’n. De Tiet de lööpt so gau un nu bün ik siet 60 Johr’n in de Gill“, sagte Ernst Kruse. Die Gilde ehrte Kruse und Robert Strenge mit Blumen für die 60-jährige Treue. Aus Krankheitsgründen erhalten Herta Klink und Wilhelmine Reichenberger einen Hausbesuch, um die Ehrung für 60 Jahre zu überreichen. Applaus und Dank gab es für Christa Wetzel und Uwe Schumacher, die nicht nur seit vielen Jahren Mitglied sind, sondern darüber hinaus aktiv im Vorstand mitarbeiten. Der Baas verlas alle geehrten Liddmaten und bedanke sich bei allen Unterstützern: „Wi wüllt de Plattdüütsch Spraak hegen un plegen un föddern, denn Plattdüütsch is in Eckernför to Huus“.

Die Mitglieder schlugen vor, Lesepaten für Schulen zu stellen und aktiver an Aktionen für Jugendliche zu arbeiten. Wünschenswert sei es, den zweijährigen Wettbewerb „Schölers leest Platt“ besser und bis zum Landesentscheid zu begleiten.

Im Anschluss gab es eine Lesung von Udo Bielenbergs Buch „Vun Fischerslüüd un Sprottenfang“. Es zeigt anhand der Familie Daniel das Leben einer Eckernförder Fischerfamilie auf. Die Plattdüütsch Gill Johann-Hinrich-Fehrs gibt es seit 1912. Die Gilde ist offen für jeden, für Jung und Alt, für hochdeutsch und plattdeutsch Sprechende. Auch 2016 gibt es zahlreiche Veranstaltungen, darunter die 100 Jahr-Feier der Namenschwester der Gilde, die Johann-Hinrich-Fehrs Gilde, in Itzehoe.

>Geehrte Mitglieder:


60 Jahre: Ernst Kruse, Herta Klinck, Robert Strenge, Wilhelmine Reichenberger
50 Jahre: Ursula Kruse, Peter Sagner, Dieter Jahn, Georg Hinrich Kruse, Renate Petrick, Hermann Cochansky, Hans u. Eva Nissen, Elisabeth Mahrt, Uwe Schumacher, Gottlieb Flügge, Edith Reestorf, Holger Rolfs, Uwe Sommer, Krimhilde Freier, Uwe Burscheid, Peter Lehmann, Gerd Jacobsen, Berta Kühl
40 Jahre: Irmgard Östereich, Achim Ketelsen, Frenz Thietje, Hans Harro Johnsen, Edda Hoffmann, Christa Wetzel, Uwe Jens Nissen, Antje von Neuenkirchen, Gerd Meyer, Hilde Schlotfeldt, Uwe Peters, Karna Hausschildt





Karte
zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen