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Eckernförder Zeitung

22. August 2017 | 06:08 Uhr

Plattdeutsch vereint Generationen

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Ein Höhepunkt des Jahres ist für die Liebhaber der plattdeutschen Sprache die seit über 50 Jahren stattfindende „Wiehnachtslesung“ der Plattdüütsch Gill Eckernför. Ein besonders schönes weihnachtliches Ambiente hatten Mitglieder der Gilde im Stadthallen-Saal geschaffen. Mit zahlreichen Gedichten moderierte der Baas der Gilde, Heiko Gauert, die Lesung. Für die musikalische Untermalung sorgte das Akkordeon-Orchester „Feel Harmonie“ unter der Leitung von Imke Schipper und lud die rund 200 Besucher zum Mitsingen ein.

Seit vielen Jahren ist Hilde Schlotfeldt als „Vertellerin“ bekannt und begeisterte die Besucher auch am Sonnabend mit ihren gut ausgewählten Geschichten. „En beten wat to’n Advent“ brachten 36 Grundschüler der 1. bis 4. Klasse aus Karby mit auf die Bühne. Selbstsicher und voller Freude begrüßten sie die Anwesenden mit einem kräftigen „Moin, moin, leeve Lüüd“. Kleine Gedichte, Lieder und Flötenkonzerte hatte Musiklehrerin Frauke Bruhn mit den Schülerinnen und Schülern einstudiert. Die Grundschule Karby ist eine von 29 Modellschulen in Schleswig-Holstein, die Plattdeutsch als Lehrfach anbieten. Anhaltenden Applaus gab es nicht nur für den Rap „Ik schnack Platt“. Klangvoll ertönten Weihnachtslieder und Trieangeln sowie Flöten von der Sopranflöte bis hin zur Altföte. Besucherin Anne Holtorf (62) aus Kappeln meinte. „Dat gifft nix schöneres as Kinnerogen in de Wiehnachstiet“.

Ausdrucksvoll und souverän las Lucas Hübner (10) „Ümmer op de Lütten“. Mit diesem Text hatte es Lucas bis zum Landesentscheid im Wettbewerb „Schölers leest Platt“ gebracht. Schnell hatte Lucas die Besucher mit Sätzen wie „Stüttig kommandeern un meckern de Groten rüm, dat is keen Vergnögen wenn een lütt is“ auf seiner Seite und führte gleich weitere Beispiele an: „Kippel nich mit den Stohl, sett di örnlich hen, smatz nich so“ – die Zuhörer waren hingerissen.

Der bunte Mix aus sinnlichen und spaßhaften Erzählungen, musikalischer Einlage und gemeinsamem Singen kam beim Publikum bestens an. Mit spaßigen Geschichten erfreute Christel Hansen aus Owschlag die Besucher. In gemütlicher Kaffeerunde erfreuten sich die Besucher an den Darbietungen und schnackten nach Herzenslust plattdüütsch. „Nu kann Wiehnachten kamen“ klang es am Ende aus den Reihen der Zuschauer.

>Siehe auch den Bericht auf Plattdeutsch


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erstellt am 12.Dez.2016 | 09:23 Uhr

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