Neues Buch : Plattdeutsch und seine Geschichte

Unterhaltsam und informativ: Das neue Buch von Heiko Gauert.
Unterhaltsam und informativ: Das neue Buch von Heiko Gauert.

Heiko Gauert hat ein neues Büchlein zur Geschichte der plattdeutschen Sprache herausgegeben.

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02. Dezember 2017, 06:03 Uhr

Die plattdeutsche Sprache wird rund um den Globus gesprochen – zumindest in kleinen Teilen, denn Englisch basiert zu einem wesentlichen Teil darauf. Der Plattdeutsche sagt „Klock acht“, der Engländer „eight o’clock“. In seiner Brust schlägt ein „heart“, das vom plattdeutschen „Hart“ herrührt. Und auch die „Door“ war einst die „Döör“.

Das und noch viel mehr erzählt Heiko Gauert in seinem neuen Büchlein „Die Geschichte der plattdeutschen Sprache“. Mit dem Buch reagiert er auf die vielen Anfragen, ob er seinen gleichnamigen Vortrag, den er schon über 400 Mal in ganz Norddeutschland gehalten hat, nicht einmal in schriftliche Form gießen könne. Doch erst der Ruhestand erlaubte es Heiko Gauert, Vorsitzender der Plattdüütsch Gill Eckernför und Mitglied im Plattdeutschen Rat Schleswig-Holstein, das Projekt umzusetzen. Sein Buch sei „einzigartig“, sagt der Plattdeutsch-Experte. Und tatsächlich: Auf 80 kleinen Seiten schildert er das Thema unterhaltsam und verständlich. Bislang gebe es lediglich hoch wissenschaftliche Literatur dazu.

Wer einen Blick in das Buch wirft, erfährt, dass es die Sachsen sind, auf die die plattdeutsche Sprache zurückgeht. Sie lebten einst in Holstein, später im heutigen Niedersachsen und haben überhaupt nichts mit dem sächsischen Dialekt zu tun. Ein Teil von ihnen vereinigte sich mit den Angeln und ging als Angelsachsen auf die britische Inseln, wo sich das Plattdeutsche mit vielen Einflüssen mischte. Ein Grund, weshalb das Plattdeutsche heute nicht mehr wie einst die dominierende Sprache in Mitteleuropa ist, liegt nicht zuletzt an Luther und seinem Gebrauch des „Meißner Kanzleideutsch“.

Bis 2007 nahm die Zahl der Plattdeutsch-Sprecher immer weiter ab, seither steigt sie wieder leicht. „Vielleicht ist es die Globalisierung, die das Heimatgefühl wichtiger werden lässt“, sagt Heiko Gauert. Vielleicht sind es aber auch die vielen Maßnahmen zum Erhalt der Sprache, wie die Einführung von Niederdeutsch-Unterricht an Schulen.

>Das Buch ist für 7,80 Euro im Buchhandel erhältlich.

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