Wettbewerb : Plattdeutsch – in Karby zu Hause

Mariella Mohrenweiser (3.v.r.) gewann die Ausscheidung des landesweiten Wettbewerb „Schöler leest Platt“ an der Grundschule Karby. Dritte wurde Calotta Meiler (v.r.) hinter Merle Maué. Den gemeinsamen 4. Platz belegten Liam Haar (v.l.) Bo Lasse Borchard, Max Egdorf, Kaya Asser und Joshua Meyer.
Mariella Mohrenweiser (3.v.r.) gewann die Ausscheidung des landesweiten Wettbewerb „Schöler leest Platt“ an der Grundschule Karby. Dritte wurde Calotta Meiler (v.r.) hinter Merle Maué. Den gemeinsamen 4. Platz belegten Liam Haar (v.l.) Bo Lasse Borchard, Max Egdorf, Kaya Asser und Joshua Meyer.

Mariella Mohrenweiser gewinnt Schulausscheidung für Schölers leest Platt in Karby.

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22. Januar 2018, 06:31 Uhr

Karby | Es ist nicht ihre Muttersprache und doch kommen ihnen die Worte locker und leicht über die Lippen. Acht Schüler der 3. und 4. Klasse der Grundschule Karby beteiligten sich am diesjährigen landesweiten Plattdeutsch-Vorlesewettbewerb „Schöler leest Platt“, zu dem der Schleswig-Holsteinische Heimatbund einlädt. Unter dem Motto „Platt – ik bün dorbi“ hörte die Jury, besetzt mit Angela Jürgensen, Britta Neumann, Bernhard Clausen (ehemaliger Schulleiter), Heike Nissen (Förde Sparkasse), Plattdeutsch-Fachmann Heiko Gauert und den beiden Mitgliedern der Plattdeutsch-Theatergruppe von Bernhard Clausen, Bernd Petersen und Gunna Nehmdahl, genau hin. Am Ende waren sie sich einig, dass Mariella Mohrenweiser (4. Klasse) die Schule bei der nächst höheren Entscheidung als Schulbeste vertreten soll. Zweite wurde Merle Maué vor Calotta Meiler (alle 4. Klasse).

Auch wenn alle Teilnehmer mit Buchgutscheinen, einer Präsenttüte der Förde Sparkasse, sie unterstützt über den Sparkassen- und Giroverband den Wettbewerb, und einer Urkunde belohnt wurden, so fiel der Applaus für zwei Vorleser besonders laut aus. Bo Lasse Borchard und Max Egtorf (4. Klasse) waren nämlich erst fünf Minuten vor dem Wettbewerb eingesprungen und hatten für zwei erkrankte Mitschüler vorgelesen. „Ein großer Dank an Euch“, lobte Schulleiterin Inka Gorecki ihren Einsatz, aber auch die Leseleistung aller Schüler. „Hier in Karby merkt man sofort, Plattdeutsch wird viel gesprochen, das habe ich schon im Plattdeutsch-Lied am Anfang gehört“, meinte Gauert. Der Fachmann für Plattdeutsch lobte den Einsatz für die plattdeutsche Sprache an der Schule. Karby gehört zu inzwischen 29 Schulen im Land, an denen Plattdeutsch zum Unterrichtsfach gehört. Fachlehrerin ist Frauke Bruhn, die über die Vorleseergebnisse ihre Schüler sehr froh ist. Anders als in den Vorjahren stach in diesem Jahr kein Kind hervor. „Das Niveau war sehr gleichmäßig“, befand Lehrerin Britta Neumann. „Es gab nur kleine Unterschiede“, ergänzte Gunna Nehmdahl.

Die Grundschule beteiligt sich seit über 30 Jahren an dem Wettbewerb. Im Vorjahr konnte mit Lucas Hübner ein Schulgewinner aus Karby sogar am Finale teilnehmen. „Das sind große Fußstapfen“, meinte Jürgensen, um zugleich festzustellen, dass es bis dahin noch einige Hürden zu nehmen gilt. Schulsiegerin Mariella wird nun im Februar/März in Kappeln an der Landschaftsausscheidung starten. Gelingt es ihr auch dort, die Jury zu überzeugen, dann wird sie an der Regionalausscheidung in Schleswig starten. Das Finale steht dann am 20. Juni in Norderstedt an.

Michael Mohrenweiser, Vater von Mariella, war glücklich über den Erfolg seiner Tochter. Von ihm habe sie allerdings nicht das Plattdeutsch gelernt, sagte der Berliner. Seine Frau Ilonka und die Großeltern hätten mit ihr Platt geschnackt. „Mit Oma und Opa habe ich gerne geübt“, sagte das Mädchen. Dass die Schüler alle Platt können, bewiesen sie zum Abschluss mit dem Lied „Dat du min Leevsten büst“.

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