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Rotary op Platt : Plattdeutsch für den guten Zweck

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

„Rotary op Platt“ im Eivind-Berggrav-Zentrum restlos ausverkauft. Größen der plattdeutschen Sprechkunst geben sich die Klinke in die Hand.

shz.de von
erstellt am 22.Mai.2017 | 06:11 Uhr

Altenholz | „Das Konzept ist denkbar einfach“, erklärt Moderator und NDR-Redakteur Andreas Schmidt, „wir haben einen schönen Abend zusammen, und der Erlös kommt am Ende einem guten Zweck zugute.“ Der Rotary Club Eckernförde-Dänischer Wohld hatte am Freitagabend zum achten „Rotary op Platt“ nach Altenholz geladen. Dabei wird Geld für einen gemeinnützigen Zweck gesammelt. Dieses Jahr geht der Erlös an den Hospizverein Dänischer Wohld. Das Geld solle helfen, ein stationäres Hospiz für die Region zu bauen, erklärt Rolf Holm vom Hospizverein im Interview mit Andreas Schmidt.

Wie schon in den Jahren zuvor, war das Eivind-Berggrav-Zentrum bis auf den letzten Platz gefüllt. „Wir haben ausverkauftes Haus. Rund 300 Gäste sind heute Abend hier“, sagte Jochen Schulze, Präsident des Rotary Clubs. Auf der Liste der auftretenden Künstler fanden sich die Größen der plattdeutschen Sprechkunst, die für den guten Zweck allesamt auf eine Gage verzichteten. Neben Jan Graf, der bisher noch keine „Rotary op Platt“-Veranstaltung verpasste, standen am Freitag zudem Ines Barber, Matthias Stührwoldt, Gerd Spiekermann sowie Gerrit Hoss auf der Bühne. Im Repertoire hatten die Platt-Poeten allerdings nicht nur allerhand spaßige Lieder und Texte, dem Hintergrund des Abends angemessen, gab es auch den einen oder anderen emotionalen Moment.

Den Auftakt machte Jan Graf, allerdings nicht wie sonst als Solokünster. Stattdessen hatte der gebürtige Niedersachse musikalische Unterstützung im Gepäck. Bruder Haye Graf, der neben seinem Können an der Gitarre auch Gesangskünste bewies, sowie den „entfernten Verwandten“ Jan Wulf an der Bratsche. Mit Liedern über die Heimat der Matrosen oder „Snuten un Poten“, dem norddeutschen Gericht aus Teilen vom Schwein, sorgten die drei Musiker für gute Stimmung.

Im Anschluss war es Zeit für Matthias Stührwoldt. Der 49-jährige, der neben seiner Autorentätigkeit auch noch in Vollzeit einen 70 Hektar großen Bio-Bauernhof betreibt, unterhielt das Publikum mit Geschichten über die sogenannten Lan-Partys seines Sohnes oder die Wortkargheit der Norddeutschen. Anschließend wurden ernstere Töne angeschlagen. Mit der plattdeutschen Version des Songs „Keep Me in Your Heart“ des amerikanischen Künstlers Warren Zevon, sang Stührwoldt einen Song, dessen Original Zevon selbst nur wenige Monate vor seinem Tod schrieb.

Gitarre und plattdeutscher Stand-Up-Comedy gehörten zum Repertoire von Gerrit Hoss. „Dat wohre Leven, dat spelt sik ja immer an Tresen af“, erklärte der Musiker dem Publikum und gab dabei die eine oder andere Geschichte aus dem Leben eines Kneipenwirts zum Besten.

Nach der Pause folgte der Auftritt von NDR-Redakteurin und Plattdeutsch-Autorin Ines Barber. Das Thema Hospiz war auch der Rendsburgerin nicht unbekannt. So erzählte sie unter anderem von der Demenz ihrer Mutter, sorgte mit Erzählungen von feuchtfröhlichen Segelausflügen und missglückten Handstandversuchen aber auch für jede Menge Lacher.

Bei Gerd Spiekermann ging es dann um gute Benimmregeln. Die Fragen, wie man das Weinglas richtig hält oder geräuschfrei Suppe isst und ob man sich beim Grünkohlbuffet beide Endstücke vom Kassler auf einmal abschneiden darf, versuchte der mittlerweile pensionierte Radioredakteur zu erläutern.

Bevor es um 23 Uhr dann zu Ende ging, holte Moderator Andreas Schmidt alle Akteure des Abends nochmals gemeinsam auf die Bühne. Zusammen mit den Zuschauern stimmten die sieben Plattdeutsch-Künstler Heidi Kabels „An de Eck steit’n Jung mit’n Tüdelband“ an. „Ein jeder aber kann dat nich, denn he mutt ut Altenholz sein“, schallte es zum Abschluss des Abends durch den Saal.

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