Plastikmüll wird zu Kunst

Die Studenten von „Kreative Küste“ (stehend, v.l.): Gulnara Maguzumova, Adina Arth, Kevin Schröder, und Anisja Obermann sowie (vorn, v.l.) Daniela Herrmann und Leslie Matthiesen.
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Die Studenten von „Kreative Küste“ (stehend, v.l.): Gulnara Maguzumova, Adina Arth, Kevin Schröder, und Anisja Obermann sowie (vorn, v.l.) Daniela Herrmann und Leslie Matthiesen.

Ostsee Info-Center zeigt noch bis Sonntag Ausstellung von Studenten und Grundschülern mit Skulpturen aus Plastikmüll

shz.de von
18. Juni 2018, 06:20 Uhr

Eckernförde | Die Verschmutzung der Weltmeere durch Plastikmüll rückt immer mehr in das Bewusstsein der Menschen. Am Sonnabend wurde dazu im Ostsee Info-Center (OIC) eine Sonderausstellung eröffnet, die aus Plastikmüll erstellte Skulpturen zeigt.

Eine Gruppe von Umweltwissenschaftsstudenten der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel hat sich mit diesem Thema im Zuge des Bildungsprojektes „Plastik in den Meeren und dessen Auswirkungen auf Mensch und Umwelt“ beschäftigt. Die sechs Studenten, die sich den Namen „Kreative Küste“ gaben, arbeiten im Rahmen ihres Projektes mit zwei vierten Klassen der Goethe-Grundschule in Kiel zusammen und haben mit ihnen Skulpturen aus Plastikmüll erstellt.

Den Schülern sollen dabei nicht nur die Gefahren durch Plastikmüll im Meer, sondern auch ein Bewusstsein für ihren eigenen Plastik-Verbrauch im Alltag vermittelt werden. ,,Wir haben den Schülern unter anderem erklärt, worin überall Plastik enthalten ist und wie man Plastikmüll im Alltag vermeiden kann“, erzählt Studentin Daniela Herrmann. „Besonders schockiert waren sie, als sie hörten, dass auch in Kuscheltieren Plastikpartikel vorkommen.“

Der für die Skulpturen benötigte Müll wurde von dem Projekt „Fishing for Litter“ vom Naturschutzbund zur Verfügung gestellt. Er stammt von Fischern aus der Ostseeregion, bei denen der Müll als Beifang im Netz landet. Entstanden sind aus dem Plastik fantasievolle und bunte Meereslebewesen wie Pinguin „Bo“ oder Seestern „Sea“. „Aus dem Müll haben wir uns als erstes die fünf Flaschen herausgesucht“, erklärte die zehnjährige Dajana Milatovic. „Daraus entstand nach und nach die Idee eines Seesterns.“

Das Projekt beinhaltet auch den sogenannten „Heldenmonat“, bei dem sich die Schüler zwei Gegenstände aus Plastik aussuchen dürfen, auf die sie einen Monat lang verzichten wollen. Dabei fiel es den meisten am schwersten, auf Süßigkeiten zu verzichten.

„Uns ist es wichtig, dass Menschen sich informieren und das Wissen erhalten, dass jeder Einzelne von uns zu einer besseren Umwelt beitragen kann“, erklärten die Studenten von Kreative Küste. „Wir wollen Bildung und Aufmerksamkeit erregen, darum geht es uns.“ Die Ausstellung läuft noch bis zum 24. Juni im OIC.

>www.kreative-kueste.de






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