Hafenspitze Eckernförde : Planungen spalten die öffentliche Meinung

Der Ratssaal war voll besetzt, die Bürger beteiligten sich engagiert an der Diskussion. Foto: Peters
Der Ratssaal war voll besetzt, die Bürger beteiligten sich engagiert an der Diskussion. Foto: Peters

Eine halbe Stunde dauerte die Präsentation von Architekt Stefan Rimpf - im Anschluss gab es zum einen Applaus, zum anderen "Niemals"-Rufe: Es waren Gegner wie Befürworter der Planungen gekommen.

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23. Juni 2011, 10:36 Uhr

Eckernförde | Besonders die Mitglieder des Altstadtvereins, die mit einem Massemodell Unterschriften gegen den B-Plan gesammelt hatten, meldeten sich zu Wort: "Zu kompakt", fand Hans-Jörg Petersen die Bebauung, und auch Jörg Lüttjohann wollte mehr Luft und Licht. Von "kaltem Modernismus" sprach Edzard Siemens. Ihm fehlte das "Familiäre": "In 20 Jahren werden wir es bereuen, wenn die Hafenspitze so bebaut wird." Er erntete viel Applaus, doch auch die Befürworter meldeten sich zu Wort. So Anja Ketelsen, die gestand, dass auch sie beim Altstadtverein ihre Unterschrift gegen die geplante Bebauung geleistet habe, nun aber ihre Meinung revidieren wolle. Die Pläne bezeichnete sie als "sehr ansprechend", wünschte sich nur ein niedrigeres Boardinghouse.
Rimpf kritisierte die Unterschriften-Aktion des Altstadtvereins. Es sei nachvollziehbar, dass 2600 Menschen unterschreiben, wenn man ein Modell mit Maximalwerten baue. Der B-Plan stecke einen Rahmen vor, in dem sich der Architekt bewegen müsse. Er könne aber auch darunter bleiben. Er führte als Beispiel den Weg hinter den geplanten Stadthäusern an, der 7,50 statt der vorgegebenen sechs Meter Breite messe. "Was wollen wir mehr? Wir wollen ja keine Autobahn bauen."
"Warum legen Sie sich den Zwang eines selbst gemachten Lärmpegels auf?"
Als großer Befürworter der Planungen zeigte sich Gerhard Köster: "Eine das Stadtbild erheblich verbessernde Planung", seien die Vorschläge. Und auch Wilfried Wagner vom Wirtschaftskreis begrüßte die Planungen: "Die Zeit der Butzenscheiben ist schon längst vorbei." Und Monika Busch schwärmte, dass sich alle Hamburger die Finger danach lecken würden, dort zu wohnen.
Nicht verstehen konnten viele Anwesenden die Höhe des Boardinghouses, um aus Schallschutzgründen laute Musik auf Hafenfesten zu ermöglichen: "Wir wollen keinen Klotz für den Lärmschutz", sagte Wolfram Splittgerber. Und Klaus Vaupel fragte: "Warum legen Sie sich den Zwang eines selbst gemachten Lärmpegels auf? Machen Sie halb so laut, dann müssen Sie nur halb so hoch bauen." Bürgermeister Jörg Sibbel betonte die Bedeutung der Hafenfeste für Eckernförde: "Wenn wir den Hafen auch als Festmeile erhalten wollen, brauchen wir ein 17,70 Meter hohes Gebäude." Als ein Bürger in die Runde fragte, ob die Eckernförder diese Bebauung wollen, waren die Reaktionen gemischt: Die einen applaudierten, die anderen warfen Missfallensbekundungen ein.
Bei einem positiven Beschluss der Ratsversammlung rechnet Rimpf mit einer Umsetzung ab Jahreswechsel innerhalb von drei Jahren. Die Pläne sollen demnächst bei der Eckernförder Bank, im Wellenbad und bei der Touristik ausgehängt werden. Auch soll die Animation an verschiedenen Orten in der Stadt gezeigt werden.
(ape, shz)

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