Planstellenschmelze

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05. Juni 2014, 06:14 Uhr

Klassen vollstopfen, Doppelbesetzung streichen, das Wahlpflichtangebot reduzieren. Von einer verantwortungsbewussten Umsetzung des Inklusionsmodells ganz zu schweigen – dafür bräuchte es nicht weniger, sondern mehr Lehrer. Auch das inzwischen eine „Binse“. Die Folge dieser Bildungspolitik – bezeichnenderweise in Zeiten sprudelnster Steuerquellen: Schulen müssen den Rotstift ansetzen und mit organisatorischen Geschick und pädagogischer Verantwortung das Beste aus der Planstellenschmelze machen. Irgendwie. Es zeigt sich wieder einmal: Bildung ist und bleibt ein Sparmodell in Deutschlands Norden. Irgendwann aber gibt’s dafür die Quittung – in Form unzureichend geförderter und geforderter Schüler, die in bundesweiten Einstellungstets fürchten müssen, von ihren Kollegen aus Niedersachsen, Sachsen oder Bayern die lange Nase gezeigt zu bekommen und an den Unis die Aufbaukurse zu verstopfen. Das ist bittere Bildungsrealität. Das Herumgewurschtel muss ein Ende und die berufliche Zukunft der Schüler Priorität haben. Vielleicht hilft es schon, wenn man mehr mit den Schulen kommuniziert und sich bei ihnen sachkundigen Rat holt, wie Bildung effizient organisiert wird. Das Kreativpotential der Mangelverwalter dürfte beachtlich sein.

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