zur Navigation springen

Pionierin der Krankenhausseelsorge und der Estlandhilfe

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

von
erstellt am 29.Jan.2016 | 06:39 Uhr

Im Alter von 84 Jahren ist eine der ersten und auch bemerkenswertesten Pastorinnen des Landes gestorben: Gudrun Schmidt-Endriß aus Eckernförde. In tiefer Verbundenheit mit dem Glauben und den Menschen hat sie in der Krankenhausseelsorge und der Estlandhilfe Pionierarbeit geleistet und Maßstäbe gesetzt.

Gudrun Schmidt-Endriß war eine fröhliche, starke Persönlichkeit, die sich mit einem Höchstmaß an Engagement für ihre Mitmenschen einsetzte. Privat lebte sie sehr bescheiden – für sie eine Selbstverständlichkeit –, ihr lag das Wohl ihrer Mitmenschen am Herzen, vor allem von denen, denen es nicht gut ging und die Zuspruch brauchten. Dafür lebte sie, dafür setzte sie sich ein, ohne Kompromisse. Sie baute 1990 als Krankenhausseelsorgerin die beiden bis heute aktiven Besuchskreise in der Imland-Klinik und im Seniorenhaus auf – es sind noch Mitglieder der ersten Stunde aktiv. Gudrun Schmidt-Endriß war rund um die Uhr für die Patienten und Heimbewohner da. Sie betreute Sterbende und schlief schon mal auf einer Liege im Büro, um sofort da zu sein, wenn ein sterbender Mensch sie brauchte. Ihre Nachfolgerin Christa Loose-Stolten bescheinigt ihr eine herausragende Arbeit. Unvergessen bleibt ihre unermüdliche Arbeit für die Estlandhilfe kurz nach dem Fall des Eisernen Vorhangs und dem Zerfall des Ostblocks. Unter ihrer Regie wurden ab 1991 unzählige Hilfslieferungen und Geldspenden in die Gemeinden des Kirchenpartnerkreises Lääne Harju transportiert. Für diesen Einsatz ernannte sie der Rotary Club Eckernförde im April 2005 als zweite Persönlichkeit außerhalb des Clubs zum Paul-Harris-Fellow. Die Nordelbische Kirche würdigte das große, selbstlose Wirken von Gudrun Schmidt-Endriß 1999 mit ihrer höchsten Auszeichnung, der Bugenhagenmedaille.

Die gebürtige Baden-Württembergerin wurde 1971 ordiniert, kam 1977 nach Borby, übernahm 1980 die Seelsorge im Kreiskrankenhaus und -seniorenheim, 1991 die Pfarrstelle Dienste und Werke und ging am 1. September 1993 in den Ruhestand.

zur Startseite
Karte

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen