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Baum fällt : Pilz macht stolzen Eiche den Garaus

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Sicherheit geht vor: 22 Meter hohe Stil-Eiche musste in Altenholz nach einem Pilzbefall gefällt werden

Vorarbeiter Michael Schott und sein Kollege Maik Schmidt stehen oben in 20 Metern Höhe auf der Arbeitsbühne und sägen Äste aus der Baumkrone der alten Eiche an der Klausdorfer Straße. Der Gefahrenbereich ist mit rot-weißem Absperrband und Leitkegeln weiträumig abgesperrt. Ein Ast nach dem anderen donnert herunter und schlägt unten dumpf auf. Unten steht Kollege Thomas Ochs und passt auf, dass niemand den Gefahrenbereich betritt. Alle tragen Schutzhelm, Gehörschutz, Schutzbrille und Schutzhandschuhe. Als der Haufen aus Ästen und Laub unten zu groß wird, halten Michael Schott und Maik Schmidt inne und kommen herunter. Sie schleppen die Äste zum nebenstehenden Lastwagen. Es rumpelt und knackt, als Laub und Äste in dem Häcksler dahinter verschwinden. Späne fliegen umher. Es riecht nach frischem Holz. Das Stammholz stapeln sie erstmal am Straßenrand.

Den ganzen Tag über verbrachten die Mitarbeiter der Baumpflege-Firma Martens aus Meldorf gestern damit, die alte Eiche am Anfang der Klausdorfer Straße zu fällen. Eine Stil-Eiche, über 22 Meter hoch mit einem Stammumfang von 4,40 Meter und einen Kronendurchmesser von neun bis zehn Meter. „Leider muss der Baum gefällt werden“, sagt dazu Ina Tietje vom Ordnungsamt. Laut Gutachten ist er vom Klapperschwamm befallen. Ein Pilz, der zumeist am Fuße alter Eichen wächst und eine Weißfäule im Holz verursacht, die die Standfestigkeit des Baumes beeinträchtigt. Gleich daneben steht ein Wohnhaus, Straße, Rad- und Fußweg führen dort vorbei. „Sicherheit geht vor“, betont sie. „Deswegen konnte die Gemeinde auch nicht länger warten.“

Um die Eiche während der Schutzzeit von Oktober bis März fällen lassen zu dürfen, hat sich die Gemeinde in Absprache mit der Unteren Naturschutzbehörde eine Genehmigung erteilen lassen. Die Baumpflegefirma Martens war schon ein paar Mal in Altenholz im Einsatz. Routine dürfe dabei nie aufkommen, sagt Baumpfleger und Firmen-Inhaber Sönke Martens. Das wäre gefährlich. „Jeder Baum ist anders. Man weiß nie, was einen erwartet, wie es innen aussieht.“ Bevor sie einen Baum fällen, schauen sie immer, ob noch Tiere drin sind. Nester oder Gelege werden entfernt. „Wir sind Tierfreunde“, sagt er. „Müssen wir sein.“ Dann wird der Baum von oben stückweise abgetragen. Hier und da bleibt ein Passant oder Radfahrer stehen. So wie Horst Piening aus dem Rehwinkel in Altenholz-Klausdorf. „Das muss man sich ja mal angucken mit gebührendem Abstand“, meint er. „So ein Spektakel sieht man nicht jeden Tag. Das sind ja solche Brocken, die da herunter kommen. Auch mit dem Hubsteiger, das ist toll.“ Er hat in der Zeitung gelesen, dass ein Baum gefällt wird, wusste aber nicht genau, welcher. Also hat er sich mit dem Fahrrad auf den Weg gemacht. „Ich bin ja Rentner“, sagt er. „Und zum Wegfahren ist das Wetter heute auch nicht.“ Dass das Profis sind, das hat er sofort gesehen. Er kennt sich aus. „Wenn so ein Baum krank ist und beim nächsten Sturm umzukippen droht, dann muss er weg“, meint er noch. „Da gibt es nichts zu diskutieren.“ Die Straße bleibt aus Sicherheitsgründen den ganzen Tag über gesperrt.

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