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Apfeltag in Eckernförde : Pflücken und genießen am Apfeltag

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Domslandmoor: Jetzt beginnt die Ernte der Früchte, die der Spätfrost an den Bäumen gelassen hat

Eckernförde | „One apple a day keeps the doctor away...“ Diese hier nicht: Auf der großen Streuobstwiese am Domslandmoor wurde unter den vielen kleinen und großen Apfelfreunden, die sich Jahr für Jahr kostenlos von den vielen verschiedenen Sorten bedienen dürfen, auch ein Eckernförder Mediziner mit seinen Kindern gesichtet. Auf der riesigen Wiese mit den rund 140 verschiedenen Apfel- und Birnbäumen ist ab halb 10 schon richtig was los. Als – perfekt abgestimmt auf den Reifegrad der meisten Sorten und einen herrlich sonnigen Morgen – Jürgen Schmidt vom Nabu das Gatter öffnet, stapfen sie los, die Freunde von Kuchen und Mus und Saft. Kleiner Unterschied zu den Vorjahren: Das Tor geht nur apfelkorbweit auf, ein Auto passt nicht durch. Stichwort haushaltsgerechte Mengen ... „Gier ist geil“ gilt hier und heute auf alle Fälle nicht. Ernst Salzmann hat seinen Korb schon voll und muss kurz pausieren. „Welche Sorten? Das weiß meine Frau. Ich bin nur fürs Schleppen zuständig.“

Alleine da und nicht wie sonst mit den Eltern, ist Annette Neumann. Sie trägt einen gefüllten Stoffbeutel über die Wiese und hat beobachtet: „Man kann sich auch sehr gut vom Boden bedienen. Man muss nicht wie verrückt schütteln und den Baum kaputt machen.“ Dann geht’s weiter über die vier bis fünf Hektar große Wiese, zurück zum Auto.

Stefan Bendtfeldt ist im dritten Jahr dabei, er und Tochter Nia sammeln Holsteiner Cox. „Die sind toll für Kuchen und Apfelmus – unsere Kinder essen das sehr gerne.“ Gut ausgerüstet in Gummistiefeln gegen das taufeuchte Gras ist Valentina Ruckhaber. Auch sie ist zum dritten Mal hier, sie liebt den Holsteiner Cox: „Das sind die besten für Bratäpfel“, weiß die gebürtige Kasachin, deren Mann sich gerade noch mit einer anderen Sorte beschäftigt: Vorsichtig, um nichts zu beschädigen, klaubt Roman Zimbelmann mit dem Apfelpflücker optisch etwas ungewöhnlichere Früchte vom Baum. Welche Sorte er am Wickel hat, stellt sich erst später heraus, da dieser Baum kein Sortenschild trägt. „Ich habe nur Schilder an Bäume gehängt, von denen wir mehrer Exemplare haben“, erklärt Jürgen Schmidt. „Vom Rheinischen Bohnapfel gibt es hier nur den einen ...“ Hellgrün sind die Äpfel, groß und oft länglich, auf einer Seite haben sie zartrote, streifige Flecken. Das Fruchtfleisch ist fest, schmeckt saftig und süß-säuerlich – gar kein Vergleich zu den mehligen, häufig schon von innen faulen Importäpfeln, die toll aussehen, aber sonst nicht viel können. Was macht er aus ihnen? Roman Zimbelmann lacht: „Meine Frau macht das. Ich bin nicht so ein Apfelesser.“ Dafür ein umso besserer Pflücker, dessen kleiner Haufen im Gras wächst. Das wiederum verfolgt die kleine Mattea (3,5) mit steigendem Interesse. Jürgen Schmidt, der die 1990 gepflanzten Bäume auf der Streuobstwiese betreut und sie übers Jahr von Anke Mückenheims Schafherde kurz knabbern lässt, gibt zum Schluss einen Appel, nein, einen Appell mit auf den Weg: „Die Leute können eigentlich dankbar dafür sein, dass das Obst nicht verkauft wird, als Saft zum Beispiel. Wir möchten sie deshalb auch in Haushaltsmengen abgeben. Damit möglichst viele Eckernförder etwas davon haben.“

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