Zerstörungswut : Pflegedienst im Visier von Vandalen

Kein Verständnis für die Zerstörungswut: Irmgard Wienbrandt zeigt die Motorhaube eines der zerkratzten Fahrzeuge.
Die Motorhaube eines der zerkratzten Fahrzeuge.

Unbekannte zerkratzen die Autos und zerstechen die Reifen eines Ambulanten Pflegedienstes. Das Motiv ist unbekannt.

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23. März 2018, 06:20 Uhr

Eckernförde | Für Michaela Schauer-Schierholz ist es genug: „Ich betreibe seit 25 Jahren einen Pflegedienst in Eckernförde, aber so etwas habe ich noch nicht erlebt.“ Die Fahrzeuge ihres „D + S ambulanter Pflegedienst“ werden seit Monaten zerkratzt, jetzt sind auch noch Reifen zerstochen worden.

Im Sommer vergangenen Jahres zog Michaela Schauer-Schierholz mit ihrem Ambulanten Pflegedienst in das „Haus am Strand“ am Jungmannufer 9. 100 Patienten werden über den Dienst zu Hause betreut, die Angestellten sind auf die Dienstwagen des Unternehmens angewiesen. Fünf der roten Fahrzeuge standen wegen des geringen Platzes auf dem Gelände bis vor kurzem ab Nachmittag auf dem öffentlichen Parkstreifen am Jungmannufer. Und das gefiel wohl jemandem nicht.

„Im November waren die ersten beiden Autos zerkratzt“, erinnert sich Irmgard Wienbrandt, die als Sekretärin beim Pflegedienst arbeitet. „Die ganze Seite von vorn bis hinten und die Motorhaube.“ Im Dezember dann folgten die nächsten drei Wagen. Auch die Dächer wurden nicht verschont. In diesem Monat wurden an einem Auto zwei Reifen zerstochen. Andere Autos sind nicht betroffen, die Polizei wurde eingeschaltet.

„Was kommt als Nächstes?“, fragt Irmgard Wienbrandt. „Packen die uns Zucker in den Tank?“ Das Fatale: Der Pflegedienst hat auch Bereitschaftsdienst. „Wenn ein Patient zu Hause stürzt und über seinen Notrufknopf Hilfe herbeiruft, fahren die Kollegen mit unseren Dienstwagen hin, können aber nicht, wenn die Reifen zerstochen sind. Dabei kann jede Sekunde zählen.“ Einen Verdacht, wer die Fahrzeuge beschädigt hat, haben Michaela Schauer-Schierholz und ihre Angestellten nicht. Eventuell hat sich jemand daran gestört, dass ihre Fahrzeuge öffentliche Parkplätze besetzten. „Aber darüber hätte man ja reden können“, so Irmgard Wienbrandt. „Man hätte uns doch nur ansprechen müssen.“

Zurzeit stehen die Autos an einem anderen Platz und bald ganz woanders: „Wir ziehen um“, so Michaela Schauer-Schierholz. „Aber nicht wegen des Vandalismus, sondern weil unser Büro hier schon nach kurzer Zeit für den Ambulanten Pflegedienst zu klein geworden ist.“ Die Zerstörungswut des Unbekannten macht es ihr jedoch leicht, den Standort am Jungmannufer zu verlassen. Neue Räumlichkeiten hat sie am Exer gefunden. „Und eine Lösung für die parkenden Autos finden wir dort auch.“

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