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Eckernförder Zeitung

18. August 2017 | 12:53 Uhr

Pfand-Dödel als Zeit-Räuber

vom

Kennen Sie das auch? Man schlendert im Supermarkt in Richtung Getränkeautomat, um die leere Kiste Selter und drei leere Bierflaschen abzugeben, und kurz vor Erreichen des Automats platziert sich urplötzlich ein Pärchen davor - mit zwei Einkaufswagen voller Leergut. Hier entfaltet die Wunderwaffe Gelber Sack ihre volle Leistungsfähigkeit. Bis zum Bersten mit Plastikflaschen jeglicher Größe und Couleur gefüllt, scheinen sie kurz vor der Detonation zu stehen. Jede Flasche wird nun einzeln aus dem sonst so zart betuchten Kunststoff gezerrt. Manche Flasche erkennt der Automat nicht, und sie muss zwei bis viermal in die große Öffnung gesteckt werden. Spätestens jetzt beschleicht einen die Ahnung, dass der Besuch im Supermarkt etwas länger dauern könnte, und man Zeit hat, sich Gedanken über die wirklich wichtigen Dinge im Leben zu machen: Wo bewahren diese Leute die prall gefüllten Säcke bis zur Entleerung eigentlich auf? Im Keller? Auf dem Balkon? In der Abstellkammer? Oder in der Küche gar? Wo auch immer - bei mir wären die gelben Ungetüme mit ihrem klebrigen Inhalt überall im Weg. Leicht lächelnd nimmt man zur Kenntnis, dass das Pärchen während der Flascheneingabe zu streiten beginnt. Die Sozialstudie ist aber erst zuende, wenn man an der Kasse wieder hinter den Pfand-Dödeln in der Schlange landet und erstaunt zur Kenntnis nehmen muss, wie sie sich über den Vormann aufregen, weil er viel zu lange mit abgezähltem Kleingeld bezahlt.

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erstellt am 06.Aug.2013 | 05:59 Uhr

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