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Osdorf-Felm-Lindhöft : Pfadfinder suchen Teamplayer

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Gruppe in der Kirchengemeinde kommt gut an / Vikar verlässt Gemeinde im August

shz.de von
erstellt am 04.Mai.2013 | 07:01 Uhr

Osdorf | Einige wuseln durch die Kirche, andere spielen auf der Empore oder legen die Sitzkissen vor dem Altar bereit: Die Kirchengemeinde Osdorf-Felm-Lindhöft hat eine Pfadfindergruppe. Geleitet wird sie von Vikar Florian Niemöller, der die Gruppe auch ins Leben gerufen hat.

"Die Überlegung war, dass es außer den Konfirmanden und der Jugendband in der Kirchengemeinde keine andere Kinder- oder Jugendgruppe gibt, die sich regelmäßig trifft", erklärt er. Da es zu den Aufgaben während seiner praktischen theologischen Ausbildung gehöre, ein Projekt anzuschieben, sei die Idee entstanden. Auch das Praktikum, das die Konfirmanden regelmäßig in Osdorf absolvieren müssen, habe eine Rolle gespielt. "Wir haben die beiden Aufgaben miteinander verbunden", berichtet der Vikar weiter. Gemeinsam habe man im September die Durchführung geplant. Die Konfirmanden sind dann in die Grundschule am Ort gegangen und haben in den Klassenstufen zwei bis vier Werbung gemacht. Rund 20 Kinder, von sieben bis elf Jahren, fanden die Idee toll, wollten ins Pfadfinderleben "reinschnuppern" und kamen am Mittwochnachmittag in die Vater-Unser-Kirche. Die Konfirmanden haben die Stunden geplant und begleitet. Aber das Projekt und das Praktikum sollten eigentlich nur bis zu den Herbstferien laufen. "Ob die Gruppe weiter bestehen kann, hatte ich offen gelassen, aber dann waren tatsächlich zehn Kinder da, die sich gerne verbindlich anmelden wollten", so Niemöller weiter. Erfreulicherweise habe sich auch ein Konfirmand bereit erklärt, die Gruppe weiter zu begleiten. "Ich hab gern etwas um die Ohren", sagt Thorge Meincke (13) und packt mit an.

Nun treffen sich neun Jungs und ein Mädchen weiterhin und lernen spielerisch die ersten Pfadfindergesetze. "Es geht um Ritualisierung, auf Dinge, die wiederkehren und verlässlich sind", sagt Niemöller. Nach einem Anfangskreis in der Kirche, bei dem Pfadfinder-, aber auch christliche Lieder gesungen werden, wird gespielt. Und zwar miteinander: Das sei für einige Kinder schon etwas Besonderes. Hier geht es weniger um Mannschaftsspiele, bei denen sie gegeneinander antreten und sich messen müssen - eher Gruppenspiele wie Verstecken mit Abklatsch. "Da müssen sie andere befreien: Ich denke also nicht nur an mich, sondern bin auch für den anderen da", erklärt er.

So gehen die 90 Minuten schnell rum. Einen Tag am Lagerfeuer gab es schon und Spiele im kleinen Waldstück hinter dem Friedhof, für größere Ausflüge mit den Nachwuchspfadfindern hat es noch nicht gereicht. Die Stimmung unter den Kindern ist ausgelassen. "Das macht viel Spaß", berichtet Kevin. "Ich bin dabei, weil viele meiner Freunde hier sind und weil ich gern mit ihnen zusammen singe und spiele", sagt Lars (9). Ein bisschen in Sorge sind sie, da Vikar Niemöller die Kirchengemeinde im August verlässt. "Wir suchen dringend jemanden, der hier einsteigen könnte", sagt er. Selbst ohne Pfadfindererfahrung könne man die Gruppe gut leiten und sich schnell in den Pfadfindergedanken hinein finden. "Ich habe selbst erst mit 20 Jahren angefangen", erklärt Niemöller (32). Ein Teamplayer sollte man aber schon sein, empfiehlt er lachend.

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