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Heringangeln in Eckernförde : Petri Heil an der Mole – Die Heringsschwärme sind da

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Für Hobbyangler ist die Zeit des Heringangelns angebrochen. Petrijünger kommen sogar aus Hamburg zur Eckernförder Außenmole.

Eckernförde | Bevor Heringe in allerlei Zubereitungsarten als gesunder und köstlicher Schmaus auf dem Teller landen, müssen sie natürlich erst einmal gefangen werden. Die letzten Tage – und besonders die Sonnenstrahlen am Freitagnachmittag – lockten daher viele Angelfreunde auf die Außenmole an der Hafenspitze, um dort ihr Anglerglück zu versuchen. Einige, darunter Johannes Göttsche und sein Vater Manfred, kamen sogar aus Hamburg und Süderbrarup hierher und zeigten sich nach ungefähr anderthalb Stunden Angelauswerfen und zehn gefangenen Heringen bereits recht zufrieden. „Eigentlich beginnt die Saison für die Heringe erst etwas später im April“, meinte Manfred Göttsche und ergänzte, „hier in der Eckernförder Bucht fühlen sich die Schwarmfische anscheinend geschützter.“

Der deutsche Begriff des Matjes stammt übrigens vom niederländischen „Maatjesharing“ und ist eine Abwandlung des „Maagdenharing“, was so viel wie Mädchenhering oder Jungfrauenhering bedeutet. Das ist der Hinweis darauf, dass die Heringe noch nicht gelaicht haben, also noch jungfräulich sind. Außerdem müssen sie einen hohen Fettgehalt von mindestens zehn Prozent aufweisen, um diese Bezeichnung tragen zu dürfen. Der in der Ostsee vorkommende Atlantische Hering zählt bereits seit Jahrhunderten zu den beliebtesten Speisefischen. Er kann bis zu 45 Zentimeter lang werden, meistens allerdings bleiben die Fische kleiner. Heringe ernähren sich von Planktontierchen und Kleinkrebsen und leben in großen Schwärmen oft in Küstennähe. Gerade im Frühjahr, in der Zeit der Laichwanderungen der Heringe, wird der etwa 20 bis 25 cm lange Fisch entlang der Ostseeküste intensiv beangelt. Sogar Städte wurden deshalb in der Nähe von Laich- und Durchzugsgebieten der Heringe gegründet. Bis ins das 20. Jahrhundert hinein kam der Atlantische Hering so häufig vor, dass er als eine Art „Arme-Leute-Essen“ galt.

Heute sind bekanntermaßen die Heringsbestände durch die Überfischung und teilweise auch durch ökologische Probleme in der Ostsee deutlich zurückgegangen. Daher wurde in der Europäischen Union beschlossen, alle Fischbestände bis zum Jahr 2020 auf einem langfristig verträglichen Niveau so zu bewirtschaften, dass eine Erholung der Heringsschwärme gewährleistet ist.

Diese Gedanken machten sich die dicht an dicht stehenden Angler auf der sonnigen Mole am Hafen-Leuchtturm allerdings nicht. Sie hatten alle Hände voll zu tun, ihre Angeln auszuwerfen und sich auf die beiden großen Heringsschwärme zu konzentrieren, die silbrig glänzend durch das Wasser unter dem Steg trieben. Lasse Lehmkuhl war besonders eifrig bei der Sache. Der elfjährige Schüler aus Eutin hatte vor Kurzem seinen „Angelschein“ gemacht und wartet nun auf seinen zwölften Geburtstag, an dem er den offiziellen Fischereischein überreicht bekommt. „Ich angele schon seit etwa acht Jahren“, berichtet er stolz, „oft fange ich mit meinem Vater einen Barsch oder auch mal einen Hecht in unserem Angelrevier am Plöner See.“ Lasse erklärt ausführlich, wie der geangelte Hering rasch und möglichst schmerzfrei getötet wird: „Der Fisch bekommt mit einem Holz einen kurzen, kräftigen Schlag auf den Kopf und wird dann durch einen Herzschnitt getötet.“ Auch das gehört eben dazu, wenn man einen Hering in der Pfanne braten und anschließend verspeisen möchte.

Die Zubereitungsvarianten sind dabei je nach Angler unterschiedlich. So bevorzugen die Familien Block und Jürgensen aus der Nähe von Kropp die in Essig, Zwiebeln, Lorbeerblätter und Gewürze eingelegten, sogenannten „grünen“ Heringe. Dieses Rezept wurde in der Familie von Generation zu Generation übertragen. Es gibt die Heringe aber auch geräuchert als „Bückling“ oder mariniert als „Bismarckhering“, beispielsweise im Fischbrötchen. Das stand übrigens bei den meisten Anglern auf dem Weg nach Hause noch auf dem Speiseplan.







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erstellt am 04.Apr.2016 | 06:04 Uhr

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