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STÜHLERÜCKEN BEI DER SPD : Petra Neumann führt die SPD

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Nach 26 Jahren übernimmt erstmals wieder eine Frau den Vorsitz des Ortsvereins. Einer ihrer Stellvertreter ist der 17-jährige Schüler Torben Michler.

Eckernförde | Der SPD-Ortsverein hat einen neuen Vorstand. Seit 26 Jahren steht mit Petra Neumann (54) erstmals wieder eine Frau an der Spitze der Eckernförder Sozialdemokraten. Vorgängerin Sünje Müller-Lorenzen hatte das Amt des ersten Vorsitzenden von 1989 bis 1991 inne. Nicht nur der Chef-Posten musste am Freitagabend in der SPD-Jahreshauptversammlung im TuS-Heim neu besetzt werden – beim Ortsverein gab es ein großes Stühlerücken, da einige Funktionsträger nicht erneut kandidierten. Neumanns direkter Vorgänger Jonas Kramer gab das Amt aus privaten Gründen ab. Er zieht in eine Umlandgemeinde, gibt im April seinen Sitz als bürgerliches Mitglied in der Fraktion ab, wird aber dem Ortsverein Eckernförde als Mitglied erhalten bleiben. Kramer (33) ist seit 14 Jahren Mitglied im SPD-Ortsverein.

Die neue Vorsitzende führt den 185 Mitglieder umfassenden Verein in ein wichtiges Jahr – im Mai stehen die Landtagswahl und im September die Bundestagswahl an. Für sie selbst votierten in geheimer Wahl 27 von 28 Mitgliedern mit Ja, ein Genosse stimmte mit Nein. Kurz vor der letzten Kommunalwahl 2013 trat Petra Neumann, die beruflich in der Erwachsenenbildung tätig ist, in die SPD ein. Mit Hinblick auf die aktuelle politische Lage in einigen Ländern gab Neumann sich kämpferisch: „Ich will Politik machen ohne Angst um Leib und Leben, sogar als Frau.“ Sie stammt aus einem Arbeiterhaushalt, in dem das Studium eines Mädchens nicht unbedingt voraussehbar war. Als Vorsitzende legt Neumann den Fokus ihrer Arbeit auf die Vertiefung des Gesprächs mit den Bürgern Eckernfördes: „Gerade vor dem Hintergrund der jüngsten Ereignisse in Eckernförde möchte ich mehr zuhören, mehr klären, um Antworten geben zu können.“ Die 54-Jährige will sich für ursprüngliche sozialdemokratische Errungenschaften, wie gleiches Gehalt für gleiche Arbeit unabhängig vom Geschlecht und soziale Gerechtigkeit einsetzen, die „konkret, die spürbar sein muss.“

Die stellvertretenden Vorsitzenden Heiner Petersen und Andreas Kaiser traten nicht erneut an, so dass beide Ämter neu besetzt werden mussten. Mit seinen 17 Jahren ist Torben Michler der jüngste Stellvertreter in der Vereinsgeschichte. Der Schüler der Peter-Ustinov-Schule ist im Sommer vergangenen Jahres in die SPD eingetreten. „Ich möchte mich noch mehr im Ortsverein engagieren“, begründete Michler seine Kandidatur für das Amt des Stellvertreters. Bei einer Enthaltung wurde er mit 29-Ja-Stimmen gewählt. Mit Jürgen Neumann (62) wählten die Genossen ein erfahrenes Mitglied als stellvertretenden Vorsitzenden in den Vorstand. Seit 2008 ist Torben Küßner Mitglieder der SPD. Der 26-Jährige , der von Uwe Fischer das Amt übernimmt, wird als Kassierer für die Finanzen des Vereins verantwortlich sein. Jens-Otto Vollbehr (68) hat für zwei weitere Jahre den Posten des Schriftführers inne. Neue Beisitzer wurden Carsten Rix (46) und Jens Loewer (71), bestätigt als Beisitzer wurde in Abwesenheit Peter Skowron.

An der Jahresversammlung nahmen 30 von 185 stimmberechtigten Mitgliedern teil. Unter ihnen waren auch die EuropaabgeordneteUlrike Rodust, Sönke Rix (MdB), Serpil Midyatli (MdL), Martin Klimach-Dreger (Fraktionvorsitzender) und Ratsherr Jörg Meyer. Letzterer informierte aus der Fraktionsarbeit. Bezugnehmend auf den Bürgerentscheid in Sachen Gaehtjestraße verwahrte Meyer sich gegen den von vielen Bürgern im Vorfeld des Bürgerentscheids geäußerten Vorwurf der mangelnden Informationspolitik der etablierten Parteien. „Seit zehn Jahren veranstaltet die SPD einen Klönschnack im Bürgerbüro. Dort kann sich jeder informieren lassen.“ Die Aufwertung von Borby und die Schaffung von bezahlbarem Wohnraum für junge Menschen seien zwei Themen, für die die SPD sich in nächster Zeit engagieren wolle. Martin Klimach-Dreger ging kurz auf die Kino-Standortfrage ein und betonte, die SPD habe den Sky-Markt in der Gartenstraße schon immer als städtbaulich sinnvolle Variante eingestuft. Man sei jetzt „guter Hoffnung“, dass Rewe ein ernsthaftes Interesse an dem Projekt neuer Markt plus Kino habe.

In Bezug auf die bevorstehende Landtagswahl gaben sich die Genossen kämpferisch. „Wir haben ein sehr gutes Landtagswahlprogramm “, sagte Serpil Midyatli, SPD-Kandidatin im Wahlkreis Eckernförde. Von dem Schulz-Zug, der gerade durch Schleswig-Holstein gefahren sei, erhoffe sich auch die Landes-SPD einen starken Anschub. Unterstützung erhielt sie von Sönke Rix: „Ich habe vor, dass Serpil diesen Wahlkreis direkt gewinnt “, so der Bundespolitiker und spielte damit auf die direkte Konkurrenz des CDU-Spitzenkandidaten Daniel Günther an. Mit Martin Schulz hat die SPD „endlich wieder eine Person, die unsere Grundsätze und Programmatik glaubwürdig vertritt“, machte Rix deutlich. Das bedeute auch viel Rückenwind für die Landtagswahl.

Zum Abschied bekam der scheidende Vorsitzende Jonas Kramer neben Dankesbezeugungen viele gute Wünsche mit auf den Weg.

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erstellt am 20.Feb.2017 | 05:29 Uhr

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