zur Navigation springen

Neuer Kripo-Chef : Petersen geht, Röckendorf übernimmt

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Rolf Petersen geht Ende Januar in den Ruhestand. Sein Stellvertreter übernimmt den Posten.

shz.de von
erstellt am 28.Dez.2015 | 18:16 Uhr

Eckernförde | Seine Zeit in Eckernförde war überschaubar, doch genau in sie fiel die Umorganisation der Polizeidienststelle: Kripo-Chef Rolf Petersen (60) geht Ende Januar in den Ruhestand. Sein Nachfolger wird sein Stellvertreter Frank Röckendorf.

Im April 2011 übernahm Rolf Petersen die Nachfolge des langjährigen und mittlerweile verstorbenen Kripo-Chefs Jürgen Brencher. Petersen war bis zu diesem Zeitpunkt Stellvertreter des Kripo-Leiters in Rendsburg und Leiter des Sachgebiets 1, in das unter anderem die Ermittlungen zu Todes- und Vermisstenfällen, Rauschgiftvergehen und Sexualdelikten gehören. Bis dahin ermittelte Rolf Petersen noch selbst, in Eckernförde ereilte ihn dann die Erfahrung des leitenden Beamten: Organisation, Planung und Umstrukturierung waren jetzt seine Aufgaben. Sie fanden ihren Höhepunkt im Umzug der Kriminalpolizei von der Gerichtstraße in die ehemalige Außenstelle des Finanzamtes in der Schleswiger Straße. „Es war sehr eng in der Gerichtstraße“, sagt Petersen. „Es ließ sich nicht mehr verantworten, dort zu bleiben.“

Dennoch fehlt auch ihm der tägliche Austausch mit den Kollegen der Schutzpolizei, mit denen sich die Kripo-Beamten das Gebäude teilten. „Wir versuchen das durch regelmäßige Besprechungen zu kompensieren“, sagt Petersen. Wenn allerdings der Wunsch aller in Eckernförde ansässigen Polizisten erfüllt wird, dann kommen die beiden Dienststellen wieder zusammen, und zwar im Gebäude des Finanzamtes in der Bergstraße. „nach Möglichkeit zwischen 2018 und 2020“.

Eckernförde wird bis dahin kaum von kriminellen Banden überrannt. „Eckernförde ist sicher“, sagte der Kriminalhauptkommissar schon vor dem städtischen Hauptausschuss im Oktober. „Die Lage abseits der Autobahnen, ein hohes Mietniveau, viele Urlauber und die Eckernförde-eigenen städtischen Strukturen verhindern das übliche kriminelle Klientel.“

Einen großen Teil der Kriminalarbeit machen in Eckernförde Diebstähle und auch Betrugsfälle im Internet aus. Die Einbrecher, die auch in Strande ihr Unwesen trieben, hätten Eckernförde „einigermaßen in Ruhe gelassen“, die Bettler in der Kieler Straße seien harmlos.

Das kennt der scheidende Kripo-Chef ganz anders aus Rendsburg und erinnert sich: Eine entführte Bäckerin in Elsdorf-Westermühlen fällt ihm ein, eine Langzeitvermisste, eine erschossene ältere Dame und der sogenannte Rosenmord in Rendsburg – sie alle konnten aufgeklärt werden, zum Teil mit Rolf Petersens Hilfe, der die Zahl seiner aufgeklärten Morde auf acht bis neun schätzt – eine gute Bilanz.

Angefangen hatte er nach seiner Lehre zum Elektronik-Maschinenbauer im Jahr 1976 als Kriminalhauptwachtmeister-Anwärter im mittleren Dienst, wechselte in den gehobenen Dienst, arbeitete vier Jahre beim Landeskriminalamt in Kiel und war lange Zeit in der Spurensicherung tätig. Die meiste Zeit arbeitete der gebürtige Grödersbyer in Rendsburg – bis er 2011 nach Eckernförde kam.

Langweilig wird ihm im Ruhestand nicht. Der passionierte Kajakfahrer ist Vorsitzender des Wassersportvereins Büdelsdorf, wandert gern, macht Fahrradtouren. Manchmal liest der Ehemann, Vater und Großvater auch Krimis von Rita Falk.

Seinen Nachfolger Frank Röckendorf (53) kennt er schon aus Rendsburg, wo beide zusammengearbeitet haben. Röckendorf ging schon 2002 nach Eckernförde, wo er stellvertretender Kripo-Leiter wurde.

Karte
zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen