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Gettorfer Woche der Senioren : Perspektiven für den Dänischen Wohld

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Seniorenbeirat informiert über Kommunikationsmöglichkeiten im ländlichen Raum. Doch Gettorfer Bürger zeigen nur wenig Interesse.

Unabhängig von Zeit und Raum über die digitale Meldeauskunft nach verzogenen Personen suchen, sich einen Fischereischein ausstellen lassen, ein Gewerbe anzeigen, das Kfz außer Betrieb setzen, sich an zentraler Stelle für Kitas anmelden, sich an der Bauleitplanung beteiligen oder eigene Ideen über Projekte für die Region auf einer von der Verwaltung angebotenen Plattform im Netz diskutieren – die Landesverwaltung Schleswig-Holstein bietet einiges davon schon an oder testet es gerade.

Das Amt Dänischer Wohld ist noch nicht so weit. Dennoch liegt die Zukunft von Verwaltungen darin, ergänzend zum klassischen einen digitalen Weg anzubieten. Das wurde am Dienstagabend bei der Veranstaltung zum Thema „Information und Kommunikation im ländlichen Raum: Perspektiven für Gettorf und den Dänischen Wohld“ deutlich, zu dem der Seniorenbeirat anlässlich der Seniorenwoche ins Hotel Stadt Hamburg eingeladen hatte. Den Impulsvortrag dazu hielt Oliver Voigt, Mitarbeiter des zentralen IT-Managements der Landesverwaltung. Außer den Funktionsträgern fanden sich jedoch nur etwa zehn Gäste ein. Der Seniorenbeiratsvorsitzende Roland Lauterbach bedauerte das geringe Interesse sehr, ging es doch um sinnvolle Möglichkeiten auch für Senioren. Oliver Voigt sieht es als wichtige Aufgabe, den Online-Zugang zur Verwaltung weiter zu entwickeln. „Das ist für Sie als Bürger von Vorteil und für uns auch, weil wir schneller agieren können“, sagte er.

Nur 25 bis 26 Prozent der Bevölkerung nutzten das Internet nicht, um Behörden zu kontaktieren. Gründe seien Altersschüchternheit, Bildungsstand oder Herkunft. Der telefonische Bürgerservice 115, über den Verwaltungsmitarbeiter Basisinformationen geben, sei ein erster Schritt, um Wege und Zeit zu sparen. Die digitale Meldeauskunft bietet das Land über den Schleswig-Holstein Service bereits an, Fischereischeine können ausgestellt, Gewerbe angezeigt werden. Der digitale Personalausweis zur Identifikation im Netz ist jedoch erst zu etwa 40 bis 45 Prozent verbreitet. Adhocracy, eine Plattform der Verwaltung, um im Netz Ideen und Projekte diskutieren zu lassen, ist bisher noch eine Idee. „Was uns nicht passieren darf, ist Meinungsbildung, Abfrage und Beschlussfassung lediglich über digitale Werkzeuge vorzunehmen“, warnte Oliver Voigt. Dann würde man Menschen ohne Zugang ausschließen. „Wir können den digitalen Weg nur ergänzend, nicht als Alternative anbieten.“

Amtsdirektor Matthias Meins erklärte seine Verwaltung dem Thema durchaus zugewandt. Dafür müssten Amtsausschussbeschlüsse gefasst und die Infrastruktur geschaffen werden. Bürgerbeteiligung über das Internet sieht er kritisch, wenn gesetzliche Beteiligungsverfahren dadurch an Wert verlieren, sich demokratisch gewählte Gremien nicht mehr beraten und verantworten. „Das ist eine Debatte, die geführt werden muss.“ Insgesamt gebe es aber immer noch viele, die die persönliche Ansprache wollen. „Da haben wir den Vorteil der räumlichen Nähe.“ Die Wirtschaft müsse da einen eigenen Weg finden, merkte der HGV-Vorsitzende Thomas Grötsch an. Die Unternehmen müssten die sogenannten hybriden Kunden erreichen, die im Netz suchen und nach einem persönlichen Gespräch vor Ort kaufen. „Nur virtuell, das funktioniert im ländlichen Raum nicht.“

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erstellt am 27.Aug.2015 | 06:00 Uhr

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