Per Ruder-Rikscha durch den Hafen

So stellt sich Christian Durow (rechts) seine Ruderbootfähre im Eckernförder Hafen vor.
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So stellt sich Christian Durow (rechts) seine Ruderbootfähre im Eckernförder Hafen vor.

Christian Durow möchte eine Ruderbootfähre einrichten und Gäste zwischen Steindamm, Borbyer Steinmole und Hafenspitze transportieren.

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27. September 2017, 05:32 Uhr

Eckernförde | Die Taxiunternehmen bekommen Konkurrenz: Vielleicht schon im kommenden Jahr wird Eckernfördes erste Ruderbootfähre ihren Betrieb aufnehmen. Christian Durow aus Rieseby möchte eine regelmäßige Verbindung zwischen Steindamm und Borbyer Promenade (Café Seeblick) etablieren und nach Möglichkeit auch den Jaich-Hafen einbinden. Fahren sollen aber nicht Motorfähren, sondern Ruderboote.

„Was wir den Kunden verkaufen, ist ein Ausflug mit einem Erlebnis“, sagte Christian Durow am Montagabend im Ausschuss für Wirtschaft und Finanzen. Dort wurde die Geschäftsidee kurz besprochen, da es um Flächen im Eigentum der Stadt geht. Schließlich war man sich einig: „Unter der Voraussetzung, dass für die Stadt Eckernförde und die Stadtwerke keine Aufwendungen und Kosten entstehen, befürwortet der Ausschuss das von Herrn Christian Durow vorgestellte Projekt.“

Der 53-Jährige möchte nach Möglichkeit im kommenden Frühjahr loslegen: Zwei Fährboote sollen nach Bedarf vom Steindamm am Innenhafen ans Ende der Borbyer Promenade und zurück pendeln. Nach Möglichkeit soll auch die Hafenspitze angefahren werden. Als Fährboote dienen 4,5 Meter lange Ruderboote, die maximal fünf erwachsene Fahrgäste aufnehmen können. Als Fährleute will Durow junge Saisonkräfte qualifizieren. Der Schiffbauingenieur hat einen Lehrauftrag an der Fachhochschule Kiel. „Da kann ich viele Studenten ansprechen, die sich im Umgang mit Booten auskennen.“

Die Fährboote sollen nur von Anfang Mai bis Mitte Oktober fahren – im Juli und August täglich, sonst nur freitags bis sonntags und an Feiertagen. „Die Fähre wird damit an rund 100 Tagen im Betrieb sein.“

Mit der Idee einher geht ein etwa 15 Quadratmeter großer Pavillon, den Christian Durow an der Borbyer Steinmole errichten möchte. „Die Gäste brauchen ein Ziel und ich die Einnahmen durch den Verkauf von Speisen und Getränken.“ Der Pavillon soll mobil sein und im Winter abtransportiert werden können. Innenplätze sind nicht vorgesehen, dafür 30 bis 40 Außenplätze. Auch müsste Durow nicht nur in Boote, sondern auch in Infrastruktur investieren: etwa 6 Meter lange Stege am Steindamm und in Borby. „Insgesamt müsste ich etwa 100  000 Euro investieren.“

Zunächst peilt Durow einen Probebetrieb an. Wenn aber alles problemlos läuft, möchte er auch Getränke und Snacks während der Überfahrt anbieten – „im Rahmen dessen, was in einem kleinen schaukelnden Boot in etwa 10 Minuten Überfahrt machbar ist, versuchen wir, das Erlebnis ’Überfahrt’ zu strecken und zu ergänzen“, sagt er. Auch sollen Erinnerungsfotos aus der Vogelperspektive gemacht werden, die die Gäste kaufen können. Die Ruderbootfähre wäre die einzige ihrer Art in Schleswig-Holstein.

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