zur Navigation springen

Energie aus der Sonne : Pellets und Solar: Erlengrund heizt 100 Prozent regenerativ

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Der Waldorf-Förderer Lorenz Dobrot hat der Erlengrund gGmbH eine Spende in Höhe von 10 000 Euro für die große Thermosolaranlage überreicht. Damit setzt die Waldorfeinrichtung ihren Weg der regenerativen Energieversorgung fort. Und es gibt Neubaupläne.

von
erstellt am 29.Nov.2014 | 06:51 Uhr

Platzbedarf in der Schule, ein Angebot des Kreises, niedrige Zinsen und eine steigende Nachfrage in der Kinderbetreuung haben die Eckernförder Waldorfgemeinde dazu veranlasst, das frühere Kreiskinderheim im Erlengrund hinter der Imland Klinik zu kaufen. Wohl wissend, dass sich in dem Flachbaukörper aus den 70er Jahren nach Jahren des Leerstands erhebliche Sanierungskosten aufgestaut haben und die Energiekosten zu einem echten Problem werden können.

Beides hat sich bewahrheitet. Aber man hat gegengesteuert. Die eigens gebildete Erlengrund gGmbH hat dort eine Krippengruppe und vier Kita-Regelgruppen untergebracht, hat die anderen Mieter – einen Kriseninterventionsstandort der „Brücke“ und eine Wohngruppe der Einrichtung „Familienhorizonte“ – übernommen und wollte im lange leerstehenden westlichen Gebäudeteil auch den Verein „Umwelt-Technik-Soziales“ von Pro Region als Co-Partner mit unterbringen. Das allerdings scheiterte aus vertraglichen Gründen am Veto der Stadt, sagte der Geschäftsführer der Erlengrund GmbH, Robert Kühn. Die Folgen: Die frühere Krankenpflegeschule steht wieterhin leer und UTS hat sich aus dem Projekt verabschiedet.

Die Erlengrund GmbH hat rund 60 Prozent des Gebäudekomplexes in Nutzung, rund 2000 Quadratmeter. Nach dem Kauf im Mai 2013 hat der Träger viel getan, auch in Sachen Brandschutz, und die Räume für die Kinderbetreuung hergerichtet. Um die niederschmetternde Energiebilanz zu verbessern, flog die alte Ölheizung raus, die zuletzt 32 000 Liter Heizöl verpulvert hat, weil die Gebäude wegen schlechter Isolierung Unmengen an Energie nach außen abgeben. Neues Glanzstück im Keller ist die Pelletheizung, die alle Räume mit 180 Kilogramm Pellets pro Tag warm hält. Schon diese etwa 40 000 Euro teure Anschaffung hat der Eckernförder Unternehmer Lorenz Dobrot, der im bayrischen Freihung mit seiner Firma TWL-Technologie große Speicher und komplette Kollektor-Bausätze für die Nutzung von Solarenergie produziert und in Eckernförde eine Niederlassung hat, mit einer Spende von 10 000 Euro unterstützt (wir berichteten). Im Jahr davor hatte der ehemalige Waldorf-Vater ebenfalls 10 000 Euro für die Erweiterung des Waldorf-Kindergartens auf den Tisch des Hauses gelegt. Und gestern gab es zum dritten Mal 10 000 Euro für den Verein zur Förderung der Waldorfpädagogik in Eckernförde. Verwendungszweck: Installation der größten Thermosolaranlage im Kreis Rendsburg-Eckernförde und der drittgrößten im Land. Auf dem Dach fangen seit kurzem 61 Quadratmeter Vakuumröhren-Kollektoren die Sonnenstrahlung ein und heizen damit die drei gewaltigen, jeweils 1500 Liter fassenden Wärmespeicher der Pelletheizung im Keller auf. Damit wird im Erlengrund genau das erreicht, was Dobrot mit TWL an seinem bayrischen Firmensitz schon erreicht hat: Der gesamte Wärmebedarf der Gebäude wird zu 100 Prozent mit Solarenergie und Holzpellets und damit auf regenerativem Weg erzeugt. Ein Wert, der die beiden Geschäftsführer der Erlengrund gGmbH, Robert Kühn und Holger Neumann, durchaus mit Stolz erfüllt. Sie geben dieser „modellhaften“ Art der Energieversorgung klar den Vorzug gegenüber den endlichen Ressourcen von Öl und Gas. Lorenz Dobrot ist überzeugt, dass der regenerativen Energieerzeugung die Zukunft gehört. Schon jetzt sei es möglich, „jedes Amtsgebäude“ mit entsprechender Wärmetechnik auszurüsten.

Der Erlengrund hat übrigens weitergehende Pläne. In einigen Jahren sollen zumindest die leerstehenden Gebäudeteile abgerissen und durch einen Neubau ersetzt werden. Dabei möchte man mittels eines hausinternen Architekturwettbewerbs auch auf das Know-how der Schüler, Eltern und Lehrer zurückgreifen, ließen Dobrot, Neumann und Kühn durchblicken.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen