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3. Handball-LIga : Peetz: „Die Favoritenrolle liegt nicht bei uns“

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Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Die beiden Trainer Thomas Carstensen (HSG) und Rainer Peetz (TSV Owschlag) sprechen im Doppelinterview über das Derby am Sonnabend in Kropp.

shz.de von
erstellt am 10.Okt.2014 | 06:00 Uhr

Erstmals nach dreieinhalb Jahren stehen sich die Handballerinnen der HSG Kropp-Tetenhusen und des TSV Owschlag wieder in einem Punktspiel gegenüber. Das letzte Duell am 30. April 2011 in Owschlag gewann zwar die HSG mit 26:24, doch die Kropperinnen mussten am Saisonende aus der 3. Liga absteigen. Nach dem Wiederaufstieg der HSG geht es am Sonnabend (19.30 Uhr, Geestlandhalle Kropp) nicht nur um zwei Punkte und viel Prestige, sondern auch um die Frage, wer die Nummer eins im Rendsburger Raum ist. Denn nach einem guten Start, die HSG Kropp-Tetenhusen führt vor dem 5. Spieltag die Tabelle mit 7:1 Punkten an, will der Aufsteiger dem Platzhirschen aus Owschlag (5./4:2 Punkte) endgültig den Rang ablaufen. Die Eckernförder Zeitung hat sich vor dem Derby mit den Trainern Thomas Carstensen (HSG Kropp-Tetenhusen) und Rainer Peetz (TSV Owschlag) unterhalten.

Herr Carstensen, Herr Peetz, wer ist die Rendsburger Nummer eins im Frauenhandball?

Thomas Carstensen: Historisch gesehen ist Owschlag die klare Nummer eins. Der TSV spielt seit Jahren eine gute Rolle in der 3. Liga. Die Owschlagerinnen sind schon da, wo wir erst hinwollen. Wer aktuell die Nummer eins ist, wird man am Saisonende sehen. Die Tabelle ist derzeit noch nicht besonders aussagekräftig. Und mich interessiert auch die Vormachtstellung nicht so sehr. Das einzige, was mich interessiert, sind am Sonnabend die beiden Punkte.

Rainer Peetz: Wenn ich auf die Tabelle schaue, dann ist es aktuell Kropp. Aber die Wahrheit liegt wie immer auf dem Platz. Warten wir den Sonnabend ab.

Kann der Rendsburger Raum denn überhaupt zwei Drittligisten vertragen oder leiden beide Teams unter der Konkurrenz, weil man sich gegenseitig die guten Spielerinnen und Talente wegnimmt?

Peetz: Die Momentaufnahme ist schön, keine Frage. Beide sind gut aufgestellt. Aber die Situation wird für alle Vereine nicht einfacher. Wenn sich die Vereine, und das gilt nicht nur für Kropp-Tetenhusen und Owschlag, nicht besser vernetzen, gehen dem Handball auf Dauer viele Talente verloren.

Carstensen: Im Moment scheint das zu funktionieren. Beide Teams stehen gut da, verfügen über einen breiten, qualitativ guten Kader und haben somit ihre Daseinsberechtigung. Und so ein Derby ist für Spielerinnen und Fans ja auch eine tolle Sache. Wo die Entwicklung hingeht, wird man sehen. Die Vereine müssen sich fragen, welche Ziele sie anstreben. Will man die Kräfte bündeln, um vielleicht noch eine Klasse höher zu gehen, oder sind sie mit dem Status quo zufrieden.

Beide Teams haben vor Saisonbeginn den Klassenerhalt als oberstes Ziel ausgegeben. Hat Sie der gute Start ihres Teams und der des Rivalen überrascht?

Carstensen: Nein, überhaupt nicht. Mich haben die Owschlager Siege gegen Nord Harrislee und beim Berliner TSC nicht überrascht, eher schon die Niederlage beim SV Henstedt-Ulzburg (21:22 am 2. Spieltag, d. Red.). Und unseren guten Start muss man etwas relativieren. Wir haben das Glück gehabt, gleich zu Saisonbeginn gegen so starke Mannschaften wie Werder Bremen oder Buxtehude II zu spielen. Das kam uns entgegen, weil die Teams einerseits noch nicht eingespielt sind, und andererseits, weil man uns vielleicht ein bisschen unterschätzt hat. Wir wissen das bisher Erreichte schon einzuordnen und werden unsere Ziele deshalb nicht neu definieren.

Peetz: Die HSG Kropp-Tetenhusen ist für mich kein potenzieller Abstiegskandidat, dafür hat die Mannschaft einfach zu viel Qualität. Besser als die HSG kann man sich nicht verstärken. Mit Kristin Machau, Lena Schulz und Sabrina Meier sind drei Spielerinnen gekommen, die in der vergangenen Saison in der zweiten Liga beim TSV Nord Harrislee eine tragende Rolle gespielt haben. Mit unserem Start bin ich zufrieden, wenngleich die Niederlage in Henstedt unnötig und unglücklich war. Aber wir waren damals ersatzgeschwächt. Das Spiel kam für die neu formierte Mannschaft etwas zu früh.

Was macht den Gegner so gefährlich?

Carstensen: Owschlag ist unglaublich routiniert und verfügt mit Spielmacherin Greta Stolley und Kreisläuferin Anita Ewert über eine Achse, die nicht nur von mir, sondern auch von vielen meiner Kollegen gefürchtet wird. Auch von Jill Sievert oder Franziska Peters droht Gefahr. Aber wir werden uns gut auf den TSV einstellen.

Peetz: Meine Spielerinnen sind über die Stärken der HSG informiert, das reicht.

Was wird das Derby entscheiden?

Peetz: Die Mannschaft, die in der Lage ist, ihre Qualitäten am besten abzurufen, wird gewinnen. Das schließt die mentale Komponente mit ein. Die Favoritenrolle liegt jedenfalls nicht bei uns.

Carstensen: Ich hoffe, dass meine Spielerinnen nicht zu nervös sind. Wichtig wird es sein, die Fehler zu minimieren. Wer mehr Fehler macht, verliert.

Wer wird am Ende der Saison die Nase vorn haben?

Carstensen: Das ist mir völlig egal, so lange wir über dem Strich stehen. Wir gucken nicht auf Owschlag, sondern nur auf uns.

Peetz: Ich hoffe und glaube, dass beide Teams die Klasse halten. Alles andere wird man dann sehen. Bei der Ausgeglichenheit der Liga ist eine Prognose aber sehr schwierig.

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