Buchtipp der Seniorenredaktion : Pawlowa oder Wie man eine Eselin um die halbe Welt schmuggelt

Mit einem Esel kann man viel erleben, sogar sein Leben teilen.
Mit einem Esel kann man viel erleben, sogar sein Leben teilen.

Gerd Schäfersküpper über das Buch von Brian Sewell.

Avatar_shz von
09. Oktober 2019, 14:29 Uhr

Eckernförde | Ich liebe Buchhandlungen, die zum Stöbern einladen und meide daher die Stapel der Bücher, die auf Bestsellerlisten beruhen. Jemand sagte mal zu diesem Thema, er würde sich bei der Auswahl seines Gerichtes auch nicht nach Umfragen orientieren, ob gerade Wiener Schnitzel oder Königsberger Klopse am beliebtesten seien.

Wie man eine Eselin um die halbe Welt schmuggelt

So stieß ich auf den nachstehend beschriebenen kleinen Band. Der Autor war ein britischer Kunstkritiker und Kolumnist namens Brian Sewell, weitgereist und ein großer Tierfreund. Das Buch heißt „Pawlowa oder Wie man eine Eselin um die halbe Welt schmuggelt“.

Die Geschichte beginnt in Pakistan

Es beginnt wie folgt: Mr. B., ein drahtiger Mann von fünfzig Jahren mit weißem Haar, saß auf dem Rücksitz eines großen weißen Landrovers, als er den Esel sah. Dies geschieht in Pakistan. Er sieht sofort, dass die Last für das kleine Fohlen mit den zitternden Beinen zu groß ist. Und er steht der Eselin bei und beschließt, sich um sie zu kümmern und sie mit nach Hause zu nehmen. Was nicht ohne Probleme ist, da sein Zuhause in der Nähe von London liegt.

Eine Reise um die halbe Welt

So begeben sich die beiden auf die lange Reise durch den Fernen und Nahen Osten, den Balkan, durch Westeuropa, reisen teils zu Fuß (bzw. Huf) und mit allen möglichen Verkehrsmitteln, Bus, Zug und Lkw. Er gibt ihr den Namen Pawlowa nach einer wunderschönen russischen Balletttänzerin.

Getrennt und vereint

Sie werden getrennt und finden sich wieder. Sie bekommen Hilfe und müssen Hindernisse überwinden. Dieser Teil des Buches liest sich wie eine Reisebeschreibung, man erfährt etwas über die durchreisten Länder, deren Bewohner und ihre Kultur. Gegen Ende der Reise treffen sie einen ebenso exzentrischen Engländer wie Mr. B., der sie in seinem alten Rolls Royce mitnimmt und hilft, die Eselin – betäubt mit Schlaftabletten – mittels einer Fähre nach England zu schmuggeln.

Zusammen bis zum Ende

Bis an beider natürliches Ende vergehen dreißig Jahre und im hohen Alter gewöhnt sich Mr. B. an, sich bei ihren Spaziergängen an die Eselin zu lehnen, so wie diese sich zu Beginn der Geschichte schutzsuchend an ihn lehnte.

Abschließend weise ich auf die wunderbaren Illustrationen dieses Buches hin, die die Handlung begleiten. Dies ist eins der Bücher, die ich nicht weitergeben werde. Es findet seinen Platz im Regal und irgendwann wieder in meinen Händen.

P.S.: Ich bedanke mich bei Barbara Becker von der „Eselkoppel an der Schlei“ für das Foto des hübschen Esels, für Interessierte: www.eselkoppel.de

zur Startseite

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen