gebührenpflicht : Parkplätze am Schulweg bleiben alle kostenfrei

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Der Eckernförder Bürgermeister Jörg Sibbel erteilt der Gebührenpflicht eine Absage. Damit widerspricht er der Aussage von Stadtwerke-Chef Dietmar Steffens. Wie bisher bleiben die Parkplätze auf dem P+R-Parkplatz am Bahnhof kostenlos.

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21. März 2014, 06:26 Uhr

Die neuen Parkplätze auf dem P+R-Parkplatz am Bahnhof/Schulweg sollen wie bisher gebührenfrei bleiben. Das erklärte Bürgermeister Jörg Sibbel unmissverständlich am Mittwochabend im Bauausschuss. Damit widersprach er bisherigen Äußerungen von Stadtwerke-Geschäftsführer Dietmar Steffens, der im Zusammenhang mit den neuen Parkplätze stets von gebührenpflichtigen gesprochen hatte. Die Stadtwerke sind Bauherr sowohl des gebührenpflichtigen Parkhauses an der Noorstraße wie auch der zweiten Parkebene am Schulweg. „Es war immer unser Wille, dass am Schulweg gebührenfreie Parkplätze entstehen“, sagte der Bürgermeister. Diese sollen den Wegfall der 230 kostenfreien Stellplätze kompensieren, die im Zuge des anstehenden Abbruchs der Parkpalette an der Noorstraße vor Aldi in diesem Jahr nicht mehr zur Verfügung stehen. „Das war für uns immer selbstverständlich und auch Auftrag der Politik“. Martin Klimach-Dreger betonte, dass „die Innenstadt konkurrenzfähig bleiben muss“, dazu zählten auch kostenfreie Parkplätze für Kunden, Mitarbeiter der Geschäfte und Bürger, die in der Innenstadt wohnen.

Die Aufstockung des Parkplatzes Bahnhof/Schulweg ist Bestandteil des neues Bebauungsplans Nr. 69 „Bahnhofsareal“, dessen Aufstellungsbeschluss der Bauausschuss unter Leitung von Matthias Huber (Bürger-Forum) einstimmig empfohlen hat. Im gleichen Zusammenhang wird auch der Flächennutzungsplan geändert. Im Zentrum steht dabei der Ankauf des Bahnhofsgebäudes durch die Stadt, der Weiterverkauf an einen Investor mit anschließendem Abriss des Bahnhofsgebäudes und dem Neubau eines Kino-Center mit Einzelhandelsflächen und Freizeiteinrichtungen. In voraussichtlich zwei Gebäuden, deren Architektur durch einen vorgeschalteten Wettbewerb möglichst attraktiv gestaltet werden soll, sollen neben den Einrichtungen der Bahn ein Kino-Center mit fünf Kinosälen und 770 Plätzen, Einzelhandelsgeschäfte, Freizeiteinrichtungen, Gastronomie, Räume für Fitness und Gesundheitsvorsorge sowie Betriebswohnungen untergebracht werden. Die Stadt wartet auf das für April avisierte Wertgutachten der Bahn einschließlich der Kaufpreisvorstellung, dann wird verhandelt. Laut Fortschreibung des Cima-Einzelhandelsgutachtens seien keine Konflikte mit den Geschäfte in der Innenstadt zu erwarten. Das neue Bahnhofsgelände soll die südliche Innenstadt aufwerten und den Besucherstroms besser an die Fußgängerzone anbinden.

Bestandteil des B-Plans sind auch die umliegenden Flächen wie der Zentrale Omnibus-Bahnhof (ZOB) und die Reeperbahn, die nach der Fertigstellung des vierspurigen Ausbaus der B 76 verkehrsberuhigt werden soll, um den Durchgangsverkehr zu reduzieren. Der ZOB soll in jedem Fall im Nahbereich erhalten bleiben. Die Bahn plant nach Auskunft des Bauamtes zudem einen „ebengleichen“ Übergang vom Parkplatz Grüner Weg über die Gleisanlagen in die Innenstadt. Die Stadt würde gerne ein nicht mehr von der Bahn genutztes Gleisgrundstück – das 3. Gleis – kaufen und den Parkplatz Grüner Weg erweitern.

Auf die Frage des bürgerlichen Ausschussmitglieds Jochen Hillers nach einer womöglich europaweiten Ausschreibungspflicht für den Architektenwettbewerb antwortete Bürgermeister Sibbel: „Wir werden eine Lösung finden mit dem Ziel, es zu verhindern“, so dass die Ausschreibung regional, weniger aufwändig und schnell erfolgen könne.

Hillers hakte auch nach in Sachen Markant und Aldi, und ob es vielleicht doch noch gelingen könne, beide Märkte an der Nooröffnung zu halten. Das allerdings beurteilte Bürgermeister Sibbel skeptisch. Zwar hätte man gemeinsam mit den Unternehmen neue Standorte an der Nooröffnung entwickelt, aber „beide Märkte haben erklärt, die Innenstadt gänzlich zu verlassen.“ Während Markant – wie berichtet – sich von kleinteiligen, innerstädtischen Struktur verabschiedet habe und Ende Juni schließt, habe nun auch Aldi mitgeteilt, den Standort zu verlassen. Die neuen Aldi-Märkte hätten Standardgrößen von 15 mal 40 Meter, und für die sehe das Unternehmen in diesem Bereich offenbar keine ausreichenden Kapazitäten. „Wir haben aber keine Probleme, andere Anbieter zu finden“, sagte Sibbel, und zwar auch Firmen, „die hier geläufig sind“. Ziel sei es, weiterhin zwei Supermärkte zu haben, ob sich beide an der Nooröffnung ansiedeln oder einer zum Bahnhof wechselt, bleibe abzuwarten.

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