Parken : Parken in Eckernförde – ein sensibles Thema

Auch diese zentralen, kostenfreien Parkplätze rund um den geräumten Aldi-Markt an der Reeperbahn werden wie die Stellplätze auf dem seit sechs Wochen gesperrten Parkdeck im Hintergrund bald wegfallen.
Auch diese zentralen, kostenfreien Parkplätze rund um den geräumten Aldi-Markt an der Reeperbahn werden wie die Stellplätze auf dem seit sechs Wochen gesperrten Parkdeck im Hintergrund bald wegfallen.

SPD-Rathausfraktion nimmt Stellung zum Dienstags-Interview und den Aussagen des Eckernförder Gastronomen Jens Methmann

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11. Januar 2018, 06:41 Uhr

Eckernförde | Die Aussagen des Eckernförder Gastronomen Jens Methmann im Dienstags-Interview haben zu einer ersten politischen Reaktion geführt. Die SPD-Fraktion hat erklärt, dass das Thema „Parken“ einen hohen Stellenwert habe, aber nicht nur für sich betrachtet werden dürfe, sondern in einer ganzheitlichen Betrachtungsweise aller Aspekte für eine integrierte Verkehrsplanung zu sehen sei. „Es hilft keine einzelne Forderung nach mehr Parkplätzen an der einen oder anderen Stelle“, erklärten SPD-Fraktionsvorsitzender Martin Klimach-Dreger und Verkehrsexperte Jens-Otto Vollbehr. Schon bei der Erstellung des Leitfadens zur Entwicklung der Innenstadt 2005 sei das Ziel ausgegeben worden, ein ausgewogenes und für alle Seiten befriedigendes Verhältnis der verschiedenen Interessen zu ermöglichen.

„Die SPD Eckernförde ist Herrn Methmann dafür dankbar, dass er im Interview auch andere Gesichtspunkte angeführt hat, die eine attraktive Innenstadt ausmachen und dass er nicht nur die Anzahl der Parkplätze für ausschlaggebend hält. Diese Auffassung können wir ausdrücklich unterstützen“, erklärten Klimach-Dreger und Vollbehr. „Eine attraktive Innenstadt muss unter anderem auch mit dem Pkw erreichbar bleiben. Es müssen flexible Konzepte verfolgt werden, die die berechtigten Interessen von Wirtschaft, Handel, Berufsverkehr, Besuchern und Anwohnern berücksichtigen. Allerdings ist hierzu eine einseitige Begünstigung des Individualverkehrs nicht geeignet.“

Aus diesem Grunde habe die SPD-Fraktion bereits 2011 und 2012 Anträge zur Weiterentwicklung des Parkraumkonzeptes in die Gremien eingebracht. Begründet wurde dies mit den verschiedenen baulichen Maßnahmen wie der Nooröffnung, die Veränderungen der Parkplatzanzahl und -lage zur Folge haben. Außerdem sollten betroffene örtliche Interessenvertreter und -gruppen frühzeitig einbezogen werden. „Leider haben wir für diese Überlegungen keine Mehrheit gefunden. Wir sind dem Bürgermeister aber dankbar, dass er durch seinen Vorschlag der Bestandsaufnahme und der Aktualisierung des damals bestehenden Parkraumkonzeptes den Einstieg in eine Weiterentwicklung ermöglichte“, erklärten Klimach-Dreger und Vollbehr. Als Ergebnis sei 2014 das aktualisierte Parkraumkonzept diskutiert worden. „Die SPD-Fraktion war die einzige Rathausfraktion, die zu dem Entwurf eine umfangreiche Stellungnahme abgegeben hat.“ Fazit: Das Parkraumangebot und die Bewirtschaftung in Eckernförde befänden sich auf einem guten Niveau. Das Parkraumangebot sei ausreichend, es bestehe eine gute Verteilung um den Stadtkern herum. Eine deutliche Erweiterung des Parkraumes für Pkw wäre nicht erforderlich. Es sollten nur die durch städtebauliche Maßnahmen wegfallenden Angebote ausgeglichen werden. Spitzenbedarfe sollten mit einer geringen Angebotssteigerung im Bereich Schulweg / Bahnhof abgedeckt werden. Eine übermäßige Angebotsausweitung würde sich kontraproduktiv auf die gewünschte Stärkung des nicht motorisierten Verkehrs (ÖPNV, Rad und Fußgänger) auswirken.

Die seit 2014 einsetzende dynamische Entwicklung unter anderem durch die Überplanung des Bahnhofsbereichs sei dann ausschlaggebend für die Beschlussempfehlung des Ausschusses für Wirtschaft und Finanzen am 14. Februar 2017an die Ratsversammlung gewesen, das Parkraumkonzept fortzuschreiben. „Wir gehen davon aus, dass die Fortschreibung zügig erfolgt und die Ergebnisse in absehbarer Zeit vorliegen werden. Erst dann sollte man auf der Grundlage der aktualisierten Daten z.B. über eine Parkraumbilanz diskutieren.“

Die starke emotionale Besetzung des Themas „Parken“ werde in der SPD Eckernförde ernst genommen. Wichtig sei eine kontinuierliche, planungsbegleitende Information und Beteiligung der Bürger, um die Konsensfähigkeit von Planungsergebnissen und politischen Beschlüssen zu den umzusetzenden Maßnahmen nicht zu gefährden.


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