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Parkplätze in Eckernförde : Parken in der Innenstadt: Auf der Suche nach Konzepten

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Die Zahl der Parkplätze in der Eckernförder Innenstadt soll steigen, doch kostenfreie Plätze werden wahrscheinlich weniger. So soll der Parkplatz am Bahnhof um ein kostenpflichtiges Parkdeck aufgestockt werden.

Eckernförde | Der Parkplatz am Bahnhof ist äußerst beliebt. Schon ab 9 Uhr ist es nahezu unmöglich, einen freien Platz zu bekommen. Pendler und Mitarbeiter von Eckernförder Geschäften finden hier noch eine Möglichkeit, kostenlos zu parken. Am Nachmittag ist die Fläche beliebter Anlaufpunkt für alle, die in der Innenstadt einkaufen möchten – der Weg zu den Geschäften ist kurz. Aus denselben Gründen ist das Parkdeck bei Aldi an der Noorstraße (230 Stellplätze) beliebt. Dessen Tage sind allerdings gezählt: Im Zuge der Nooröffnung soll es demontiert und ein kostenpflichtiges Parkhaus auf der Straßenseite gegenüber gebaut werden – wahrscheinlich im kommenden Jahr.

Auch zum Parkplatz am Bahnhof mit seinen 300 Stellplätzen gibt es Überlegungen, ihn um ein kostenpflichtiges Parkdeck aufzustocken. Wie und wann das genau geschehen soll, kann Stadtwerke-Chef Dietmar Steffens noch nicht sagen. Die Stadtwerke würden in beiden Fällen als Bauherr auftreten. „Wir sind dabei, Konzepte zu entwickeln“, sagt er. Die Planungen seien noch am Anfang, mit den daraus resultierenden Vorschlägen müsste sich dann die Politik beschäftigen. Ob die untere Etage kostenfrei nutzbar bleibt oder auch mit einer Gebühr versehen wird und dafür vielleicht weitere Parkplätze auf dem nicht genutzten dritten Gleis am Bahnhof entstehen – Gedankenspiele sind erlaubt, mit Ideen wird zurzeit jongliert. Bei den Eckernfördern hat die anstehende Verknappung von kostenfreien Parkplätzen allein beim Parkdeck an der Noorstraße jedoch für Unruhe gesorgt.

Viele Bürger fürchten um die Attraktivität der Innenstadt. Und auch die Geschäftsleute verfolgen die Diskussion aufmerksam. Grundsätzlich begrüßen alle ausdrücklich, dass mehr Parkplätze entstehen sollen. (Martin Krohn: „Am liebsten zwei zusätzliche Geschosse.“) „Wenn wir aber zu viele kostenpflichtige Stellplätze bekommen, hält das die Leute fern“, sagt Heinz-Herbert Fritzke vom Farbengeschäft in der Kieler Straße Süd. Denn: „Es zieht die Leute dahin, wo es nichts kostet.“ Und auch Rüdiger Witt vom Tabakgeschäft in der Kieler Straße führt die kostenlosen Parkplätze bei den Supermärkten am Stadtrand an, die für eine deutliche Attraktivität dieser Märkte sorgen.

Aber es gibt auch andere Meinungen: „Dass neue Parkplätze nicht umsonst sind, ist klar“, sagt zum Beispiel Dirk Schreiber von Spiel + Freizeit Carstensen. Er würde sich an einem Rabattsystem beteiligen, bei dem die Geschäftsleute den Kunden ab einem gewissen Einkaufswert einen Teil der Parkgebühren erstatten. Ebenso Svante Wieben von „Blickpunkt“ in der St.-Nicolai-Straße. Kollegen in Kiel hätten damit gute Erfahrungen gemacht. Doch das System stößt nicht überall auf Gegenliebe. Textilunternehmer Malte Behrend hält zum Beispiel nichts davon, die Kosten auf den Handel abzuwälzen: „Innenstadtnahe Parkplätze sind eine originäre Infrastrukturaufgabe der Stadt – genau wie der Straßenbau.“

Vorschläge zu Kompromisslösungen gibt es viele: Am häufigsten den, dass Gebühren erst nach einer oder drei Stunden anfallen sollten. Ähnlich wie in der Speicherpassage: Dort dürfen Kunden eine Stunde kostenlos parken, wenn sie etwas in den Geschäften kaufen. Hält sich jemand länger als eine Stunde in den Läden auf, muss er für die übrige Zeit Gebühren bezahlen. Die Resonanz des Systems ist laut den Geschäftsleuten in der Passage positiv. „Der Parkplatz ist voll“, sagt Marion Romeike von der Kaffeerösterei. „Einige Kunden trinken hier sogar einen Cappuccino, um die Gebühren nicht zu bezahlen.“

Wie auch immer die Lösungen ausfallen: Wichtig wird es sein, den Arbeitnehmern in der Innenstadt weiterhin die Möglichkeit des kostenlosen oder kostengünstigen Parkens zu gewährleisten und ein umfassendes Bewirtschaftungskonzept zu entwickeln, in dem alle Parkflächen der Innenstadt enthalten sind.
 

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erstellt am 23.Jan.2014 | 06:31 Uhr

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