Top regional Rieseby : Paradies zwischen Schlei und Ostsee

<p>Wer Rieseby ansteuert, dessen Blick fällt immer auf die Mühle Anna. </p>
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Wer Rieseby ansteuert, dessen Blick fällt immer auf die Mühle Anna.

Rieseby: Lebendiger Ort mit zentralörtlichen Aufgaben. Gewerbe, Tourismus und Landwirtschaft dominieren.

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15. Mai 2018, 06:43 Uhr

Rieseby | Zwischen Schlei und Ostsee, eingebettet in eine kuppige, durch die letzte Eiszeit geprägte Landschaft, liegt Rieseby. Die an Einwohnern größte Gemeinde auf der Halbinsel Schwansen nordwestlich von Eckernförde liegt in einem stark landwirtschaftlich geprägten Gebiet und ist zugleich ein wirtschaftliches Zentrum der Region. Zahlreiche Güter, wie Gut Saxtorf, Gut Büstorf und Gut Stubbe, bewirtschaften die Äcker und das saftige Grünland, das Rieseby umschließt.

Im Sommer ist die Gemeinde fest in der Hand von Urlaubern, die mit ihren Fahrrädern die endlosen Feldwege durch blühende Rapsfelder und vorbei an schattenspendenden Laubwäldern entdecken. Ganz gleich, aus welcher Himmelsrichtung Besucher auf Rieseby zu fahren, die Mühle Anna auf dem Möhlnbarg ist schon vom Weitem zu sehen und weist den Weg. 1910, nur wenige Tage bevor August Mordhorst die alte Mühle im Riesebyer Ortsteil Norby übernehmen sollte, brannte sie ab. In Westerhever (Eiderstedt) fand er eine sogenannte Erdholländer Mühle aus dem Jahr 1786. Für sie wurde in Rieseby ein dreigeschossiger Unterbau gemauert. 1911 nahm die Mühle nun als Galerie-Mühle ihre Arbeit auf. Bis 1978 war sie im Betrieb. 1994 kaufte die Gemeinde die Anlage. Seitdem betreuen und pflegen Mitglieder des Mühlenvereins liebvoll die Anlage. Besucher finden im Mühlenhaus ein Heimatmuseum, das weit über die Grenzen Schwansens bekannt ist. Bei Führungen, dem jährlichen Deutschen Mühlentag an Pfingsten und am internationalen Standmotorentag präsentiert sich die Anlage von ihrer schönsten Seite. Tausende von Besuchern erleben dort Geschichte und entdecken die Mühle auch als Trauungsort.

Als Schleigemeinde hat Rieseby eine Brückenfunktion nach Angeln jenseits der Schlei. So führt die Schlei-Klappbrücke Lindaunis geradewegs nach Süderbrarup. Zugleich ist die Gemeinde ein Verkehrsknotenpunkt, an dem auch die Deutsche Bahn einen Halt betreibt.

Der Sage nach besteht eine enge Beziehung der Gemeinde nach Ulsnis, jenseits der Schlei. Dort lebte in der Vorzeit ein Riese, genannt der Alte. Sein Sohn, noch größer und stärker, zog im Unfrieden über die Schlei nach Rieseby. Sie versuchten sich fortan zu übertreffen. Am Ende bewarfen sie sich mit großen Steinen und trafen sich tödlich. In Ulsnis wurde bereits ein Stahlriese in Erinnerung an die Sage installiert, in Rieseby wird das Thema immer wieder beraten. Gespräche mit dem Künstler Andi Feldmann (sein Bruder Rötger Feldmann ist als Zeichner der „Werner“-Comic bekannt) der Figur in Ulsnis, fanden bereits statt.

Während es auf der Dorfstraße quirlig ist, die Einwohner im Supermarkt und verschiedenen Fachgeschäften einkaufen und die Kinder zur Grundschule und zur dänischen Schule gehen, so werden Besucher von Ruhe und Kühle im Gemäuer der St.-Petri-Kirche empfangen. Die Ursprünge der spätromanischen Backsteinkirche gehen zurück auf das Jahr 1220/30. Die äußere Gestalt wurde dem Ratzeburger Dom nachempfunden. Ein Erkennungszeichen der Kirche ist der leicht schiefe Turm, der sich nach Westen neigt. Vielleicht ist das ja noch eine Spur der Kämpfe des Alten aus Ulsnis und seines Sohnes in Rieseby.

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