zur Navigation springen

Bewegung in der Innenstadt : Papier Art geht, Jeans Fritz kommt

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Das Geschäftekarussell dreht sich: Papier Art schließt Ende Januar, Jeans Fritz wird Nachfolger von Colloseum, und Photo Prien sucht neue Räumlichkeiten.

shz.de von
erstellt am 05.Jan.2016 | 19:34 Uhr

Eckernförde | Es tut sich was in der Eckernförder Geschäftswelt: Das Modehaus Chris hat zum Ende des Jahres nach 50 Jahren geschlossen (wir berichteten), ein Makler wird in die Räume des markanten Gebäudes am Rathausmarkt einziehen. Auch die Modekette Colloseum in der Kieler Straße 66 ist nicht mehr. Photo Prien in der Kieler Straße 31 sucht neue Räume, und das Geschäft Papier Art in der St.-Nicolai-Straße 5 öffnet am 30. Januar zum letzten Mal seine Türen.

Gestern haben die Umbauarbeiten des 330 Quadratmeter großen Geschäftes in dem Gebäude in der Kieler Straße 66 begonnen. Zehn Jahre lang hat hier Colloseum Mode und Accessoires im niederpreisigen Segment angeboten. Zum 20. Februar soll eine Filiale von Jeans Fritz dort einziehen, wie der Hauseigentümer Jens-Uwe Jess auf Anfrage der EZ bestätigte. Der Bekleidungsanbieter mit Hauptsitz im westfälischen Hüllhorst betreibt bundesweit über 280 Filialen, in denen er ein Jeanssortiment sowie Mode und Accessoires im mittleren Preissegment präsentiert. Die Möwen-Apotheke bleibt bestehen, auch wenn Gerüchte etwas anderes sagen mögen.

Auch Photo Prien in der Kieler Straße 31 hat zum Ende des Jahres geschlossen. Der Mietvertrag lief aus, jetzt soll das Kunden-Center der Kieler Nachrichten in den Räumlichkeiten Platz finden. Für die Mannschaft des Fotofachgeschäftes keine einfache Situation: Seit Monaten sucht sie nach neuen Räumen in der Kieler Straße, hat aber bislang noch keine Zusage erhalten. „Wir hoffen aber, bald fündig zu werden und neu eröffnen zu können“, sagt Petra Desselberger, eine von drei Angestellten, die in den vergangenen Tagen die letzten Einrichtungsgegenstände zusammengeräumt haben. Für einen Hinweis auf freie Gewerbeimmobilien in der Fußgängerzone ist das Unternehmen dankbar (Tel. 040/ 6083817). Immerhin gibt es eine Filiale von Photo Prien als Familiengeschäft schon seit 45 Jahren in Eckernförde.

Halb so lang existiert das Fachgeschäft Papier Art von Hille Huß und Meike Martini in der St.-Nicolai-Straße. Sie schließen ihren Laden mit edlen Schreibgeräten, Papier- und Büroartikeln sowie Geschenken zum Ende des Monats. „Das Kaufverhalten der Menschen hat sich stark verändert“, sagt Hille Huß. „Die junge Generation legt weniger Wert auf Qualität und kauft lieber im Internet.“ Einstellung und Wertebewusstsein seien anders. „Wenn man bei uns einen Füller kauft, hält er ein Leben lang und ist trotzdem noch bezahlbar.“ Heute heiße es oft viel und billig statt wenig und gut. „Auf Qualität legen viele keinen Wert mehr.“

Viele, aber nicht alle. Von den Stammkunden wird die Schließung des Ladens bedauert. Sie kritisieren, dass viele Menschen zwar gerade inhabergeführte Geschäfte wie Papier Art als Reiz für das Kauferlebnis in der Innenstadt angeben, selbst aber über große Internet-Kaufhäuser bestellen. „Es macht nicht mehr soviel Spaß“, sagt Hille Huß. Das war vor 22 Jahren anders, als die beiden Freundinnen in der Kieler Straße 17 mit ihrem Geschäft anfingen. Der Laden kam gut an. „Es war eine lebendige Stadt damals mit Bau- und Fischereischule und noch mehr Bundeswehr“, erinnert sich Meike Martini. Was die beiden Frauen ab Februar machen, wissen sie noch nicht genau. „Erst einmal in Urlaub fahren“, sagen sie. Und auch der Laden selbst ist noch nicht weiter vermietet, doch Bewerber gibt es schon.

Nicht zuletzt hat auch der Hofgarten, das kleine Café mit dem Laden für das Besondere, im Pastorengang vor Weihnachten geschlossen. Das allerdings aus privaten Gründen: Inhaberin Maren Becker möchte mehr Zeit für sich haben.

Das möchte Ulrike Dinda, Filialleiterin von Depot in der Kieler Straße, vielleicht auch, dennoch macht der Laden nicht zu – allen Gerüchten zum Trotz, die zurzeit in der Stadt kursieren. Dinda: „Wir richten uns gerade für den Sommer ein und schließen definitiv nicht.“


zur Startseite
Karte

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen