Ostseebad der kurzen Wege

Auf diesem Luftbild zeigt sich der besondere Reiz der Eckernförder Innenstadt mit Strand und Hafen.
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Auf diesem Luftbild zeigt sich der besondere Reiz der Eckernförder Innenstadt mit Strand und Hafen.

In Eckernförde liegen der Hafen, der Strand und die Innenstadt nur einen Steinwurf voneinander entfernt / Der Tourismus boomt

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08. Mai 2018, 00:00 Uhr

Der Baukran gehört in Eckernförde mittlerweile zum Stadtbild wie der Rundspeicher und die Holzbrücke. Es wird ausgebaut, neu gebaut und nur selten etwas verbaut. Bauboom an der Ostseeküste. In den vergangenen zehn Jahren sind kilometerweise neue Promenaden entstanden, die rumpelige Hafenspitze ist zu einem angesagten Wohnquartier mit Salzgeruch auf den Balkonen geworden, mehrere zentrale Straßen wie die Frau-Clara-Straße zwischen Hafen und Fußgängerzone sind verkehrsberuhigt ausgebaut worden.

In Eckernförde lebt sich’s gut. Mittendrin der Hafen mit den Berufs- und Nebenerwerbsfischern, nur einen Steinwurf entfernt der kilometerlange Strand und die Fußgängerzonen rund um den historischen Rathausmarkt und Kirchplatz mit den zum Glück immer noch zahlreichen inhabergeführten Fachgeschäften. Das hat eine Qualität, die man an der Ostseeküste lange suchen muss. Wen wundert’s, dass immer mehr Menschen dieses maritime Flair dauerhaft genießen möchten und sich in der Stadt zwischen Eckernförder Bucht, Windebyer Noor und Schlei ansiedeln möchten. Ein Wunsch, der mittlerweile aber auch seinen Preis hat: Die Immobilienpreise sind kräftig gestiegen, Eigenheime sind in Eckernförde begehrt, nur noch schwer zu finden und entsprechend hochpreisig.

Die rund 22 000 Menschen im Ostseebad schätzen den anhaltenden Aufschwung in ihrer Stadt, verschließen aber auch den Blick vor den Problemen nicht, die diese vor allem in den Sommermonaten mit sich bringen. Immer mehr Touristen in der Stadt und der attraktiven Region rund um die Eckernförder Bucht, immer mehr Ferienwohnungen und Veranstaltungen sind inzwischen auch zum Politikum geworden. Wie viel Tourismus geht noch? Soll man diesen Wirtschaftszweig, von dem so viele profitieren, weiter ankurbeln oder ist vielleicht eine Konsolidierung auf qualitativ hohem Niveau der bessere Weg, um den Charme Eckernfördes zu erhalten? Damit befassen sich die Ratsversammlung und viele Bürger. Die vielen Urlauber und jährlich zwei Millionen Tagesgäste, die Eckernförde seit drei Jahren auch mit Kreuzfahrtschiffen wie der „Albatros“ oder der „Deutschland“ anlaufen, sind aber selbstverständlich nach wie vor herzlich willkommen in der Ostseestadt der kurzen Wege.

Eine herausragende Bedeutung für Eckernförde hat die Marine mit über 3000 militärischen und zivilen Dienstposten. Spezialeinheiten wie die Boardingsoldaten, Minentaucher oder U-Bootfahrer sind im Stützpunkt am Rande des Stadtteil Borbys untergebracht. Im Süden weithin sichtbar ist die Wehrtechnische Dienststelle mit dem Torpedoschießstand.

Aus der früheren Bundesumwelthauptstadt (1994) ist vor elf Jahren auch eine Festivalstadt geworden. Das Internationale Naturfilmfestival Green Screen im September ist das größte Festival seiner Art in Europa, mitgetragen durch einen Förderverein und über 100 ehrenamtliche Helfer. Bundesweite Strahlkraft besitzen die Wilhelm-Lehmann-Tage, auf denen der mit 10 000 Euro dotierte Lyrikpreis verliehen wird, sowie das Südstrand-Festival, das Eckernförde 2006 mit Joe Cocker (✝) den ersten Weltstar bescherte.

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