Sozialer Wohnungsbau : Osdorf und GWU wollen günstige Wohnungen anbieten

So sollen die neuen Wohngebäude mit drei Etagen aussehen. Bislang sind die vorderen beiden Bestandsgebäude noch ebenerdig.
So sollen die neuen Wohngebäude mit drei Etagen aussehen. Bislang sind die vorderen beiden Bestandsgebäude noch ebenerdig.

Die Gemeinde Osdorf will den Bedarf nach sozialem Wohnungsbau mit einem Projekt in der Waldenburger Straße decken.

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23. September 2020, 17:10 Uhr

Osdorf | Das Interesse am sozialen Wohnungsbau in Osdorf ist groß. Dies war auch der Grund, warum die Gemeinde zur Einwohnerversammlung in Dibberns Gasthof eingeladen hatte.

Nicht unweit des Gasthofs befinden sich drei ältere Gebäude – zwei von der Gemeinde und eines von dem Genossenschaftlichen Wohnungsunternehmen Eckernförde (GWU)–, die vier neuen Gebäuden weichen sollen, um mehr Wohnraum zu schaffen.

Gemeinde darf nur in einem Maß wachsen

Bisher hat die Gemeinde Osdorf knapp über 2500 Einwohner. „Die meisten davon haben Eigenheime“, berichtet Bürgermeister Helge Kohrt (SPD). Als das Neubaugebiet Schönsland 2014 geplant wurde, sollte da auch ein Mehrfamilienhaus entstehen. Damals hatte aber die Landesplanung diesem Vorhaben einen Strich durch die Rechnung gemacht, da eine Gemeinde nur in einem bestimmten Maß wachsen darf.

In der Waldenburger Straße in Osdorf sollen ab 2022 neue Sozialwohnungen entstehen. Fotos: Peters
In der Waldenburger Straße in Osdorf sollen ab 2022 neue Sozialwohnungen entstehen. Fotos: Peters

Dennoch besteht in der Gemeinde ein Bedarf an bezahlbaren Wohnungen für Studenten, Azubis, Geringverdiener, Arbeitslose oder Senioren (hier auch an betreutem Wohnen). So ist die Gemeinde wieder auf die Waldenburger Straße gekommen, die auch 2014 bereits Thema war. Da die Gemeinde keinen Neubau oder Komplett-Renovierung finanzieren konnte, wurden 2019 Gespräche mit dem GWU aufgenommen, um gemeinsam ein Konzept zu erarbeiten, das in der Waldenburger Straße umsetzbar ist.

Großes Interesse: Viele Osdorfer wollten sich über das neue Wohnprojekt informieren. Es gab Zustimmung und Ablehnung.
Großes Interesse: Viele Osdorfer wollten sich über das neue Wohnprojekt informieren. Es gab Zustimmung und Ablehnung.
 

Dr. Stephan Seliger, Geschäftsführer des GWU, stellte den Anwesenden das Konzept des Millionen-Projekts vor. Er berichtete, dass das GWU seit den 1950er Jahren ein Gebäude mit 16 Wohneinheiten in der Waldenburger Straße hat. „So ein komplettes Gebäude zu modernisieren, hat sich als nicht effizient erwiesen“, berichtete er. „Ein Neubau ist häufig zielgerichteter – auch im Hinblick auf die zu erfüllenden Klimaziele und die Nachfrage vor Ort.“

Dr. Stephan Seliger aus dem Vorstand des Genossenschaftlichen Wohnungsunternehmens Eckernförde (GWU) stellte das Konzept vor.
Dr. Stephan Seliger aus dem Vorstand des Genossenschaftlichen Wohnungsunternehmens Eckernförde (GWU) stellte das Konzept vor.
 

Und was soll nun passieren? Auf dem Gelände des GWU-Gebäudes und den beiden Liegenschaften der Gemeinde sollen künftig drei zweieinhalbgeschossige Gebäude entstehen, von denen jedes über einen Aufzug verfügt, so dass alle Wohnungen, also insgesamt etwa 52, barrierefrei erreicht werden können. Die Wohnung sollen zwischen 50 und 75 Quadratmeter groß sein und je einen Parkplatz bekommen.

Während der Bauphase müssen die Bestandbewohner nicht in eine andere Gemeinde umziehen. Hierbei soll in drei Abschnitten gebaut werden. Als erstes das leerstehende Gebäude. Nachdem der Neubau dann fertig gestellt ist, können die Menschen aus dem jetzigen GWU-Gebäude in den ersten Neubau ziehen und danach dann jene aus dem dritten Gebäude in den zweiten Neubau.

Die Fragen lauten:

Wer kann einziehen? Alle, die einen Wohnberechtigungsschein haben.

Wie sind die Wohnungen aufgeteilt? Bei den kleinen Wohnungen gibt es eine Wohn-Küche, zwei Schlafzimmer sowie Terrasse oder Balkon. Für große Familien sind derzeit noch keine Wohnungen geplant.

Ist die Planung noch veränderbar? Ja, die Planung steht erst ganz am Anfang und kann je nach Bedarf noch geändert werden.

Sind Keller geplant? Ein bis zwei Gebäude sollen unterkellert werden. Hierbei sollen Heizung und Abstellflächen für alle Wohnungen eingerichtet werden.

Wie hoch wird die Miete? Das hängt davon ab, wie viele Personen in einer Wohnung wohnen und wie hoch das Einkommen ist. Es beginnt bei 387,50 Euro brutto.

Wann soll es losgehen? Angepeilt ist das Frühjahr 2022.

Wie ist die Bauzeit? Ein Jahr pro Objekt.

Während einige Anwohner am liebsten sofort einziehen würden, zeigten sich andere nicht angetan von der Höhe der Gebäude und überlegen, einen Anwalt einzuschalten. Dr. Seliger bot vorher aber noch ein Gespräch vor Ort an. „Ich habe vor allem Angst vor dem Krach während der Bauphase“, sagt Peter Blaut. „Außerdem sind es die ältesten Gebäude in der Gemeinde. Da könnte ich weinen, zumal da eine Menge Erinnerungen dran hängen.“

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